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mucki44


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Es ist keine Periphylla Qualle, denn

diese Qualle stirbt, sobald sie ans Licht kommt. Aber im Lurefjord, unweit von Bergen, hat sie bereits die Herrschaft übernommen. Ich finde es unheimlich mir vorzustellen, dass außer diesen Quallen in diesem Fjord nichts mehr lebt.
Die Qualle Periphylla Periphylla hat das heimische Ökosystem zerstört und den Fischbestand so gut wie ausgerottet. Bei einem Fang werden seit neuestem kein Fisch und kein Krebs, sondern nur Quallen gefangen. Die rote P. Periphylla frisst zwar keinen ausgewachsenen Fisch - aber dafür massenhaft Fischeier und Fischlarven. Die Meduse verfügt über tödliche Waffen: Zwölf, bis zu einem halben Meter lange Tentakeln sind mit giftigen Nesselzellen gespickt. Kommt ein Opfer damit in Berührung, landet es gelähmt in der Mundöffnung im Inneren des Schirmes, wo es bei lebendigem Leibe verdaut wird. Dabei weisen die Nesselkapseln die schnellste Reaktion im ganzen Tierreich auf. Die Haut der Tentakeln ist mit Zellen überzogen, in denen ein Schlauch eingerollt ist. Bei jeder Berührung schießen mit Widerhaken versehene Pfeile heraus und durchschlagen den Panzer oder die Haut der ahnungslosen Opfer. Der Lurefjord ist dadurch, dass sein Einlauf gerade einmal 200 Meter breit und 25 Meter tief ist, eine ökologische Besonderheit. Da Periphylla dort Jahrhunderte lang nicht auftauchte, kann es nur so sein, dass die Meduse mit Ebbe und Flut aus der Tiefsee in den Fjord gespült wurde und dort ideale Bedingungen vorfand. Sie traf auf ein vom Atlantik nahezu abgeschlossenes Ökosystem mit konstanter Temperatur und konstantem Salz- und Sauerstoffgehalt - ein Schlaraffenland für Quallen. Nirgendwo sonst trifft ein Tiefseebewohner auf so viele potentielle Geschlechtspartner. Da die norwegischen Fjorde wie kleine, abgeschlossene Ökosysteme sind, kann man dort beobachten, wie sich die Quallen die Natur Untertan machen. Die Quallen sterben, weil sich der Farbstoff bei Lichteinwirkung umwandelt. Was sie also in der Dunkelheit überleben lässt, tötet sie bei Licht. Die Qualle zersetzt sich von innen heraus. Ihr Farbstoff frisst richtige Löcher in ihren Schirm. Schon jetzt steht fest, dass die Entwicklung von Periphylla im Lurefjord eine weltweite Entwicklung vorwegnimmt. Nicht nur im norwegischen Meeresarm, auch in Teilen des schwarzen Meeres hat eine Verwandte von Periphylla die Herrschaft übernommen. Guter Stoff für einen Science Fiction.

Kommentare 9

  • Brigitte Specht 18. November 2009, 16:38

    ...Quallen sehen für mich immer wie kleine Ufos aus..!
    L.G.Brigitte
  • Thor Schulze 9. November 2009, 20:59

    Stark dieses blaue Leuchten!
    lg, Thorsten.
  • peter.stein. 9. November 2009, 17:08

    die Beschreibung ist Klaase da hast du dir viel Arbeit gemacht,ach so das Bild ist auch Klasse
    gruß Peter
  • WJ 9. November 2009, 15:47

    Eine tolle Aufnahme mit sehr hilfreichen erklärenden Text.
    lg Walter
  • n o r B Ä R t 8. November 2009, 22:08

    Interessant die Qualle, vor allem auch von den Farben !

    Gruß
    n o r B Ä R t
  • Barbara Neider 8. November 2009, 0:50

    O Gott, da kiegt man direkt Angst...und es gibt nichts, um der Herr zu werden? Irgendwie kommt mir da der Ökothriller "Der Schwarm" in den Sinn
    Schön aussehen tut sie ja, wie ein bunte Glasschale
    LG Barbara
  • HDR-Robi 8. November 2009, 0:04

    also die Farben sind ja wunderschön
    aber der Text ist mir jetzt doch zu lang
    Lg Robi
  • klaus pfeiffer photographie 7. November 2009, 23:21

    Das heißt: wenn wir alle in den H & M - Klamotten herumlaufen und uns schick machen auf dem Rücken der Kinderarbeit und der übrigen Dritten Welt sind wir die Quallen des Industriezeitalters? --- Toller Text zu Periphylla Periphylla auf dem Laufsteg!
  • Fritz Stümpfl 7. November 2009, 22:14

    Die Aufnahme ist faszinierend, aber die Info dazu ganz schön besorgniserregend.
    VG Fritz

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