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Peter Baumung


kostenloses Benutzerkonto, Karlsruhe

Milchstraße

[Canon 300D, 22.4mm (KB), 11x30s, f2.8, ISO 800]

Aufgenommen im September 2004 in Südfrankreich: 11 Bilder (à 30s) von einem einfachen Stativ aufgenommen, die Erdrotation mit Hugin bzw. den Panotools rausgerechnet und in Gimp gestackt. Gut zu sehen ist M31 (links) und natürlich die Lichtverschmutzung :-( Ach ja, das Bild ist horizontal gespiegelt ;-)

Milchstraße II
Milchstraße II
Peter Baumung

Kommentare 19

  • Laney5569 14. November 2009, 1:02

    wow dein tutorial ist echt der wahnsinn!
    das ermöglicht einen ja ganz neue dimensionen!
    vielen dank dafür.

    eine frage noch:
    wenn ich die ebenen überlagere, ist der ebenenmodus immer auf "normal" gestellt?
    hab mal ein foto bei bewölktem himmel gemacht,kanns leider noch nicht in der fotocommunity hochladen.

    http://www.flickr.com/photos/hansel5569/4101912754/sizes/o/

    gruß
  • Bertram Landua 25. November 2005, 20:37

    Super!! Ein ganz neues Terrain für mich.
    Ganz toll, daß Du hier auch die Vorgehensweise so gut beschrieben hast!
    Tolle Arbeit und vielen Dank.

    LG Bertram
  • Tomi Vogt 20. Oktober 2005, 13:00

    Erst heute deine Anleitung gelesen....
    Toll ! Danke !!
    Das werde ich wohl bei Gelegenheit mal ausprobieren.
    Der Motivarme Winter kommt gerade..... ;-)
  • Roger Anderegg 18. Oktober 2005, 0:40

    Und dieses Foto mit der Milchstrasse, ist eben so faszinierent.

    Gruss Roger
  • Karsten Schöck 1. September 2005, 22:37

    Mensch!
    so ein tolles Bild und das einfach nur mit ner normalen SLR ohne groß Zubehör! Tja das Universum fasziniert immer wieder.
    Vielen Dank für die Anleitung, ich werde es vll auch mal versuchen. Mal sehen ob es hier im Gäu dazu dunkel genug ist (hellrot bis gelb ...) ;)

    Gruß, Karsten
  • Peter Baumung 8. Juni 2005, 21:40

    @heiko: ja, das war auch arbeit... arbeit, die aber spass macht ;-) und wenn man ein teleskop zum fotografieren verwenden will, ist eine nachführung pflicht. die technik, wie ich sie bei obigem bild betrieben habe, ist nur bei weitwinkelaufnahmen sinnvoll.. :-(

    peter
  • Heiko Williams 8. Juni 2005, 0:06

    Geniales Bild und ebensolche Beschreibung! Das klingt aber wirklich nach Arbeit. Ich überlege seit langem, ob ich mir bei Gelegenheit ein Meade ETX-125AT 5.0"/125mm Maksutov-Cassegrain Telescope (inkl. Nachführung) kaufen soll. Hatte früher schon einmal ein einfaches Teleskop, womit man aber nur den Mond und einige Planeten ansehen konnte..
    Gruß Heiko
  • Stefan Zimmermann 29. April 2005, 21:20

    Oh je da gibt es ja nicht sehr viel wo man Sterne fotografieren könnte.

    Das stimmt mit der Auflösung von schwachen Licht. Hääte ich auch drauf kommen können.

    Au Ja bitte das Teleskop rausholen. Ich komme Dich besuchen und bring Chip´s und Getränke mit :-)
    Mich interessiert das Thema schon lange. Nur aber wegen ein paar Fotos im Jahr so eine große Ausrüstung dazu zu kaufen lohnt sich bei mir nicht.
    Aber reizen würde mich es schon.

    Danke nochmals fürs erklären.
    Stefan
  • Peter Baumung 29. April 2005, 20:51

    @stefan: danke! hat auch etwas gedauert, das zu schreiben :-)

    im prinzip hätte ich glaub sogar noch etwas länger belichten können, da die sterne wirklich nur minimale bahnen gezogen haben. nur hatte ich mir damals noch nicht meinen kabel-auslöser gelötet, so dass ich nur 30s belichten konnte.

    und 120 bilder bei iso100? weiss nicht, ob das etwas bringen würde... da wären 30s glaub _definitiv_ zu kurz. selbst bei den 12bit-RAWs würde da vermutlich nur so wenig information eingefangen werden, dass die schwachen kontraste der milchstraße nicht mehr aufgelöst werden und details dann einfach verschwinden würden. iso100 macht wohl erst bei 4 oder 5 minuten sinn, aber dann logischerweise mit nachführung. wird zeit, dass ich das teleskop aus dem keller hole!! :-)

    oh, und zur lichtverschmutzung: von hier aus muss man wohl doch ein ganzes stück fahren... siehe
    http://www.schmid-koenig.de/astro/misc/LichtverschmutzungDtld.jpg

    gruß,
    peter
  • Stefan Zimmermann 29. April 2005, 20:36

    Klasse Anleitung!!!!

