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Was ist neu?

Im Fokus

Karlsruhe, im Eingangsbereich des ZKM, 13.11.2008

(Canon 400 D, f/5,6 bei 190 mm, 1,3 s, ISO 800, Teilbereichsmessung, mittenbetont, Programmautomatik, Bearbeitung: Adobe Photoshop 7.0, Tonwertkorrektur, Farbtonsättigung: Reduzierung der Gelb- und Rotintensität, leichte Kreuzschraffur im Bereich der Grautöne, Rahmen)

__________________________________________________________________________________







http://de.youtube.com/watch?v=DjKnHAKtYFA

You can play the game and you can act out the part
Though you know it wasnt written for you
But tell me, how can you stand there with your broken heart
Ashamed of playing the fool
One thing can lead to another; it doesnt take any sacrifice
Oh, father and mother, sister and brother
If it feels nice, dont think twice

Just shower the people you love with love
Show them the way that you feel
Things are gonna work out fine if you only will
Shower the people you love with love
Show them the way you feel
Things are gonna be much better if you only will

You can run but you cannot hide
This is widely known
And what you plan to do with your foolish pride
When youre all by yourself alone
Once you tell somebody the way that you feel
You can feel it beginning to ease
I think its true what they say about the squeaky wheel
Always getting the grease.

Better to shower the people you love with love
Show them the way that you feel
Things are gonna be just fine if you only will
Shower the people you love with love
Show them the way that you feel
Things are gonna be much better if you only will

Shower the people you love with love
Show them the way that you feel

Youll feel better right away
Dont take much to do
Sell you pride
They say in every life
They say the rain must fall
Just like pouring rain
Make it rain
Make it rain
Love, love, love is sunshine.
Oh yes
Make it rain
Love, love, love is sunshine
Yeah, all right
Everybody, everybody
Shower the people you love with love

Kommentare 54

  • Gerda Trappl 31. Dezember 2014, 17:54

    Schön und berührend. Eine tolle Entdeckung am letzten Tag des Jahres. Ich wünsch dir für 2014
    viel Liebe, Licht und Freude! Gerda
  • Kerstin Stolzenburg 2. Juni 2013, 19:50

    @Michael: Danke!
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es herrlich ist, Zeit für die Enkelkinder zu haben, sie beim Heranwachsen zu sehen und begleiten zu können. Wunderbar!

    Das Bild war eigentlich nur eine ganz spontane Aufnahme. Ich stand auf einer Empore und konnte Enkel und Opa für wenige Sekunden, in denen der Beleuchter im ZKM den Lichtkegel zufällig auf sie richtete, in den Fokus nehmen. Für die Einstellung von Belichtungszeiten und richtiger Brennweite war gar keine Zeit, so dass diese Langzeitbelichtung eher ein Zufallsprodukt ist ... aber vielleicht sind solche Zufälle ja die Würze im Amateurfotografendasein. :-)

    Die Kreuzschraffur im Graubereich war notwendig, weil der Parkettboden sehr fleckig und unruhig wirkte. Mit PS kann man so etwas ja selektiv bearbeiten (Ich bin darin allerdings auch kein Meister!).

    Viele Grüße. Kerstin
  • Michael Jo. 2. Juni 2013, 14:44

    eine großartige Arbeit zeigst Du hier
    und lässt mich staunen !!!!

    dazu der Titel: symbolträchtig,
    vieldeutig und treffend ... !!!!
    Eckhard hat den technischen Begriff
    (und die Funktion desselben) bereits gut
    beschrieben.
    Als Großvater mit viel Zeit für seine Enkel
    (weiblich, 7 J., witzig u. inzwischen lesedurstig
    und männlich, 2 1/2 J., sehr wissbegierig und
    lebenslustig ...) sehe ich mich hier gewissermassen
    auch im Fokus ...

    gelungene Arbeit;
    tolle Idee die Verfremdung !

    Gruß Michael


  • werner weis 26. August 2012, 18:36



    geneigt
    Begegnung

    intensiv - das ganze Leben lang in Erinnerung



    PRO
  • Udo Ludo 28. Juli 2009, 11:04

    Erinnert an Zeichnungen von Gottfried Wiegand.
  • Lyra Belacqua 12. Juli 2009, 22:52

    Das sind sicherlich die längsten Anmerkungen, die ich je gesehen habe ;-)
    In jedem Fall ein persönlicher Austausch den ich in der FC oft vermisse
    aber zu viel zum Lesen...

