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Henry Fuchs


World Mitglied, Berlin

Nat Phwe...

...Geisterfest...
Es war Mittags als wir einem Tipp eines Einheimischen folgend ein abgelegenes Kloster in Bago besuchten. Ein Nat Phwe, ein Geisterfest solle dort gerade stattfinden, gechartert von einer Familie die Kontakt mit dem verstorbenen Vater aufnehmen wollte. Man lud uns ein dem Treiben zuzuschauen; eine Kakophonie von Musik gemischt mit wilden Tanz betrunkener Transvestiten und Ritualen die mir völlig fremd, somit aber besonders faszinierend vorkamen.
Der Geisterglauben ist weit verbreitet in Südostasien, doch nirgends wird er wohl ernster genommen als in Myanmar. 37 Hauptgeister gibt es, einer davon ist der Bagonat. Wenn eine Familie Kontakt zum Verstorbenen aufnehmen möchte benötigt sie vor allem Geld. Musikkappelle, Mönch, ein Raum, am besten in einer Pagode, und die unerlässlichen Transvestiten kosten ihren Sold. Da der Transvestit weder männlich noch weiblich ist sondern ein Zwitterwesen darstellt ist es dem geschlechtslosen Nat möglich in das Medium,also dem Transvestiten einzudringen, wobei dieser wierderum den Kontakt zu den Lebenden herstellt. Der verstorbene scheint besonders gern getrunken und geraucht zu haben, jedenfalls waren alle Transen heiterster Stimmung, und wir bald später auch...
Ein Nat Phwe kann mehrere Tage gehen und man braucht schon viel Sitzfleisch, eine hohe Auffassungsgabe und lärmgewöhnte Ohren, kurz einen wachen Sinn um dem Schauspiel in der der Gastreundschaft gebührender Länge beizuwohnen...
Bago, Myanmar 2007

P.S.: Sorry wegen der Quali, es war dunkel, hektisch und durch die Fenster fiel die sengende Mittagshitze rein...

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