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Lost a friend

Der/Die FotografIn schreibt: "Dieses Bild wurde bewusst sehr surreal gestaltet. Ich habe versucht, einen comichaften Stil zu erstellen und gleichzeitig die Emotionen über den Verlust des kleinen Vogels darzustellen. Warum das Model den Vogelkäfig auf dem Kopf trägt? Das überlasse ich eurer Interpretation."
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- Was sehe ich?
- Was löst das Bild in mir aus?
- Wie verstehe ich das Bild?
- Welche Aspekte im Bild sprechen mich besonders an?

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Kommentare 54

Die Diskussion für dieses Foto ist deaktiviert.

  • Agora Bilddiskussion intensiv 31. Oktober 2021, 8:56

    Die Diskussion hier ist nun beendet, Agora wird unter dem folgenden Bild fortgesetzt:
    Was bleibt?
    Was bleibt?
    Agora Bilddiskussion intensiv
  • Agora Bilddiskussion intensiv 31. Oktober 2021, 8:56

    Sabrina Pesch schreibt: “Ich danke jedem Einzelnen für die Kritik und die jeweiligen Interpretationen des Bildes. Es war wirklich interessant, einmal zu lesen, was Menschen zu einem Bild sagen, wenn sie den Urheber nicht kennen. 
    Zunächst, nein, das Bild wurde nicht extra für Agora produziert. Als ich von der Aktion hörte, war dieses Bild nur das Erste was mir eingefallen ist. Im Nachhinein hätte ich eventuell ein anderes Bild genommen, da mein Fokus in der Fotografie eigentlich woanders liegt und diese Art hier einfach ein netter Zeitvertreib für mich ist. 
    Zur Aussage lässt sich nicht so viel sagen. Der Käfig auf dem Kopf symbolisiert die Tatsache, dass Mädchen auf dem Bild selbst eingesperrt ist und in so einem Fall, kann ein kleiner Vogel tatsächlich der einzige Freund sein. Ob dieser nun gestorben oder ausgeflogen ist? Irrelevant, denn Fakt ist, er ist weg und das Mädchen ist nun wieder allein. Und das schmerzt und macht sie unendlich traurig.  Um die Verletzlichkeit zu betonen wurde das Model übertrieben dünn bearbeitet. 
    Durch das Korsett, die Blumen und die Farben sollte die Stimmung eines früheren Jahrhunderts aufkommen. Eine Zeit, in der Frauen keineswegs selbstbestimmt handeln konnten.
    Vielleicht ist das für den ein oder anderen zu banal, das akzeptiere ich natürlich. Aber Gott sei dank sind wir hier nicht im Deutschunterricht wo die Analyse mit dem guten alten Reclam Heft überein stimmen muss :-)
     
    Ich gebe zu, die Wahl der Federn war nicht so ideal, aber manchmal muss man nehmen, was man kriegen kann. ”
  • Wolf Schroedax 30. Oktober 2021, 21:56

    Dieser Leda ist der Schwan durch die Finger gerutscht  .....
  • Wolfgang Wilhelm Itter 29. Oktober 2021, 20:00

    Hallo zusammen
    Eine Studioaufnahme; die meiner Meinung nach gekonnt umgesetzt wurde.
    Die Macher haben sich etwas dabei gedacht und nicht leicht gemacht.

    In den Titel kann man so viel hineininterpretieren.
    Nur eins, derjenige, der abgehauen ist, warum auch immer, er hat sichtbar keine Käfigstäbe verbogen und die Türe brav hinter sich zugemacht.

    Wir wollten in unserer fotogemeinschaft einmal die Tarotkarten nachstellen. Das scheiterte aber schon an der Beschaffung der vielen Requisiten und wir hätten ein mögliches Thema für eine Bachelorarbeit vorweg genommen.

