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Was ist neu?

Ina Straube


Basic Mitglied, Chemnitz

Zwangsräumung

Der Hausbesitzer kam mit dem Gerichtsvollzieher und dessen Bodyguard. Er will sein Haus zurück, sofort.
Ja es stimmt, die Kohlmeisen hatten schon im Februar den Starkasten für ihre künftige Kinderstube ausgesucht. Da war der Star noch gar nicht da. Frau Kohlmeise baute im April das Nest aus Moos und Haaren allein. Ihr Mann hatte indessen die Oberaufsicht. Fleißig legte Frau Meise zur Freude ihres Gatten jeden Tag ein Ei. Dann war Zeit zum Brüten. Herr Meise fütterte während dieser Zeit seine Dame mit Leckereien gleich auf dem Nest. Nach 14 Tagen begannen beide mit der Fütterung. Aha, die Jungen waren da.
Dann auf einmal zogen dunkle Wolken auf. Ein Star kam mehrere Tage und beäugte sein Haus und das geschäftige Treiben. Was zum Kuckuck machten die Meisen im Starhaus? Das wollte er nun genau wissen und so nahm das Unheil seinen Lauf. Der Star schaute mehrmals in sein Haus und dann plötzlich war er drin. Und wieder draußen. Und dann ist er wieder rein. Diesmal schmiss er einen Teil des Nestes raus. Frau Meise saß indessen schrecklich aufgeregt unweit des Hauses und jammerte zum Gott erbarmen: Bitte lieber Star, tu meinen Kindern nichts und lass das Nest in Ruhe. Wir ziehen auch ganz bestimmt in 14 Tagen aus!
Vergeblich, der Star kannte kein Erbarmen und so nahm die Tragödie ihren Lauf. Der Star schmiss ein Junges aus dem Haus und haute ab. Vorerst.
Die verbliebenen Jungen wurden von den Meiseneltern weiter betreut und gefüttert. Aber der Star kam wieder. Dann, einige Tage später waren die Meiseneltern weg. Der Star hatte alle Nestlinge rausgeschmissen. Kinderchen wird es dieses Jahr für mein Kohlmeisenpaar wohl nicht mehr geben.
Zweimal hatte ich den Star vertrieben, genutzt hat es nicht. Immer saß er irgendwo auf der Lauer.
Den kleinen Nestling oben im Foto hat der Eichelhäher gefressen und damit endet die Tragödie.

Kommentare 46

  • Editha Uhrmacher 11. Juli 2010, 7:08

    deine geschichte liest sich sehr traurig...nicht mal ein junges hatte eine chance! die vogelwelt kann grausam sein, diese erfahrung habe ich in diesem sommer mehrfach erleben können. nun weiss ich auch, warum immer so viele eier im nest liegen...die hoffnung, dass wenigsten ein bis zwei überleben und für weitere fortpflanzung sorgen.
    wieder mal life und sehr interessant von dir gschildert.
    lg editha
  • Mathias.W 6. Juli 2010, 11:19

    Ina deine Bilder und die dazu geschriebenen Dokus faszinieren mich immer wieder aufs neue
    Musst eine Engelsgeduld haben
    Super,weiter so
    lg Mathias
  • Strate 23. Juni 2010, 11:21

    Wieder einmal eine großartige Doku und Bildzusammenstellung - aber auch eine traurige Geschichte.
    LG Angelika
  • Norbert Hupperich 15. Juni 2010, 21:49

    Tja, so ist die Natur.....
    Manchmal scheint sie uns grausam....
    Da kommen eben auch solche (aus menschlicher Sicht) tragischen Ereignisse vor.
    Aber Deine Fotoserie der Ereignisse ist faszinierend - einfach klasse.
    Viele Grüsse
    Norbert
  • Frank Henschel 11. Juni 2010, 12:03

    Das Gesetz der Natur.
    Eindrucksvolle Doku, gut beschrieben und auch mit den entsprechenden Fotos belegt. Gut gemacht.
    LG Frank
  • K. Neumann 64 1. Juni 2010, 18:24

    Deine Ausdauer wurde wieder einmal belohnt, eine Tragödie, wie sie wohl zig Mal unbeobachtet unserer Augen sich in der Natur abspielt, hast du hier eindrucksvoll dokumentiert.
    Große Klasse, deine Fotos.