    Das wäre doch auch etwas für dem Info Bereich der FC.
    Das man 30 Selunde pro Bild belichten kann hätte ich nicht gedacht.

    Was wäre wenn man das gleiche mit Iso100 durchführt dafür aber 120 Fotos benutzt? Müsste glaube auch gehen. Mit einem Timer Auslöser würde das automatisch funktionieren.

    Schade das mir kein Ort bekannt ist wo das gut gehen würde. (Lichtverschmutzung)

    Grüße
    Stefan
  • Viktor Hazilov 28. April 2005, 14:55

    sehr schönes bild
  • C. E. 27. April 2005, 22:45

    *Rauskopier und abheft*
    Klasse, vielen Dank für die ausführliche Erläuterung!

    Christoph
  • Peter Baumung 27. April 2005, 22:26

    weil es offensichtlich doch einige interessiert, poste ich mal eine etwas genauere anleitung, wie ich zu diesem bild gekommen bin :-) im wesentlichen sind es drei schritte:

    1. die einzelbilder aufnehmen. wie gesagt: dazu reicht ein normales stativ (also ganz ohne nachführung). voraussetzung für die aufnahmen ist dann allerdings, dass die belichtungszeit relativ kurz gehalten wird, weil sonst die sterne schon anfangen, bahnen zu ziehen. welche belichtungszeit gewählt werden darf, hängt natürlich von der eingestellten brennweite ab! je länger die brennweite, desto eher ziehen die sterne bahnen. d.h. bei langer brennweite nur kurz belichten. für mein obiges bild habe ich das sigma 14mm f2.8 EX an meiner eos 300d verwendet, also bei umgerechnet 22.4mm im kleinbildformat. belichtungszeit war bei mir auf 30s gestellt und hat sehr gut funktioniert. nach norden (richtung polarstern) fotografieren bringt natürlich auch noch eine verbesserung. über blendenwert und ISO-einstellung kann man streiten. tatsache ist, dass man es sich (meiner meinung nach) bei der kurzen belichtungszeit nicht erlauben kann, die blende zu schließen, um die abbildungsleistung des objektivs zu verbessern. blende bei mir also 2.8. bei ISO400 war das bild immer noch recht dunkel... höher also ISO800 wollte ich dann aber doch nicht gehen. hat so schon genug gerauscht :-( von diesen bildern schießt man dann ca. ein dutzend stück. warum überhaupt mehrere bilder schießen? bei 30s belichtungszeit ist eine einzelne aufnahme immer noch viel zu dunkel, so dass die helligkeit hinterher in einem bildbearbeitungsprogramm deutlich hochzogen werden muss. damit verstärkt man allerdings auch das rauschen der kamera auf ein nicht mehr akzeptables maß. schießt man jedoch mehrere bilder, kann man durch mittelung der farbwerte das rauschen beträchtlich reduzieren! und wieviel bilder sollte man dann schießen? im prinzip: je mehr, desto besser... spätestens beim 12. bild (ist dann auch schon eine belichtungszeit von 6 minuten) merkt man beim mitteln aber kaum noch einen unterschied, insofern kann man sich die arbeit dann sparen. das mitteln der bilder ist aber erst der 3. schritt. davor ist noch etwas anderes notwendig:

