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Ralf Scholze


World Mitglied, Meerbusch

Damastschmieden 01

Stahlverbund, der aus mehreren Stahlschichten unterschiedlicher Härte zusammengeschmiedet (feuergeschweißt) ist. Die Schichten bestehen abwechselnd aus hartem und zähem Stahl. Harter Stahl ist zwar sehr fest, gleichzeitig aber sehr brüchig. Zäher Stahl bricht nicht, verformt sich aber sehr leicht. Durch das schichtweise Zusammenschmieden entsteht ein Stahlverbund, der einerseits sehr hart ist, andererseits aber auch elastisch ist, also nicht so schnell bricht. Die harten Schichten besitzen einen höheren Kohlenstoffgehalt als die weichen Schichten. Am Anfang werden mehrere Schichten, meist 3 bis 8, übereinandergelegt und im Schmiedefeuer geschweißt. Der Verbund wird anschließend längs oder quer auseinander getrennt, aufeinandergelegt und wieder verschmiedet (Falten). Die gesamte Prozedur wird mehrmals wiederholt.

Da sich nach jedem Aufeinanderlegen die Anzahl der Schichten verdoppelt, kommt man schon nach wenigen Wiederholungen auf Hunderte von Schichten. Die Hauptschwierigkeit beim Feuerschweißen besteht darin, dass das Material eine bestimmte Temperatur nicht überschreiten darf, da sonst der Kohlenstoff verbrennt, und gleichzeitig das Material nicht zu stark verzundern (oxidieren) darf, weil es sich dann nicht mehr zusammenschmieden lässt. Da der Stahl vor dem Schmelzpunkt zu brennen anfängt (Oxidation), wird gegen Ende des Erhitzens Quarzsand auf die zu schweißende Stelle gestreut. Dieser schmilzt zu einer flüssigen Glasschicht und schützt somit den Stahl vor dem Sauerstoff. Der Zeitpunkt dafür ist, wenn die ersten Sterne (Funken) des verbrennenden Kohlenstoffs auftauchen. Es entsteht ein glasiger Schild, der die beiden zu schweißenden Teile umschließt. Dieser dient nicht nur als Schutz, sondern auch als Zeitüberbrückung, die es dem Schmied erlaubt, die Schweißteile zum Amboss zu tragen und sie dort mit einem präzisen Schlag zusammenzufügen. Um schöne Muster auf der Oberfläche zu erhalten, kann der Stahl auch verdreht (Torsionsdamast) oder „unsymmetrisch“ (wilder Damast) weiterverarbeitet werden. Nach dem Härten wird der Damaszener Stahl geätzt, um das Muster sichtbar zu machen, da die verschiedenen Schichten sich in Säure je nach Kohlenstoffanteil bzw. Legierung hell (Nickel) oder dunkel (Mangan) färben. Der Damaszener Stahl mit seinen hervorragenden Eigenschaften wird zur Fertigung von Schwertern und Dolchen benutzt. Die Schneiden werden dann meist noch zum Schluss nachgehärtet. Heute wird für die Messerherstellung auch gerne Kettendamast verwendet, das aus Motorradketten oder Motorsägenketten geschmiedet wird, was ein sehr schönes Muster ergibt.

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