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Martin Rosie


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Erwies sich die Wirklichkeit nicht stets als flüchtig? Waren wir nicht beständig damit beschäftigt, hoffnungslos grobmaschige Netze auszuwerfen, sie immer wieder einzufangen? Einmal hatte ich so lange auf dem Boden gekniet, dass meine Füße taub wurden. Als ich versuchte aufzustehen, fiel ich einfach wieder hin, wie irgendeine Sache, wehrlos. Meine Füße hatten keine Antwort mehr vom Boden erhalten. Seitdem war mir klar: Die Kinder haben Recht, wenn sie ihre Felder für Himmel und Hölle mit Kreide auf den Gehweg zeichnen. Der Fuß braucht ein Raster, einen sicheren Boden, von dem er Reaktion erwarten darf, denn stets lauert daneben die totale Bodenlosigkeit, ein Abgrund, den wir nur deswegen nicht so nennen, weil er nirgendwo aufhört. Durch ein verdächtig großes Loch entfloh die Gesuchte erneut. Ich hörte aus der Ferne ihr höhnendes Lachen.

Kommentare 1

  • I Digilog I 22. Oktober 2017, 12:25

    Sehr fein gelichtet, mein Herr. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Weltsichtbarkeit. Geschichtet schön.

    Ebenso auch sehr fein gedichtet. Oder wieder geschichtet? Gut für Fußsensitive, in jedem Falle.

    Als Gesamtverschichtelichtung ein schönes Beispiel der angewandten Philosophie hier: Der Weg zur Baumfußwurzel mag zwar im Bilde noch verborgen sein, im Geiste aber sitzt das Werk doch schon mitten im Geflecht zwischen Deleuze und Guattari, scheint es mir. Jahreszeitlich angepasste Lektüre...

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