    LG, Kerstin
  • KLEMENS H. 30. Mai 2010, 12:13

    ...interessante Vogelgeschichten erlebst Du in deinem Refugium...

    ...erst dieses "An-einem-Ort-Verweilen"
    ermöglicht dir diese genauen Beobachtungen...

    Diese dann fotografisch zu dokumentieren,
    ist eine besondere Leistung für sich... !

    LG Klemens
  • Corinna Leonbacher Fotografie 30. Mai 2010, 11:59

    Tja, der Lauf der Natur. Ist zwar tragisch, die Geschichte, aber von Dir ganz wunderbar dokumentiert.
  • Chris 59 29. Mai 2010, 20:46

    ähm, nach dem Text, fiel mir nur ein; kommt davon wenn man seine Miete nicht zahlt. Klingt jetzt genauso brutal wie die Bilder es zeigen aber alles andere stand schon da. Nun ja, und eiskalt beim fotografieren :-))). Das macht es aus. Bemerkenswert finde ich das linke Bild. Es leutet die Reihe ein. Ich wußte garnicht das Geier so klein sein können :-))). Dies Bild beherrscht aber die Szenerie. Was ein Glück, daß bei Dir keine Wölfe und Schafe rum laufen.. Ich müßte ja flüchten gehen.
    Ich weiß nicht ob ich mich getraut hätte, dies zu zeigen,...ich glaube schon :-)))) Stark !
  • Elke Hickstein 29. Mai 2010, 4:06

    Meinen Glückwunsch zu dieser spannenden Dokumentation!
    Es ist zwar bitter, aber nun mal Natur...
    LG Elke
  • Edeltraud Vinckx 28. Mai 2010, 21:49

    oh jeh...das ist ja brutal...wuste gar nicht, daß die Stare so sind...Eine traurige Geschichte hast du hier aufgenommen...
    lg edeltraud
  • Tobias Städtler 28. Mai 2010, 19:21

    In der Natur, so schön sie sonst ist, geht es doch manchmal grausam zu.... Wahrscheinlich bekommt das allermeistens kaum jemand mit. Aber Dir entgeht nichts und so hast Du die traurige Geschichte mal wieder in einer bewegenden Bilderfolge festgehalten, gut ergänzt mit erklärenden Worten.
    LG Tobias
  • boerre27 28. Mai 2010, 14:52

    Deine Foto-Dokumentation ist sehr beeindruckend und natürlich auch traurig. Da hast Du sehr viel Zeit hineingesteckt und es hat sich gelohnt. Ich muß sagen, daß ich die Grausamkeit innerhalb der Natur bzw. durch die Tiere untereinander eher toleriere als die, die von den Menschen kommt. Traurig macht sie mich auch, wütend macht mich die Grausamkeit durch den Menschen. Ganz lieben Dank für die netten Anmerkungen.

    Liebe Wochenendgrüße - boerre27

  • Gertrude Theuerweckl 28. Mai 2010, 10:32

    Oje, eine grausame Geschichte, die du hier zum Besten gibst. Eine unglaublich tolle Reportage!
    Du hast den unbarmherzigen Täter sogar auf frischer Tat beobachten und fotografieren können, das finde ich großartig, obwohl es ein schauriger Anblick ist.
    Ich bewundere deine grenzenlose Geduld!
    Liebe Grüße Gerti
  • Fotofurz 28. Mai 2010, 9:36

    Das Foto und Deine Beobachtungen finde ich toll, aber die Meisen tun mir leid.
    GLG Ivonne