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Marcus Propostus


Pro Mitglied, Zürich
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Über mich

Wieso ich Friedhöfe mag:

Die meisten Menschen assoziieren Friedhöfe mit Orten, an denen „dunkle“ Gefühle vorherrschen und der Tod als Realität allgegenwärtig ist. Das ist wohl eine Realität der sich die meisten nicht stellen mögen. Friedhöfe sind natürlich u.a. ein Sinnbild für die Vergänglichkeit des Lebens und es liegen Menschen dort begraben. Wenn man sich darauf einlassen kann, kann man auf Friedhöfen aber ganz viel Anderes entdecken und erleben.

Auf Friedhöfen herrscht eine andächtige Stille die man so nirgendwo sonst findet. Speziell alte Friedhöfe vermitteln mir ein Gefühl wie "nicht mehr auf dieser Welt" zu sein. Man betritt ein "Zwischenreich" und dieses hat für mich nichts Gespenstisches oder Grausiges, sondern vermittelt mir Gefühle von Melancholie, die aber gar nichts Schlimmes sondern etwas beruhigend Schönes hat - Ich nenne das „Friedhofszauber“.

Auf einem Friedhof unterwegs zu sein, hat einen zutiefst meditativen Aspekt. Die laute, hektische Welt bleibt draussen. Meine Aufenthalte an diesen Orten sind für mich kleine Fluchten aus der Welt und führen mich immer wieder zum Wesentlichen in meinem Leben - zu mir selbst und zu dem was wirklich zählt. Für mich sind Friedhöfe Orte, an denen ich ganz im Hier und Jetzt sein kann, wo sich ein wunderbares Gefühl von Zeitlosigkeit in mir ausbreitet und ich zur Ruhe komme. Beim Anblick der Gräber wird mir auch die Endlichkeit meines eigenen Lebens stärker bewusst und so paradox es klingt, fühle ich mich dadurch besonders lebendig, ganz im Sinne des „Memento Mori“ des französischen Philosophen Michel de Montaigne.

Meine „Friedhofsreisen“ haben mich durch ganz Europa geführt und ich habe inzwischen Friedhöfe in ca. 20 Ländern besucht und die Faszination für diese Orte hat sogar noch zugenommen. Ich habe das Staunen darüber, was man da alles entdecken und fühlen kann, nicht verlernt. Friedhöfe sind nicht tot, sondern sehr lebendig, da diese ein Refugium sind für verdrängtes Leben der Tier- und Pflanzenwelt, welches in Städten wenig bzw. keinen Platz mehr hat. Egal ob das in Budapest, Rom, Paris, London etc. ist – man taucht ein in eine andere, verzauberte Welt (die Anlagen sind manchmal riesig) und die Grossstadt, die einen eigentlich umgibt, ist verschwunden.

Als Kunstliebhaber komme ich ebenso auf meine Kosten. Wie viele Wege es gibt, die Themen Abschied und Trauer künstlerisch darzustellen, ist unglaublich. Ebenso unglaublich ist, wie viel Gefühl kundige Hände in kalten Stein legen können, und ich bin immer wieder tief beeindruckt wenn ich vor so lebendig wirkenden Trauerfiguren und -gruppen stehe. Was ich diesbezüglich auf Friedhöfen entdecken durfte ist eine Welt für sich, und ich werde meine Begeisterung dafür nie verlieren.

Alte Friedhöfe und auch ihre zerfallenden Skulpturen üben auf mich eine grosse Faszination aus. So schade es sein mag, dass diese Skulpturen zerfallen, so sehr passt das. Es ist so, dass gerade die Veränderungen im Laufe der Zeit und somit eben der Zerfall, den Skulpturen dieses gewisse Etwas verleihen, das aus ihnen mehr macht als "nur" ein Kunstwerk. Es ist die Symbiose zwischen Menschenwerk, Natur und Zeit, die sie zu einem Sinnbild werden lassen dafür, dass alles ewiger Veränderung unterworfen ist. Und diese Art von Schönheit finde ich so nur auf Friedhöfen.

Und noch was: Nebst Friedhöfen reizt mich ganz allgemein das Dunkle, Geheimnisvolle, Mystische und auch Unheimliche - all das, das sich nicht direkt mit unseren Sinnen erfassen und erklären lässt.

Ich fotografiere auch Blumen, Tiere, Sonnenuntergänge und was der schönen und bunten Dinge mehr sind. Da dies aber zur Genüge bekannt ist, hab ich mich entschieden, hier eine Welt vorzustellen, die von den meisten Menschen gemieden oder so schlichtweg nicht gekannt wird.

Fazit: Ich liebe das Licht des Tages, aber mindestens ebenso sehr reizt mich die Poesie der Nacht.