    Das Bild ist für mich wie ein Blueprint für Erinnerungen, die wir alle in uns tragen über die Nähe zu unseren Großeltern oder anderen Alten Menschen
  • fbiomassimo 7. Juni 2009, 12:43

    klasse Arbeit,...spizte !!!!
    ciao, fabio
  • Arnd U. B. 22. Dezember 2008, 20:47

    Sehr schön - das "Im Fokus" passt hier ganz genau....sonst mag ich den Modeausdruck nicht. Unglaublich, was heutzutage alles so im Fokus steht....Lg Arnd
  • Hanne L. 24. November 2008, 20:18

    Außergewöhnlich und hervorragend bearbeitet, liebe Kerstin! Ich nenne das Fotokunst ...
    Liebe Grüße, Hanne
  • Kerstin Stolzenburg 23. November 2008, 8:43

    @Andreas Denhoff: Lieber Andreas, vielleicht ist ja gerade dieses "Dazwischen" eine schöne Ausgangsposition, um die Generationen Jung und Alt im Auge zu haben und um mit dem Blick zurück und dem in die Zukunft sinnvolle und tragfähige Entscheidungen zu treffen, die beide tangieren.
    Wir selbst werden ja gern auch als "Sandwichgeneration" betitelt, wenn auch vor einem bestimmten Hintergrund eher mit einem gewissem Bedauern.
    Gruß. Kerstin
  • Andreas Denhoff 22. November 2008, 10:59

    Als ich gerade meine Seite der "Fotos von Freunden durchging, baute sie sich nicht richtig auf, nur dein Vorschaubild zeigte sich. Ein "Wink" endlich mal eine Anmerkung zu schreiben;-)) Ich richte also mein Focus jetzt auf dein Bild und werde in selbiges hinein gesogen: optisch und gedanklich. Wir sollten wirklich wieder mehr den Blick auf die Generationen Jung und Alt werfen, wobei ich mich genau dazwischen fühle, eben genau mitten in diesem Focus.
    Gruß Andreas
  • Hendrik Schuld 21. November 2008, 22:23

    Tolles Foto - wirkt auf diese unbestimmbare Art "überirdisch"...Klasse!
    lg Hendrik
  • Kerstin Stolzenburg 21. November 2008, 21:49

    @Eckhard: Lieber Eckhard, der Hinweis auf die kinetische Fotografie war natürlich verallgemeinernd zu verstehen. Dass Du die Kamera nicht in die Luft werfen würdest, war mir schon klar ;-). Mit diesem Hinweis ging es mir grundsätzlich um den Einfluss der Kinetik, also der Bewegung auf die Fotografie.
    Mein nächstes Bild könnte sich voraussichtlich auch in gewisser Weise mit derbefassen ;-).

    Das Spiel mit dem Scheinwerfer war in der Tat sehr reizvoll - und wirkungsvoll. Ich habe bestimmt eine halbe Stunde zugesehen und fotografiert. Eigentlich kann man das sogar als Kunstwerk betrachten, auch wenn es nicht als solches deklariert wurde.

    Kerstin
  • Eckhard Meineke 21. November 2008, 18:46

    Liebe Kerstin, danke für die ausführliche Erwiderung. Der kinetischen Fotografie, so wie sie beschrieben wird, werde ich mich nur dann hingeben, wenn ich eine Kamera loswerden will. Das Wechselspiel zwischen dem die Menschen suchenden und dem auf die Menschen wartenden Scheinwerfer muss sehr reizvoll gewesen sein. Eckhard
  • Kerstin Stolzenburg 21. November 2008, 7:12

    @Camy: Schön, dass Du unter anderem Namen doch da bist! :-) Ich glaubte Dich hier schon verloren.
    Danke! LG. Kerstin
  • Camy 20. November 2008, 22:30

    Wieder ein ganz wunderbares Foto mitText. Ich bewundere Dich. Camy
  • Kerstin Stolzenburg 20. November 2008, 18:12

    @Eckhard: Lieber Eckhard, als ich mich selbst mit dem Bild befasste, spielte ich in der Tat auch mit den möglichen Zuordnungen des Titels (ähnlich wie bei „Spiegelei“ ;-)). Ich habe sie zwar nicht gezählt, bin jedoch auf einige Möglichkeiten gekommen. Es gab natürlich auch andere Ideen, jedoch war letztlich die Mehrdeutigkeit von „Im Fokus“ allein bereits auf der Titelebene entscheidend für die Wahl.