    Ich zieh meine Baskenmütze für dieses Foto !
    Bis dann
    wo
  • N. Nescio 28. Oktober 2021, 21:32

    Surrealistische Bilder finde ich meist gut und inspirierend - aber als einfacher  vogifotograf liegt es mir fern, digiart und composing beurteilen zu wollen. 
    Das Bild an sich finde ich gefällig, wenn nicht platt. Zu wenig surrealistisch um mich zu berühren. Zu offensichtlich die Aussage, zu wenig raffiniert-komplex um meinen Verstand zu beflügeln.
  • HF25 28. Oktober 2021, 21:24

    der surrealismus hat mich noch nie angezogen. nachdem ich mich nun einige tage naeher damit beschaeftigt habe, ist das anders. ich werde mich aber in dieser richtung selbst  eher malerisch versuchen.
    bei dieser nachbearbeitung sehe ich aus dem beschriebenen kenntnisstand zu wenig unwirkliches und wuerde dafuer das wort unwirklich noch nicht gebrauchen; schon gar nicht sehr unwirklich. aus diesem grund finde ich die arbeit zwar im ansatz interessant, mich ueberzeugt das ganze aber noch nicht.   lg horst
  • Eva B. 28. Oktober 2021, 21:18

    Beeindruckend, wieviel Zeit und Mühe in der Entstehung stecken müssen. Das Ergebnis sieht für meinen Geschmack schön aus, angenehme Farben, ich kann Details betrachten, zarte Federn, Blumen...das Bild erzählt mir auch eine Geschichte. Aber ich befürchte, eine andere, als beabsichtigt. 
    In meiner Vorstellung ist sie ein Charakter aus einem lustigen computeranimierten Film. Ist nicht bei Shreck (oder einem Vorfilm von Shreck) ein Vogel explodiert? Oder war es ein anderer Film? Auf jedenfall war es makaber-lustig. Und irgendwie wird sie in meinem Kopf zu einer verwöhnten Prinzessin, deren Vogel explodiert ist, vielleicht weil er zu lange die Luft angehalten hat, weil er irgendwas tun sollte, was er nicht wollte...oder so ähnlich.
    So oder so, ich betrachte das Bild gerne.
  • fotosichtig 28. Oktober 2021, 19:49

    Also eigendlich bin ich auch dafür das ein Bild geschichten erzählt und das Kopfkino einschaltet. Und genaus das fehlt mir. Es gibt zu der Beschreibung Bildtechnisch für mich keinen Ansatz..  Comic, Trauer, Leistung kann ich nicht erkennen..
  • Mittelosteuropa-Entdecker 27. Oktober 2021, 20:49

    In solchen Darstellungen steckt viel Arbeit. Zusätzlich gegenüber üblichen Fotos kommen als Beurteilungsmaßstäbe die fehlerfreie Montage und die korrekte Perspektive hinzu. Bei Unterarmen und Augen ist das nicht hundertprozentig gelungen. Den "Vorhang" rechts finde ich auch nicht optimal.

    Nebenbei bemerkt: Es gibt eine eigene Kategorie Digiart-Fotomontage-Surreal in der fc!
    • wittebuxe 28. Oktober 2021, 20:33

      @ Matthias von Schramm: Nee, ich finde nur, dass der Anspruch, hier ein fotografisches und digital gemorphtes Motiv perfekt präsentiert zu bekommen, zu hoch ist. Dies ist nicht Hollywood mit Millionenbudget. Die Arbeit des  "Polonaise"-Fotografen war die, sich hinzustellen, (s)einen möglichst überzeugenden Blickwinkel für das Motiv zu wählen, und dann abzudrücken. Das darf man, wenn man beide Arbeiten im direkten Vergleich sehen will, nicht vergessen. Wobei ich nicht abstreiten will, dass Geniales bei diesem Vorgehen zustandekommen KANN.

      Bei der Vogelfrau waren beteiligt: ein Model, hübsch, schauspielerisch begabt, offen für Neues. Eine Maskenbildnerin, kreativ, talentiert, mit Gefühl für harmonische Farben und ein beherrschtes Handwerk. Ein Fotograf, detailversessen, kann mit seinem Werkzeug und dem Licht umgehen, Regisseur. Und last but not least - der Digiart-Künstler, der aus dem Werk der drei Zuarbeiter etwas ganz anderes schaffen musste, es teilweise zerstören, um es neu zu schaffen. Also eine Produktionsgemeinschaft. Das allein sollte schon honoriert werden.

