Bea Feldmann


kostenloses Benutzerkonto

"Gedanken"

Bwindi Nationalpark / Uganda
Der Höhepunkt unserer Reise nach Uganda war der Besuch der Berggorillas. Wir brachen sehr früh auf, um uns auf das Trekking vorzubereiten. Zum Trekking wurde man in Gruppen mit maximal 8 Personen eingeteilt. Begleitet von Rangern ging es los. Die Ranger sind bewaffnet, aber nicht, um uns vor den Berggorillas zu schützen, sondern um die Berggorillas und uns vor etwaigen Wilderern und Rebellen aus dem nahe gelegenen Kongo zu schützen. Der Marsch ging zuerst zur vorherigen nächtlichen Schlafstelle und von dort aus folgt man den Spuren der Gorillafamilie zu ihrem Aufenthaltsort. Wir wollten die Berggorillas der Nshongi Gorillafamilie besuchen.
Doch es war nicht irgendein Marsch. Es ging durch unwegsames Gebiet...die Ranger schlugen mit ihren Macheten immer wieder eine Schneise...es ging bergauf...bergrunter...in 2000 Meter Höhe...es war glitschig, da es in den Bergen immer wieder regnet...es war steinig...wir versanken im Morast...verfingen uns in Lianen...stolperten, strauchelten, fielen hin, standen wieder auf...es ging über Stock und Stein...und ständig lief man schräg in Hanglage, konzentriert auf den Boden starrend, denn mit einem Fehltritt lief man Gefahr, mindestens 10 Meter in die Tiefe zu rutschen...wir überquerten 3 mal einen Fluss und spätestens bei der 3. Überquerung hatten wir nasse Füße...egal...weiter gings...endlich - nach ca. 3 Stunden sahen wir sie...dreckig, durchnässt, erschöpft, den Gedanken nach hinten schiebend, dass wir diesen Weg auch wieder zurück müssen, aber überglücklich waren wir bei der Gorillafamilie angelangt. Unsere Familie bestand aus 4 Gorillas und 3 Gorillababys. Sie saßen im Dickicht...die Babys tollten umher...etwas weiter weg saß der Silberrücken - völlig entspannt. Wir haben uns ebenfalls hingesetzt und waren keine 3 Meter von diesen herrlichen Geschöpfen entfernt. Man hat eine Stunde Zeit, um bei der Gorillafamilie zu verweilen. Wir staunten...beobachteten...lachten und ich vergaß fast, auch meine Kamera zum Einsatz zu bringen. Die Gorillas hatten keine Berührungsängste und fühlten sich von uns nicht bedroht, dasselbe konnten wir auch von uns sagen. Ein Gorillababy war besonders forsch und kam auf uns zu...berührte fast unsere Schuhspitze und erschrak dann vor der eigenen Courage...es ist ein unbeschreibliches Gefühl, so nah bei diesen Riesen sitzen zu dürfen - ich finde nicht genug Worte und schon gar nicht die Richtigen. Und wenn der Gorilla mit seinen bernsteinfarbenen Augen einem in die Augen schaut, dann trifft einen dieser tiefe warme Blick mitten ins Herz...geht unter die Haut. Die Ranger haben uns gesagt, das ein Gorilla, der dich einmal gesehen hat, dich nicht mehr vergisst. Und so geht es nun auch uns - wir werden diesen Blick und diese Begegnung nicht mehr vergessen und dafür bin ich sehr, sehr dankbar.
Ich würde immer wieder diesen sehr beschwerlichen Weg auf mich nehmen, um bei den Gorillas sein zu dürfen.
Im Bwindi Nationalpark leben etwa 400 Gorillas; weltweit ist die Anzahl der freilebenden Berggorillas auf 1004 Tiere angewachsen.

Kommentare 7

Informationen

Sektionen
Views 4.820
Veröffentlicht
Sprache
Lizenz

Exif

Kamera DMC-FZ1000
Objektiv ---
Blende 4
Belichtungszeit 1/40
Brennweite 61.9 mm
ISO 1600