    Damit kommt man natürlich ganz automatisch auch auf die „technische Ebene“. Mit diesen schweren und großen Objektiven, die Du ansprichst, habe ich natürlich keine Erfahrungen sammeln können, jedoch war auch das Fotografieren mit dem leichten Teleobjektiv aus dieser Entfernung, bei den Lichtverhältnissen und ohne Stativ eine Herausforderung. Die meisten der gemachten „Lichtkegel-Aufnahmen“ waren derart verwackelt, dass sie nicht einmal mehr mit einem digitalen Filter zu gebrauchen sind; es sei denn, man machte ein ganz abstraktes Bild daraus (wofür sich allerdings immer Rohmaterial finden würde) ;-).

    Die impressionistische Fotografie hatten wir ja auch bereits einmal unter einem Bild von Carsten angesprochen. Das ist natürlich grundsätzlich nichts Neues. Interessant dabei ist für den Fotografen, dass er bei einem bewegten Objekt, wie es ein Mensch eben ist, nicht genau vorhersehen kann, was letztlich als Bild entstehen wird. Man kann nur grundsätzliche Einstellungen an der Kamera vornehmen, wenn dazu Zeit bleibt.
    Die Wischtechnik, die Du in deiner Serie nutzt, ist natürlich nicht passiv, wie sie hier im Bild war, sondern aktiv, da Du die Kamera beim Auslösen selbst bewegtst. Die kinetische Kunst bzw. die kinetische Fotografie, die man damit auch in Verbindung bringen könnte, hatte ich unter „October Road (11)“ am Rande angesprochen.
    Was die hier angewandte leichte Kreuzschraffur der grauen Bildpartien betrifft, so ist sie so fein, dass man sie bei dieser Bildgröße eigentlich nicht wahrnimmt. Sie diente in diesem Fall allein dazu, Unebenheiten und Unregelmäßigkeiten des Fußbodens auszugleichen, so dass der Fokus wiederum auf den beiden Menschen liegen konnte und nicht durch banale Störungen abgelenkt wurde. Der Effekt sollte hier in keinem Fall dominieren.
    Wischtechnikeffekte über eine Bearbeitung als solcher scharfer Bilder finde ich zu einseitig; sie betrifft zumeist das gesamte Bild in gleicher Intensität.

    Was den Lichtkegel betrifft, in dem die beiden stehen, so war er nicht permanent vorhanden und wenn er erschien, suchte er sich die Menschen, um sie direkt zu treffen; zum Teil wanderte er auch herausfordernd in die Nähe der Kinder, die in der Eingangshalle spielten und „wartete“ regelrecht darauf, dass sie zu ihm kamen. Klar, hinter dem Schweinwerfer saß ein Techniker, der das Gerät steuerte. - Die Fotografin, die auf einer Empore stand, musste nur auf passende Gelegenheiten warten ;-).

    Was eine solch direkte oder selbstgewählte Fokussierung bewirken kann, wurde bei diesem Spiel, das mir für ein solches Museum sehr passend erschien, sehr deutlich. Im Kleinen, mit einfachen Mitteln, wurde hier alles bewirkt, was diesbezüglich auch im realen Leben möglich ist.
    Was die von Dir angesprochenen menschlichen Beziehungen in diesem Kontext betrifft, so hast Du das ganz wunderbar beschrieben. Ich könnte es nicht besser ausdrücken, deshalb möchte ich das auch einfach so stehenlassen. Danke!