      Würde ICH als Künstler auf manche Beiträge hier sensibel reagieren, schmiss ich hin. Vielleicht ;-)
    • Matthias von Schramm 28. Oktober 2021, 21:02

      Einen Anspruch an digital gemorphte Perfektion habe ich natürlich nicht, dafür verstehe ich zu wenig von der Materie. Ob für Darstellungen die mich überzeugen Millionen nötig sind, wage ich sehr zu bezweifeln. Ich betrachte entgegen mancher hier schreibenden Heroes Fotografie sehr emotional. Ich interessiere mich für Fotografie. Zeit - Blende - Fokus, Liebe und viel sehen und die Erfahrung mit dem Austausch mit KollegInnen. Im Bereich von Digiart fehlt mit diese Erfahrung. Aus dieser Warte beurteile ich und nicht aus dieser als Experte dieser Arbeitsform wirklich zu erkennen, was hier schlecht gearbeitet ist. Das mit der Produktionsgemeinschaft habe ich beim letzten Bild honoriert, weil ich den Angang glaube verstanden zu haben, wurde dafür von den üblichen Stammtischbrüdern kritisiert. Wie gesagt, ich habe den leisen Verdacht, es bräuchte "Meister" oder auch Meister dieser Art der Bea nach der Fotografie, die mir schlüssig Hilfe an die Hand geben könnten. So stehe ich vor dem Gesamtwerk halt etwas hilflos davor.
    • Clara Hase 29. Oktober 2021, 0:57

      nichts desto trotz ist die Vogelfrau um einiges inhaltlich und vom Aufwand anstrengender und mit mehr Arbeitsaufwand, als die Lechnergruppe zu fotografieren -
      aber ich denke schon, dass das alle so sehen.
      Die Bearbeitung nun im Sinne des Autors zu deuten ist das schon schwieriger. Ästhetisch aussehen tuts auch.
    • Gerhard Körsgen 29. Oktober 2021, 1:37

      wittebuxe : Entschuldigung wenn ich mich hier einklinke auf einen Kommentar der nur  Matthias von Schramm zugedacht war. Aber mich interessiert das auch und daher hier mein "Seiteneinstieg": " Nee, ich finde nur, dass der Anspruch, hier ein fotografisches und digital gemorphtes Motiv perfekt präsentiert zu bekommen, zu hoch ist. Dies ist nicht Hollywood mit Millionenbudget."
      Nun, DAS sehe ich keinesfalls als Entschuldigung an ein unausgegorenes Endresultat hier einzustellen. Wenn es DARAN liegen sollte ist vielleicht das Genre oder die gewählte Wahl der Umsetzung nicht passend.
      Wer das nicht leisten kann der wird verlieren. Aber das ist vorher bekannt.
      Das Endresultat zählt.
      Ob dagegen im Vorfeld ein Weg gewählt wurde der ungleich mehr Aufwand erfordert spielt dann keine Rolle mehr wenn das Endresultat nicht überzeugt.
      Vielleicht nicht 100%ig gerecht aber "so ist das Leben".
  • Kochgiganten 26. Oktober 2021, 15:40

    - Was sehe ich?
    Die Aussage der/die Fotograf/in "...Verlust des kleinen Vogels....." kann nicht stimmen.
    Ich sehe hier Daunenfedern die vermutlich von einer Gans stammen.
    Und dieses große Tier hat sicherlich keinen Platz in so einem kleinen Vogelkäfig.

    - Was löst das Bild in mir aus?
    Mein erster Gedanke, die Dame sieht aus als ob man Sie auf andere Art und Weise bestraft hätte.
    Sie sieht so aus als ob man sie geteert und gefedert hätte.
    Die Daunen kleben unnatürlich an den Händen.

