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Was ist neu?

Bär Tig


Pro Mitglied, Im Todesstern am Rhein

Americana: odc

Mein Nachbar ist Methodistenpfarrer. Bisher hat er bei der Asbury United Methodist Church in Madison, Alabama gewirkt - die beschäftigen über 60 Leute in Vollzeitjobs, darunter ein halbes Dutzend Pastoren, die sich um die Mitglieder (einige Tausend ...) und die diversen Nebentätigkeiten (darunter ein florierender Second-Hand Laden, der von gutmeinenden Zeitgenossen gespendete Dinge des täglichen Lebens weiter verkauft) kümmern. Seit kurzen aber ist er dort nicht mehr beschäftigt - er hat sich selbständig gemacht. Heute, am Ostersonntag, ist der erste offizielle Gottesdienst seiner neuen Kirche - die er "One Direction Community" nennt. Da die Gemeinde noch klein ist - ein Bild auf facebook lässt auf höchstens 15 Schäfchen schließen - und somit wenig Geld herein kommt, ist noch keine permanente "Kirche" (Hinweis: nicht an ein Gebäude mit spitzem Turm denken, hier tut es auch ein Container ...) vorhanden. Also hat er kurzerhand seine Garage ausgeräumt, ein paar Bänke hin gestellt, drei Kreuze gezimmert und in den Vorgarten gepflanzt, das BBQ angefeuert, und Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt. In denen wird zum Ostergottesdienst eingeladen, wobei ausdrücklich darauf hin gewiesen wird dass Essen (BBQ ...) und Trinken (Sweet Tea ...) bereit gestellt wird und man nur alkoholische Getränke selber mit bringen muss.
Der gute Pastor, der das auf dem zweiten Bildungsweg gelernt hat nachdem er in seinem eigentlichen Beruf (irgendetwas Handwerkliches ... kann mich nicht mehr so genau daran erinnern) nicht voran gekommen ist, fühlte sich irgendwie schon immer zu Höherem berufen. Als er hier vor gut zwei Jahren eingezogen ist, hat er uns bei einem Gespräch "übern Zaun" erklärt, dass sein Ziel sei eine eigene Kirche zu gründen. Nun denn, zwei Jahre lang hat er in Asbury Kontakte geknüpft und Leute kennen gelernt - und jetzt ist es endlich soweit: Er ist der Herrscher über seine eigene Herde! Und die wird dann schön geschoren um ihm ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Aber schon jetzt hat er weiterführende Pläne; das Motto seiner neuen Kirche ist (frei übersetzt, vom Flugblatt das ich vorgestern in meinem Briefkasten gefunden habe): "Eine radikale Gemeinschaft, konzentriert auf die Herrschaft von Jesus Christus, ermächtigt durch den Heiligen Geist, die auf die Missionsarbeit in Madison, Alabama, die umliegenden Gegenden und andere Nationen fokussiert und ausgerichtet ist." Heute mein Vorgarten, morgen die ganze Welt, sozusagen.
In diesem Sinne - Frohe Ostern!

Kommentare 5

  • Joachim Irelandeddie 24. September 2015, 21:28

    Was es da so alles gibt, ist ja auch merkwürdig. In den Glaubensfragen kann da scheinbar jeder seine Kirche gründen.

    lg eddie
  • RA Photographie 21. Mai 2014, 11:41

    sehr spannende Reportage....
    ...wie war das mit der Glaubensfreiheit?, ich erspare mir jeden Kommentar!

    VG Roland
  • Rheinbild 20. April 2014, 19:49

    Na dann, Heil Herrgott...Mir ist ja klar das es damals Massen von religiös verwirrten und verfolgten über den Teich gemacht haben. Aber das sich das bis heute gehalten hat ist schon erstaunlich.
    Aber ein wenig lieblos sehen die Dachlattenkreuze schon aus. Ich würde sagen, dünnes Eis, Herr Pfarrer, dein Verein hat damals schon Leute wegen weniger verbrannt :-) So eine Herabsetzung des Erlösers Kreuztod an diesem Datum könnte man glatt als Blasphemie werten.
    LG
    Rheinbild
  • sisley 20. April 2014, 16:58

    na hoffentlich ist das nicht zu ansteckend ;-)
    lg sisley

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Ordner Americana
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Objektiv E 16-70mm F4 ZA OSS
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Belichtungszeit 1/250
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