    Kerstin
  • Kerstin Stolzenburg 20. November 2008, 18:10

    @Doris: Liebe Doris, danke! Das Sprichwort ist sehr schön; genau so sollte es sein, finde ich.
    Ich freue mich auch immer, wenn ich ältere Menschen sehe, die sich bewusst mit den Kindern befassen und ihnen damit etwas auf den Lebensweg mitgeben.
    Grüße. Kerstin
  • Kerstin Stolzenburg 20. November 2008, 18:09

    @Carsten: Lieber Carsten, Du hast mit deiner Vermutung gar nicht Unrecht. Und natürlich weißt Du ja auch, dass die Bilder in aller Regel nicht nur eine Ebene ansprechen. Wäre es mir hier ausschließlich um Liebe und Vertrauen zwischen Großvater und Enkel gegangen, hätte ich das Bild in die Sektion Emotionen eingestellt. Es steht aber unter „Ästhetik der Sichtbarkeit“, was dann auch bedeuten könnte, dass es symbolisch gesehen werden kann.
    In der Antwort an Erich hatte ich bereits die Inhaltsangabe des Märchens vom „Kleinen und vom Großen Klaus“ angegeben, in dem es ja durchaus sehr „geschäftstüchtig“ zugeht und ich erwähnte in dem Zusammenhang auch, dass diese Geschichte eine weitere Interpretationsebene ansprechen könnte.
    So sind denn ganz aktuell mit der Finanzkrise auch manche Bereiche der Wirtschaft in den Fokus geraten. In diesem Zusammenhang kann man die dargestellten Personen, die, wie Bringe erwähnte, abstrahiert wurden, beispielsweise auch als Mutter- und Tochterkonzern sehen. Ich spreche als Beispiel nur GM und Opel an; man kann das jedoch ganz gewiss ausweiten. Was nicht direkt im Lichtkegel steht, sieht man als normaler Bürger meist nicht. Was in diesem Kontext derzeit abläuft, ist meiner Meinung nach ganz ungeheuerlich; Vertrauen, Verlässlichkeit und ähnliche Attribute dürften da völlig fehl am Platze sein. Die Auswirkungen wird man global zu spüren bekommen - global könnte man auch den Lichtkreis sehen, in dem die „Menschen“ voneinander abhängig sind. Millionen Arbeitsplätze hängen von weiteren Entscheidungen ab, von den Milliarden im Finanzbereich, die zum Auffangen dieser Fehlentwicklung benötigt würden, ganz zu schweigen. Dimensionen, die für den Einzelnen kaum noch nachvollziehbar sind. Die dunklen Schatten, insbesondere beim „Erwachsenen“ hast Du deshalb sehr richtig gedeutet, das entspricht meinen Gedanken zum Bild durchaus. (Es wären auch weitere Ansätze möglich.)
    Gruß. Kerstin
  • Kerstin Stolzenburg 20. November 2008, 18:08

    @Bringfried: Lieber Bringe, ja, die Abstraktion und der verallgemeinernde Effekt waren mir wichtig. So kann man ein Bild, was dessen Deutung betrifft, auch für andere, als die direkt sichtbaren Bereiche nutzen.
    Gruß. Kerstin
  • Kerstin Stolzenburg 20. November 2008, 18:07

    @Adrian: Lieber Adrian, nicht alle Opis tun das ;-). Ich kenne beispielsweise einen persönlich, der ganz maßgeblichen Anteil am schulischen und menschlichen „Gelingen“ eines mir vertrauten jungen Menschen hatte :-). Natürlich gab es da auch einmal ein Eis ...
    Viele Grüße. Kerstin
  • Kerstin Stolzenburg 20. November 2008, 18:07

    @Andreas Pawlouschek: Lieber Andreas, danke! Ich finde den Ansatz, ein Bild zunächst bewusst ohne Texte und Anmerkungen zu betrachten, sehr wichtig. So kann es allein schon über die Darstellung, die Farben, die Strukturen auf einen wirken und eine Empfindung (oder keine) auslösen. Bevor ich gegebenenfalls an die Überlegungen bezüglich einer Interpretation gehe, lasse ich ein Bild auch erst ganz für sich auf mich wirken. Erst danach befasse ich mich eingehend mit einem möglichen Zusammenhang zwischen Bild, Titel und Beschreibung, die dann natürlich untrennbar mit ihm verbunden sind.
    Dass meine Bilder Empfindungen auszulösen versuchen, ist natürlich gewollt und ich freue mich, wenn das gelingt; immerhin ist man doch nur ein Hobbyfotograf. Dass sie jedoch so tief reichen können, wie Du es beschreibst, und dass sie existenzielle Fragen aufzuwerfen in der Lage sind, beeindruckt und berührt mich sehr.
    Natürlich hast Du richtig erkannt, dass ich in letzter Zeit verschiedene Dinge ausprobiere. Es ist ja das Glück und der Vorteil der Amateurfotografen, dass sie in dieser Hinsicht frei sind. Natürlich wird das, was man bezüglich der Ideen umsetzt, nicht immer auf allgemeinen Zuspruch stoßen; dessen muss man sich dabei bewusst sein, und man will das sicherlich auch gar nicht. Man tut das ja, weil man sich selbst weiterentwickeln möchte und weil es Freude macht. Wenn es dann noch diskutiert wird, ist es sehr schön.
    Viele Grüße. Kerstin
  • Kerstin Stolzenburg 20. November 2008, 8:18