    - Wie verstehe ich das Bild?
    s. meine Ausführungen oben.

    - Welche Aspekte im Bild sprechen mich besonders an?
    .... da muss ich noch überlegen.
  • Gerhard Körsgen 25. Oktober 2021, 16:37

    Beim ersten Betrachten tue ich mich schwer das zu sehende als "Fotografie" zu kategorisieren.
     Die wahrscheinlich in einem Studio "gestellte" Szene soll die Trauer über den Verlust eines gefiederten Freundes zeigen, dessen Käfig sich mysteriöserweise auf dem Kopf der Trauernden befindet.
    Der Raum in dem das Ganze stattfindet ist eine mit diffus verlaufenden Bokehblasen gefüllte Fläche, wobei diese ungleichmäßig verteilt sind und somit eine gewisse "Tiefenwirkung" suggeriert wird die links der "Figur" deutlich dichter und heller ausfällt als rechts davon.
    Insgesamt ist das Ganze nach meinem Dafürhalten gefällig gemacht und technisch gelungen umgesetzt, sofern ich mir ein Urteil erlauben darf als jemand der kein "Digiart" - Experte ist.
    Was die Vermittlung des Gefühls angeht ist das zwar optisch nachvollziehbar zu sehen, löst bei mir aber aufgrund der "Künstlichkeit" der Darstellung kein Mitgefühl aus.
    Das kann an meiner persönlichen Vorliebe liegen: Für mich muss eine solche Szene nachvollziehbar authentisch sein um mich zu berühren. Dazu bedürfte es eines realistisch aussehenden Menschen in einer möglichst ungestellten Szene "aus dem Leben". Das ist hier nicht gegeben.
    Von dieser Grundeinstellung ausgehend frage ich mich natürlich warum jemand bei der Darstellung eines Gefühls den Weg der "Verkünstlichung" wählt. Dadurch geht für mich ein Stück weit die Glaubwürdigkeit des Anliegens verloren und damit die "Tiefe".
    Die Fragestellung des Sinns des Vogelkäfigs auf dem Kopf der Figur ist von daher für mich eher eine skurrile Randnotiz. Dieser "Gag" half das Bild dekorativ zu illustrieren.
    Wie überhaupt hier der Look des Bildes in seiner comic-haften Überzeichnung (die in sich durchaus geglückt ist) und das eigentlich tiefere, damit wichtigere Anliegen (die Trauer) einen Spagat bilden der sowohl dem einen als auch dem anderen nicht gerecht wird.
    Ist es nur eine fototechnische Spielerei ? Dann ist es geglückt. Wobei dann das "Trauer-Thema" nur "aufgesetzt" ist. Wie der Vogelkäfig auf den Kopf.
    Oder ist das vornehmliche Thema die Trauer ? Dann fehlt es mir an Authentizität, an echt gelebtem Gefühl. Wer WIRKLICH trauert setzt sich keinen Vogelkäfig auf den Kopf.
    In der (für mich) Unvereinbarkeit dieser beiden Gegenpole liegt für mich das Scheitern dieser Aufnahme begründet.
    Wobei DAS sehr interessant zu besprechen ist !
    Insofern bin ich für diesen Beitrag außerordentlich dankbar.
  • Matthias von Schramm 25. Oktober 2021, 11:33

    Ich tippe auf ein Arbeitsgebiet, welches mir arbeitstechnisch fremd ist und welches vor allem in der Postproduktion entsteht. Der Begriff Composing ist bereits gefallen. Figuren aus komplett am Computer generierten Filmen ähneln dem, oder auch Comic und Phantasiegestalten, auch Gamer kennen solche Figuren. Ein Beiwerk der Fotografie, welches sich wohl in den letzten Jahren immer weiter entwickelt hat. Ich kann da nicht allzu viel mit anfangen, insbesondere wenn der/die NachbearbeiterIn mehr zur Atmosphäre beitragen soll, als die Arbeit der/des FotografIn. Der Hintergrund ist ein Muster aus merkwürdigen kreisrunden Bubbeln und unterstreicht das komplett Unnatürliche. Gesicht, Kopfschmuck und Haare haben eine gelungene Zeichnung. Hände und Federn sind deutlich überstrahlt an den Stellen, wo die Story eigentlich wichtig ist. Insgesamt ist mir die Figur zu hell dargestellt.

