Der Vater von Google Earth

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smokeonthewater


Premium (World), Berlin

Der Vater von Google Earth

Bei 35 °C unterwegs mit gelbhaarduisburg entlang des Niederrhein, der Ruhr, der Emscher und der Lippe.

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Epitaph für Gheert Cremer, unterm Gelehrten-Namen Gerardus Mercator bekannt, in der St.-Salvator-Kirche Duisburg.

Der gebürtige Flame (1512–1594) brachte geometrische Ordnung in die chaotische Kartografie der Renaissancezeit.
Er projizierte die damals bekannten Kontinente von der Erdkugeloberfläche in eine zweidimensionale Karte.
Die dabei entstehende maßstäbliche Verzerrung der Landmasse zu den Polen hin wird bis heute akzeptiert.
Erst Google Earth kehrt bei seinem virtuellen Überflug wieder zu den richtigen Proportionen zurück.

Mercators erste Weltkarte 1569:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4b/Mercator_1569_world_map_composite.jpg
Akzeptierte Mercator-Projektion des Globus in eine Ebene:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f7/Normal_Mercator_map_85deg.jpg
Verzerrungsfreie Projektion in Google Earth:
https://photos1.blogger.com/blogger/6738/3145/1600/Tierra.0.jpg

[Dickes Glas vorm Altarraum und die Dunkelheit darin verhinderten ein besseres Abbild.]

Kommentare 4

  • gelbhaarduisburg 18. September 2020, 19:53

    Ein großer Mann, dessen Name von der Stadt seines Wirkens konsequent verwurstet wird. Mercatorhalle, Mercatorinsel, Mercatorstraße, Mercatorquartier... Wenn der arme Kerl wüßte, was alles noch nach ihm benannt wird und was für eine Scheiße dahintersteckt, würde er Duisburg vielleicht von allen seinen Karten tilgen.
    • smokeonthewater 18. September 2020, 23:41

      So ist das eben, wenn jemand verehrt wird – solange diese Dinge der Persönlichkeit würdig sind.
      In Philadelphia ist alles nach Benjamin Franklin benannt – auch Gebäude und Unternehmen, die aber auch gar nichts mit Verfassung, Blitzableitern, Elektrizität, Druckerei, Feuerwehr oder Schach zu tun haben.
  • anne47 18. September 2020, 1:24

    Das "Hochladen" der maps hat damals allerdings noch sehr viel länger gedauert, und so ganz gestimmt haben sie auch nicht immer :-) Aber trotzdem erstaunlich gut für die damalige Zeit und auch sehr gut gezeichnet.
    LG Anne
    • smokeonthewater 18. September 2020, 1:42

      Mercator war auf die vorhandenen Karten angewiesen, die er zu einem großen Ganzen zusammenfügte. Da war natürlich auch viel Falsches und Unvollständiges dabei. Dafür ist es ganz gut geworden.
      Ich sammle historische Atlanten und staune immer wieder über die an Wanderkarten grenzende Detailgenauigkeit, zumindest bei der Wiedergabe überschaubarer Ländereien. Dagegen neigen heutige Atlanten eher zum Weglassen.
      LG Dieter