Kommentare 116

  • .PELZ. 26. August 2018, 0:33

    Gleichgesinnte Seelen? "Kann und will ich nicht behaupten, man kennt sich ja gar nicht!" Aber ich würde sagen, wir haben wohl selbe Interessengebiete, darum bin ich wohl auf Deinen Profil gelandet. Tolle Exponate hast Du hier ausgestellt, ...da komm ich gern wieder! PELZ_gruss
  • MelanieHoppe 16. November 2017, 9:24

    Jetzt hab ich das da oben allen gelesen und ziehe daraus folgenden Schluss: Ein Gleichgesinnter! Da ich so wieso schon so viel aus deiner Galerie "gelobt"/kommentiert hab, werde ich dir definitiv jetzt auch noch folgen, denn hier gibt's für mein schwarzes Herz immer etwas zu sehen! Liabi Grüassli Méli
  • Gaia Sophia 24. Oktober 2017, 22:39

    Lieber Markus, Dein Profiltext - er sprach mir aus der Seele! Ich kann Dein empfinden nur zu gut teilen, denn mir geht es genauso. Ich liebe diese Orte und ich schöpfe Kraft auf Ihnen. Habe noch eine schöne Woche. Lg Mona
  • Mibu Photography 8. Juni 2017, 0:24

    Hey Markus,

    ich verfolge deine Bilder schon eine Weile und bin echt ein Fan von dir geworden. Du hast die Gabe die Details in den Fokus zu rücken und auch passend zu kommentieren. Eigentlich ist jedes Bild ein Volltreffer. Bleib so wie du bist und entdecke noch viele Friedhöfe für uns....

    LG Mitch
  • werna 30. April 2017, 10:53

    Schöne Bilder hast Du...und danke für dein Feedback...
    VG
  • Woman of Dark Desires 14. April 2017, 10:45

    danke marcus
    ich hätte das auch als kompliment aufgefasst :-)))
    frohe ostern dir
    lg kerstin
  • Bloody Arthur 9. April 2017, 17:30

    Ich bin absolut hin und weg von deiner Fotokunst. So viele geniale Bilder...was für eine tolle Entdeckung für mich!
    beste grüße Arthur
  • Woman of Dark Desires 6. März 2017, 16:59

    vielen lieben dank, marcus :-)
    deine entwicklung kann sich aber auch echt sehen lassen
    mein kompliment
    lg kerstin
  • ruinenjunkie 11. Dezember 2016, 15:38

    Hallo Marcus, da stopler ich über deine seite und treff voll ins schwarze! da ich nicht alle deine bilder favorisieren kann, schreibe ich es einfach mal hier und hast damit einen "verfolger" mehr. wünsche dir noch einen schönen 3 advent. lg manuela
  • 13. Fee 17. September 2016, 23:18

    P.S.
    Es heißt ja auch Luftfahrt und nicht Luftflug. :-)
    Jetzt bin ich aber auch durcheinander. Irgendwie.
    Fee
  • 13. Fee 17. September 2016, 23:13

    Du darfst ganz tiefenentspannt sein in Sachen Ballon fahren oder fliegen. :-)
    Denn nichts ist so wie es scheint. Die Dinger fliegen. Sie sind in der Luft.
    Am Ende ist es doch nur dröge Physik. Im Luftmeer fahren.... immerfort.
    Als das Ballonfahren erfunden wurde gab es noch keine Flugzeuge. Und ohne solche Zeugen kann man eben nicht fliegen sondern nur fahren. Wie durch ein Meer. Oder war es doch ganz anders? :-)
    Gruss Fee
  • 13. Fee 17. September 2016, 22:16

    Ballonflug? :-) Ich sagte auch "fliegen" dazu und wurde dahingehend belehrt, dass es "fahren" heißt.
    Ich wünsche Dir ein schönes Restwochenende.
    Gruss Fee
  • Gaia Sophia 16. April 2016, 20:08

    Lieber Markus, das ist ein ganz wundervoller Text ! Ich kann den Reiz von Friedhöfen so sehr nachempfinden und auch für mich ist es eine Flucht ... Ich habe das Gefühl dort ganz ich sein zu können. Ich erfreue mich der Schöhnheiten, der kleinen feinen details.
    Ich werde schon bald auf deinen Pfaden wandeln und freue mich schon sehr auf meine kleine Auszeit und gaaaaanz viel zeit auf Friedhöfen zu verbringen. Lg Mona
  • Photographic - Axel Springer 1. Februar 2016, 12:15

    Danke Dir sehr für das feine Kompliment Marcus ;-)
    Ich habe mich ja noch nicht lange mit Friedhofsmotiven beschäftigt,
    aber bringe zu der schon vorherrschenden Stimmung immer gerne meine Empfindungen
    durch Bildsprache mit ein ...
    Deine Fotos sind schon sehr besonders hier - da schaut man gerne vorbei ...
    VG Axel
  • Madame Camouflage 31. Januar 2016, 18:23

    aber auch nur fast übertrieben :-D
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