    Die Augen haben einen schönen Ausdruck. Sie wirken sehr lebendig und machen somit den Gesichtsausdruck interessant.

    Das Ganze ist also überhaupt nicht mein Ding, muss genau aber deswegen fair urteilen. Für Kenner und Könner dieser Arbeiten ist das sicherlich eine recht gelungene ausdrucksstarke Arbeit, die mit viel Phantasie (und die soll so etwas ja wohl anregen) an alte Meister erinnert. Die Filterchen und Spielebenen der Zauber Apps werden ja nicht selten nach alten Meistern der bildnerischen Kunst benannt. Für mich ist dann doch zu sehr mit Kitsch verhaftet, aber es befindet sich in einem Gebiet als Thema, welches in der Neuzeit der Fotografie eine große Anhängerschaft findet.

    Ich stehe der comichaften nachfotografischen Bearbeitung hin zu möglichen Schönheitsidealen kritisch gegenüber, denn wie schon beim bunten Bild von Ben erfahre ich nichts über eine reale Person - verstehe aber, dass das hier wohl auch gar nicht gewollt ist.
    • N. Nescio 25. Oktober 2021, 12:58

      Jetzt, wo du es schreibst, sehe ich auch dass die Hintergrund-bokehkringel auf eine offenblendige, extrem lichtstarke Brennweite jenseits 1000mm schließen liesse, mit der man unmöglich model und Hintergrund im selben Shot ins Bild bringen könnte.
    • Matthias von Schramm 25. Oktober 2021, 14:44

      Auch diese Flairs sind bestimmt nachbearbeitet und erinnern mich eher an so Hintergrundmuster eines bestimmten GrafikerInnenstils. Diese gefallen mir nicht. Schöne bewusste Bokeheffekte, die auch übertrieben sind hat man ja oft bei Altglas auch an aktuellen Kameras. Erzielt man auch bei neuen Objektiven, wenn man bewusst auf Asphären verzichtet. Voigtländer Ultron nur als Beispiel. Diese hier sehen mir aus, wie aus hochaufgelösten RAWs minimalst ausgeschnitten und mit der Figur komponiert. Wirkt alles sehr clean - soll es aber ja wahrscheinlich auch.
  • framebyframe 25. Oktober 2021, 11:18

    Das elfenhafte Wesen fühlt die flaumige Erinnerung noch in Händen. Der traurige Blick bezeugt den Schmerz über den Verlust. Ein käfigartiges Gebilde mit dem gleichen Flaum wie in den Händen lässt gleichsam den Schmerz des Verlustes zur Erinnerung werden.
    Eine exzellente Inszenierung einer Fantasywelt, die obendrein studiomäßig hervorragend umgesetzt ist. Die sich überlagernden Kreise im Hintergrund hätte es nicht unbedingt zusätzlich gebraucht.
    Ein absoluter Hingucker. Sehr kreativ.
  • ilkschmidt 25. Oktober 2021, 7:33

    Ich sehe eine junge Frau, sehr zart, verletzlich traurig über den Verlust.
    es ist ein trauriges Bild, dass den Verlust des Vogels nur symbolisiert, aber der Käfig auf dem Kopf zeigt, dass sie selbst ein Vögelchen in einem Käfig ist, und darüber wie gefangen wirkt.
    Der altmodische Touch, kann auch darauf hinweisen, dass das heutzutage alles mit der Emanzipation so nicht mehr sein muss,........Also ein Relikt (hoffentlich) aus der Vergangenheit ist......

