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Wann, wenn nicht zu Ostern...

Wann, wenn nicht zu Ostern...

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Wulf von Graefe


World Mitglied, Ostfriesland

Wann, wenn nicht zu Ostern...

...sollte man sich etwas über Eier und Nester erzählen?

Das gilt zwar auch für Hasen und Bäh-Lämmlein, die aber nicht die selben Empfindlichkeiten haben, wie Vögel auf ihren Gelegen.

Dies ist z.B. eine der früh mit der Brut beginnenden "Wildgänse", die hinter noch unbelaubtem Gebüsch in einem Moorloch, aber keine 10 m neben einem Wanderweg, sich auf ihren Eiern versucht, unsichtbar zu machen.

Wenn der Verkehr von Reitern, Radlern, Joggern und Spaziergängern mit und ohne Hund mal so "dahinfließt", ist dies Nest auf einer alten Bisamburg auch gar kein schlechter Platz.
Nur darf nicht gerade dort jemand stehen bleiben und ihr gar noch ins Gesicht sehen, weil sie die Nerven doch nicht hat, dass sie dann nicht mehr oder minder plötzlich vom Gelege müßte.
Dies Bild ist daher (als eins von zweien) im momenthaft "unten weitergehen" und oben anhalten und dann richtig weitergehen entstanden, ohne dass es sie vom Nest brachte.

Aber das ist keine nachahmenswerte Übung bei sehr vielen Vögeln, die ihrerseits mit der Kinderstube zu nahe an das menschliche Treiben heran rücken. Schon das andere aufmerksam werden, ist nicht gesund für solche Plätze. Auch dass man mit ihrer Ertragensgrenze (nur für ein Bild!) "herumprobiert", würde "billigend in Kauf nehmen", doch evt. mögliche Brut zerstört zu haben.
Dass das an solchen Stellen auch oft durch andere ohne ein Bild passiert, macht daran noch nichts richtiger!

Dennoch gibt es Brutplätze von Vögeln, die ganz offensichtlich gegen menschliches Treiben ziemlich unempfindlich sind:
Etwa die meisten Störche oder Schwalben, viele Amseln oder Grauschnäpper in Gärten oder die meisten Höhlenbrüter-Arten. Und selbst die um und um fotografierten Basstölpel Helgolands werden ja von einer Art Fotobalkon neben und an ihren Nestern wie im Zoo zu Foto-Kunst gemacht.
Aber nicht, weil der einzelne Fotograf das ausprobiert, "was da wohl geht", sondern weil eben bekannt ist, dass es "geht"!

Je weiter ab von stadtparkartiger Landschaftsnutzung sich brütende Vögel finden, um so heikler ist gewöhnlich jegliche Art der Annäherung an ihren Nestplatz! Vielfach nicht nur durch Beunruhigung der Altvögel, sondern oft auch durch bleibenden "Hinweis" für Krähen oder andere "Nachinteressenten"!

Generell behalten Bilder an und bei ihren Nestern einen unguten Beigeschmack, der gewöhnlich nicht mit der Auskunft des Fotografen, wie gut er sich damit auskennen würde, behoben ist!
Das sagt sich leicht daher und ist bei vielen dennoch nicht sehr überzeugend! Und was da jeweils für ein Bild entsteht, das gibt es ohnehin zumeist seit Jahrzehnten in irgendwelchen Vogelbüchern.

Alles in allem: Ostereier, ja - bei allen anderen aber lieber Abstand halten!

Kommentare 8

  • B. Walker 27. März 2008, 4:42

    Ich wünsche mir sehr, dass sich recht viele Vogelfotografen hier in fc die Zeit zum Lesen Deines Textes nehmen und ihn auch beherzigen.
    LG Bernhard
  • Helga F. 23. März 2008, 8:45

    Super Beschreibung.
    Frohe Ostern Dir und den Deinen.
    vg helga
  • Velten Feurich 23. März 2008, 5:01

    Deine vielen Erkenntnisse in der Verhaltensforschung, die aus den unzähligen Beobachtuingen und dem Leben quasi vor Ort mirt den Gefiederten herrühren, solltest Du eigendlich einer größeren Leserschaft zugänglich machen, aber vielleicht tust Du das schon und man weiß es gar nicht.
    ehr schön, wie Dei geübtes Auge hier das Nest entdeckt hat und Du es uns präsentieren konntest.
    Gelegndlich muß ich Dich wegen der "Schreifritzen", die Du schon abgegeben hast noch mal konsultieren.
    Noch zwei fröhliche Feiertage wünscht Velten
  • Foto-Setterich 22. März 2008, 23:57

    Hallo und frohe Ostern.

    Das Foto an sich finde ich nicht so gut. Zuviel Äste davor.

    Aber deinen Text den finde ich klasse.

    Gruß

    Peter
  • Marina Luise 22. März 2008, 23:16

    Nur rührend - man möchte einen unichtbaren Zaun um sie errichten, damit sie ihre Ruhe hat!! :))
  • Fabienne Muriset 22. März 2008, 22:20

    Die verkriecht sich fast in den Boden...
    Man kann ja als Laie in so manches Fettnäpfchen treten, auch ohne böse Absichten. Daher bin ich froh um jeden Hinweis in diese Richtung, auch wenn dann der Verzicht auf das eine oder andere Bild vielleicht schmerzt. Einmal aufgeklärt, wird sich der echte Naturfreund vom egoistischen Fotografen unterscheiden.

    Danke und Grüsslis
    Fabienne
  • Mabel B. 22. März 2008, 21:35

    Danke für diesen ausführlichen Text. Da kann man noch eine Menge dazulernen.
    LG Mabel
  • Andreas E.S. 22. März 2008, 21:27

    Nestaufnahme, die von Hosking kreiert wurden und dann mit Recht verpönt wurden. Ich bin sehr dankbar für den ausführlichen und guten Textbeitrag. Dass es Unterschiede gibt habe ich selber ausprobiert: Ich habe einen Sperber am Horst fotografiert, mitten in Köln, 10 m entfernt vom Fenster einer Zeitungsredaktion. Das würde ich in meiner Eifelheimat niemals wagen. VG Andreas