    2. die einzelbilder entzerren (aka. "die erdrotation rausrechnen", vermutlich der arbeitsschritt mit dem größten aufwand). während die belichtungszeit von 30s kurz genug ist, damit die sterne innerhalb von einer aufnahme keine bahnen ziehen, hat sich spätestens nach der zweiten aufnahme die erde so sehr weitergedreht, dass die aufnahmen nicht mehr übereinander passen und also auch nicht gemittelt werden können. um das wieder hinzubiegen, habe ich mich meiner lieblings panorama-software bedient: hugin (http://hugin.sourceforge.net/) und den panotools (sind auf der hugin-seite verlinkt). wenn ich schon mal dabei bin, hier noch eine kurze einführung in die panorama-erstellung ;-) panorama-bilder wie z.b.
    Les Menuires (+ Liftanlage) bei Nacht
    Les Menuires (+ Liftanlage) bei Nacht
    Peter Baumung
    entstehen, indem mehrere aufnahmen gemacht und links bzw. rechts aneinander geklebt werden. in 99% der fälle passen die bilder jedoch nicht richtig aneinander, weil objektive bilder zum rand hin nunmal verzerren. damit die panorama-software die bilder aneinander kleben kann, müssen diese also zunächst entzerrt werden. und um das tun zu können, müssen sich die einzelnen teilbilder überlappen. innerhalb dieser überlappungen sucht die software nach gleichen merkmalen: merkmale, die also in zwei bildern enthalten sind. richtig entzerrt (und "aneinander klebbar") sind die bilder dann, wenn die merkmale aus dem einen bild genau auf die merkmale des anderen bild fallen. genau diese funktion habe ich zur entzerrung meines nachthimmels verwendet. bei meinen aufnahmen überlappen sich die einzelnen aufnahmen jedoch zu 95% oder mehr, entgegen den 20-30% bei normalen panoramen. wie bei jedem von mir gebastelten panorama habe ich die merkmale (die während der entzerrung übereinandergebracht werden sollen) von hand rausgesucht und in diesem fall natürlich gut sichtbare sterne gewählt. ca. 6 sterne pro bild, die ziemlich gleichmäßig über das bild verstreut sind. vor der entzerrung muss man der software natürlich sagen, dass sie daraus kein fertiges panorama bauen, sondern die einzelbilder lediglich entzerren und wieder abspeichern soll. als software habe ich wie gesagt hugin verwendet. mit anderer panorama-software habe ich keine erfahrung (hugin brachte entgegen dem aktuellen c't-test bei mir immer erstklassige ergebnisse) und kann deswegen auch nicht viel dazu sagen.

    3. das mitteln (bzw. "stacken") der einzelbilder. nachdem die bilder nun 1a übereinander passen (bei mir war der pixelfehler erstaunlicherweise < 0.3 pixel) lädt man sie in einem x-beliebigen bildbearbeitungsprogramm, das ebenen unterstützt... wie etwa gimp oder photoshop. jedes einzelbild in eine eigene ebene (frisst viel speicher!). gemittelt werden die bilder nun, indem die transparenz der ebenen modifiziert wird. gimp (ps vermutlich auch) hat dafür im ebenendialog einen entsprechenden schieberegler "opacity". das einstellen ist ganz einfach: die unterste ebene auf 100% (0% durchsichtig), die ebene drüber auf 50% (50% durchsichtig), die darüber auf 33.3% (66.6% durchsichtig), ... oder allgemein: die n-te ebene von unten auf (100.0 / n) ;-) wenn man soweit ist, kann man sich daran machen, die helligkeit der einzelnen ebenen mit einer entsprechenden gradationskurve zu erhöhen. dabei kann man ruhig relativ agressive werte nehmen. meine kurve hatte z.b. die stützstellen (0, 0), (40, 35), (100, 220) und (255, 255). so verrauscht eine einzelne ebene dadurch auch wird: beim mitteln wird das stark reduziert. hinterher kann man natürlich auch noch fleissig nachbearbeiten: de-noise, schärfen, ...

    im prinzip wär's das :-) es klingt nach viel arbeit. ist es auch. und es macht unheimlichen spaß! dass aber alles viel weniger kompliziert ist, als man auf anhieb denken mag, sieht man an meinem bild: war mein zweiter versuch, ein solches bild zu erstellen. dabei ist der erste keineswegs missglückt: der bestand aber lediglich aus 4 bildern bei ISO400... und das war dann doch etwas knapp!

    so, mal schaun, ob die FC so ein monster-posting zulässt... ich wünsche jedenfalls viel spaß, geduld und erfolg beim tüfteln! und für fragen bin ich natürlich immer zu haben! :-)

    grüßle,
    peter

    ps: profis verwenden dafür viel ausgeklügeltere software, die z.b. schritt 2 und 3 in einem programm vereint: iris (http://www.astrosurf.org/buil/us/iris/iris.htm). bin allerdings selbst noch nicht dazu gekommen, das mal auszuprobieren.
  • C. E. 27. April 2005, 18:11

    Bitte mich auch mal für´s Tutorial vormerken, mich würde interessieren, wie das mit dem Stacken funktioniert.

    Wenn also mal Zeit ist...
    Schönen Dank schonmal!
    Christoph
  • Olaf Adler 26. April 2005, 7:50

    Hallo Peter,

    wunderschöne Aufnahme, zum schwelgen schön.

    Grüße

    Olaf