    Genau diese Darstellung spricht mich an, Der Fokus ist nur auf die junge Frau gerichtet und dort direkt auf die Augen, da sie uns anblickt, als wollte sie sagen--  Daß es so nicht sein kann----
    Dabei ist sie aber herausfordernd und nicht mutlos.

    Insgesamt finde ich es sehr stark gemacht mit hoher Aussagekraft.
    Ich habe mich nur kurz ausgelassen, denn man kann hier sehr viel auch in das Frauenbild an sich reininterpretieren.
    Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Liebe Grüße Ilka
  • Michael Menz 25. Oktober 2021, 0:34

    Zu sehen ist eine jüngere Frau, die optisch auf mich einen „liebreizenden“ Eindruck macht. Liebreizend zum einen, weil allein schon der eher zart wirkende Körperbau einen verletzbaren Eindruck macht, den es zu beschützen gilt. In der dargestellten Situation sehen wir an der zerlaufenden Schminke, dass die Frau geweint hatte und ihr immer noch Tränen über das Gesicht laufen. Auch hier empfinde ich zunächst Empathie.

    Liebreizend ist zum anderen auch eher ein altmodischer Ausdruck. Betrachte ich nun die gesamte Szene mit dem grünen „Ballkleid“, den akkurat ins Haar gesteckten „Trockenblumen“, dem „Vogelkäfig“ auf dem Kopf, verorte ich das Ganze in eine, auf die Vergangenheit bezogene, Fantasiewelt. Manga, Märchen, Eiskönigin wären da so meine Assoziationen.

    Das passt dann auch zum beabsichtigten „comichaften Stil“. Bewegt man sich nun thematisch auf dieser Ebene hat man viele Freiheiten der Interpretation. ;-)

    Steht hier also geschrieben, dass die Frau um ihren „kleinen“ Vogel trauert, stelle ich mir die Frage, wo „er“ geblieben ist. Der Federschmuck auf dem Drahtgeflecht spricht für mich eher für einen „großen“ Vogel, so dass ein Vogel dieser Größe niemals in das Drahtgeflecht, das explizit als Vogelkäfig bezeichnet wurde, passen könnte.

    Ich schließe also, dass die Dame, den kleinen Vogel, ebenso wie den restlichen Kopfschmuck und die Ohrringe, als modisches Accessoire, im Vogelkäfig mit sich geführt hatte. Nach seinem Tod nun der Ausdruck der Trauer mit dem Abrupfen der großen „Schmuckfedern“.

    So wird diese Frau auf den zweiten Blick für mich zu einer eitlen Frau, die ihre Trauer mit den erhobenen Armen, theatralisch in Pose setzt. Sie „weiß auch“, welchen Blick sie aufsetzten muss, um Mitleid zu erregen.

    Hat sie sich also vorher mit fremden Federn geschmückt, macht sie jetzt den „sterbenden Schwan“ - von dem die größeren Federn tatsächlich stammen könnten- und trauert, voll Selbstmitleid, um den Verlust ihres kleinen „Vogelschmuckstücks“.
    (Nein, ich habe nichts getrunken) ;-)

    Technisch gesehen empfinde ich das Licht, auf ihren bildseitig rechten Fingerspitzen, als etwas zu hell. Den kleinen weißen Strich, evtl. ein Federteil“, am unteren Bildrand/Bildmitte, könnte man wegstempeln. Die „Lichtflares“ unterstützen für mich den märchenhaften Umgebungs- und Themencharakter, sind aber, nach meinem Geschmack, in einigen Bereichen zu grünlich verwaschen.

    Die Person finde ich optisch sehr gut „herausgearbeitet“, das gilt sowohl für die „Staffage“ als auch für die Herauslösung vor dem dunklen Hintergrund.

    Nebenbei interessiert mich der Anteil digitaler „Postproduktion“, ich hoffe das löst sich dann im Abschlusskommentar auf. Ebenso, wo denn der „kleine Vogel“ ist. ;-)

    Insgesamt finde ich diese Szene ansprechend präsentiert und fantasieanregend. ;-)