    Lieber Eckhard, herzlichen Dank für deine umfangreiche Besprechung. Ich antworte Dir, wie auch auf die anderen Besprechungen, im Laufe des Tages.
    Kerstin
  • Eckhard Meineke 19. November 2008, 23:28

    Liebe Kerstin,

    die Benennung „Im Fokus“ scheint mir in mehrfacher Hinsicht für dieses Foto sehr angemessen zu sein. Zunächst betrifft sie die grundlegende Tatsache, dass es eine Voraussetzung für jedwede Aufnahme ist, dass der Fotograf ein Objekt in seinen höchstpersönlichen Fokus nimmt. Dass er auf es aufmerksam wird und dass aufgrund dieser Aufmerksamkeit überhaupt etwas „Objekt“ wird, was bei vielen anderen Leuten, vermutlich den meisten anderen Leuten, nicht Objekt wird, nie Objekt werden würde.

    Alsdann gilt es ja, das als Objekt Ausgewählte rein technisch gesehen „in den Fokus“ zu bekommen. Nun ist das in den Zeiten der automatischen Fokussierung durchaus viel leichter als zu Zeiten der manuellen Fokussierung, in der gerade Aufnahmen mit Teleobjektiv zu dem Schwierigsten gehörten, was man sich als Fotograf antun konnte. Ich erinnere mich an mein erstes Nikon f/4,5 300 mm. Es war ein sehr schweres und großes Objektiv, mit Stativschelle, und trotz der relativ großen Öffnung war es alles andere als leicht, es scharf einzustellen. Bei belebten, sich bewegenden Objekten war es eigentlich fast unmöglich. Und dazu kam, dass man das Ergebnis nicht unmittelbar nach der Aufnahme überprüfen konnte. Manche „unwiederbringliche“ Gelegenheit ging so verloren. Insoweit ist hier auch die moderne Fototechnik „im Fokus“, mit der man Aufnahmen hinbekommt, die früher so gar nicht oder nur zufällig gelangen.

    Die Wischtechnik ist eine alte Methode, Bilder herzustellen, die impressionistisch und dynamisch wirken können, Bewegung im Bild auch als leichte oder stärkere Verschiebung der Objekte zeigen. Ein weiterer Effekt kann die Symbolisierung innerer Bewegung sein. Meine Serie „October Road“ möchte fototechnisch gesehen die alten Zeiten mit den neuen verbinden. Alle Aufnahmen sind „unplugged“. Das heißt, dass hier lediglich durch Brennweite, durch Blende, durch Verschlusszeit und Bewegung die Effekte hergestellt werden, die die Bilder zeigen. Von dieser Konzeption unterscheidet sich dein Bild durch die leichte Kreuzschraffur der grauen Bildpartien. Der Effekt ist allerdings nicht so stark ausgefallen, dass die Bearbeitung über die fototechnische Grundlage dominiert. Wischtechnikeffekte ließen sich ja auch über eine Bearbeitung als solcher scharfer Bilder herstellen, wobei sich die Frage stellt, was das dann noch mit Fotografie zu tun hat. Spannender ist auf jeden Fall der Weg über die durch die dynamische Kamera hergestellten Bilder mit all seiner Zufälligkeit.

    Allgemein sagt man ja, wenn man die Formulierung, etwas sei im Fokus, gebraucht, dass etwas in das helle Licht der zumeist öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt wurde, auf das sich dann sozusagen alle Augen richten, auf das, was von den Leuten, bildlich gesprochen, in den Blick genommen wird.

    In die Aufmerksamkeit gerückt wird hier natürlich der Großvater und sein Neffe, die im hellen Licht des Scheinwerfers stehen. Dabei ist nicht ganz klar, ob die beiden selbst diesen hellen Punkt, der fest auf den Boden projiziert wurde, aufgesucht haben, oder ob derjenige, der die Lichtkegel dieser Scheinwerfer bewegte, sie in den Fokus seines Scheinwerfers gerückt hatte. Das wäre dann eine weitere Fokussierung, der der Fotograf sozusagen mit seiner Technik nur gefolgt wäre. So wie hier den Großvater und den Neffen könnte man an öffentlichen Plätzen jede Einzelperson, jedes Paar, jede Gruppe in den Fokus nehmen.

    Der Effekt ist dramatisch. Durch die Fokussierung wird der Fokussierte sogleich aus der ihn umgebenden Gruppe herausgelöst. Jemand, der vielleicht nie im öffentlichen Interesse stand, nie stehen wird, nie stehen will, ist, jedenfalls für wenige Augenblicke, Objekt der Blicke aller anderen Leute in dieser Szene. Das schafft zumeist Unbehagen und den Wunsch, dass der Scheinwerfer doch am besten gleich jemand anderes treffen möge. Außerdem blendet das Licht. Es ist ein hartes, grelles Licht, ein Schlaglicht. Nur sehr selten blüht jemand in diesem Licht auf. Die da in diesem Licht aufblühen, die sind dann im Fernsehen zu sehen, und das erklärt zum Teil die Misere dieses Mediums.

    In die Aufmerksamkeit gerückt wird zugleich, wie die beiden, Großvater und Neffe, zueinander stehen. Der Neffe, so sieht es aus, sucht beim Großvater Schutz, der Großvater beschützt dieses Kind. Das ist eine sehr menschliche, schöne Szene. Natürlich steckt hier hinter dem Schutz auch gewiss Liebe. Damit wären wir bei dem Lied von James Taylor. Dessen Quintessenz, dass man den Leuten, die man liebt, diese Liebe auch zeigen soll, sie sozusagen mit dieser Liebe überschütten soll, ist die Gegenposition zu der des Egoismus und des dummen Stolzes. Leute, die so leben, werden anderen Leuten nie soviel Gefühl vermitteln können, dass aus Nebeneinander Freundschaft und mehr als das werden könnte. Zugleich aber werden sie auch nicht das von anderen Menschen empfangen können, was sie doch eigentlich brauchen, eben mehr als beziehungsloses Nebeneinander, sondern eben eine menschliche Zuwendung, wie immer diese aussieht. Man kann weglaufen, aber man kann sich nicht vor sich selbst verstecken. Vielleicht können manche auch gar nicht lieben.

    Menschliche Beziehungen, die über das bloße Nebeneinander oder gar Gegeneinander hinausgehen, werden gerne mit sprachlichen Bildern bezeichnet, in denen die Wörter „Wärme“ oder aber auch „Licht“ vorkommen. Zum Teil mag das mit der biblischen Metaphorik zusammenhängen, in der Jesus als das „Licht dieser Welt“ bezeichnet wird. Da wir in der christlichen Ethik unsere Mitmenschen als Geschöpfe Gottes betrachten, ebenso wie natürlich auch uns selbst, folgt daraus der Auftrag, dass wir diese Liebe Gottes zu den Menschen, der ihnen das Licht der Welt geschenkt hat, auch untereinander schenken sollen. Wir sollen also für Andere nach unserem Vermögen das Licht sein, das es sinnvoll macht, in dieser Welt zu leben. Wenn wir das tun, indem wir das Licht Gottes weitergeben, ist das ein Licht, das diesen anderen Menschen für uns aus der Gemeinschaft heraushebt, ohne ihn aus der Gemeinschaft herauszulösen. Es ist ein Licht, das den Einzelnen von innen erleuchtet, aber nicht von außen blendet. So ist uns unser Nächster im Fokus, aber nicht im Schlaglicht.

    Eckhard
  • Renate Bonow 19. November 2008, 21:59

    da drehen sich zwei. der kleine lernst durch den halt des großen zu vertrauen...bevor er alleine losläuft...
    ich liebe solche geschichten_erzähl_bilder, liebe kerstin.
    lg renate

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