Diesellok mit Düsentriebwerk

Diesellok mit Düsentriebwerk

7.113 15

Dirk Leismann


Premium (Basic), Niederkassel-Rheidt

Diesellok mit Düsentriebwerk

Das es im Osten schon immer pragmatische Lösungen für technische Herausforderungen gegeben hat, wird auch an diesem Beispiel deutlich.

Auf dem Vorderteil der Diesellok wurde ein ausgedientes Triebwerk eines MIG 17 Jagdbombers montiert. Das Triebwerk wurde dann in Betrieb genommen, um im Winter mit seinem 700 Grad heissen Abgasstrahl zugefrorene Weichen zu enteisen.

Gesehen und fotografiert mit Dynax 7D auf dem Gelände der alten Brikettfabrik im Bergbaumuseum in Knappenrode in der Nähe von Hoyerswerda.

PS: Die Lok ist nicht mehr in Betrieb.

Kommentare 15

  • Casubon 31. Oktober 2011, 15:25

    Hallo,

    die Typenbezeichnung so sicher zu benennen ist schwierig, da so ein Triebwerk oft nur einen Winter gehalten hat. Es kamen auf diesem ATG sowohl das RD-45 als auch WK-1 Triebwerke zum Einsatz. Beides konnte in der Halterung verbaut werden. Es gab auch eine zeitlang ein richtiges Schubrohr, je nachdem was gerade vorhanden war.

    Auch richtig, das Triebwerk konnte bewegt werden, sowohl vertikal, als auch horizontal.

    Genutzt wurde dafür die ehemalige Steuerhydraulik des Flugzeuges, heißt die Hydraulikpumpe am Triebwerk. Sobald das Triebwerk lief konnten es bewegt werden.

    Was nicht zu vergessen ist, der Verschleiß der Triebwerke war enorm. Im Einsatz stand das Triebwerk im Normalfall immer weit nach unten geneigt, was einem permanenten Steigflug entsprach. Dabei lief das Getriebeöl aus und, sofern man nicht aufpasste liefen die Lager trocken. Oft hielten die ohnehin schon sehr alten Triebwerke nur einen Winter.

    Die Drosselklappe wurde bei dem Gerät sehr kreativ angesteuert. Man nutzte Trimmmotoren aus den Tragflächen und konnte somit elektrisch das Triebwerk beschleunigen oder drosseln. Funktionierte nicht immer punktgenau, war aber wesentlich weniger störanfällig wie die Konstruktion mit den Seilzügen bei anderen Auftaugeräten.

  • DDA 27. Juli 2011, 15:14

    Wenn dies ein RD-45 ist, dann war es aber nicht mehr in der MiG-17 eingebaut! Aber egal..

    Es ist schön, daß ich dieses seltene Stück hier auch in hervorragender Qualität zu sehen bekomme. Danke!

    Nur, und diese Frage geht an meinen Vorgänger beim Kommentieren, müßte der Luftstrahl nicht wenigstens noch nach unten umgelenkt werden? War dazu das Triebwerk schenkbar befestigt oder wurde die ausströmende Heißluft durch Rohre/Bleche o.ä. umgelenkt?
  • Casubon 3. Dezember 2010, 8:51

    Moin,

    Ich möchte euch ja nicht enttäuschen, aber so dramatisch wie man denkt war das Ding nun wirklich nicht.

    Das Teil gehörte zur Werkbahn BKW Welzow, hatte den netten Namen ATG-1 und wurde mit einem RD-45 Triebwerk betrieben. Urspünglich war da noch ein Kesselwagen mit T1 (Kerosin) davor, aber die Menge war unnötig. Daher dann der kleinere Tank.

    Nun zur Bedienung, wenn man richtig hinsieht fehlt das Schubrohr, damit fehlte der eigentlich Schub. Selbst unter Volllast konnte eine normale V22 (die kleine blaue Lok auf dem Bild) das ATG problemlos vor und zurück bewegen. Es war sehr laut, aber den vermuteten Feuerstrahl gab es nicht.

    Ich sollte es wissen, habe den Hobel 5 Jahre bedient und bis zur Ausmusterung gewartet ;-) .
  • Ritschie Keim 12. Dezember 2007, 22:07

    Das ist ja ein Teil, so ein Teil hab ich auch noch nicht gesehen.............geschweige gehört.Schön festgehalten.
    Vg
    Ritschie
  • Volker Thalhäuser 3. Dezember 2007, 16:51

    Das ist ja ein Teil, Die Turbine müßte man nur zur Traktion nutzen können
  • Axel I 11. Oktober 2007, 16:06

    Ich schrieb "hatte" - also Vergangenheit.
  • Eurocity 11. Oktober 2007, 15:21

    @Axel Kießhauer:

    Wie kann ein Wagen eine Anfahrzugkraft haben. Die Dinger sind doch in der Regel antriebslos. Sonst wäre es ein Triebwagen.
  • Helga Heinz 11. Oktober 2007, 12:36

    Eine ganz klasse Aufnahme....gefällt mir richtig gut!!!
    Liebe Grüße
    Helga
  • Axel I 10. Oktober 2007, 22:44

    Also, wenn ich richtig gelesen und umgerechnet habe, dann erzeugt das Triebwerk einen Schub von etwa 20 kN - die Lok selbst hatte eine Anfahrkraft von 100 kN. Die stört das Triebwerk eher weniger.
  • Dirk Leismann 10. Oktober 2007, 21:18

    @Eurocity: Ich möchte sogar wissen, ob die Lok sich nach hinten bewegt, wenn die Bremse ANGEZOGEN ist.

    Ohne Bremse könnte er die Lok wohl als Dienstfahrzeug von Daniel Düsentrieb nutzen.
  • Eurocity 10. Oktober 2007, 20:42

    Bei dem Gefährt handelt es sich um den aus Werklok T 334.0616 umgebauten Wagen 15 der ehemaligen LAUBAG. Würde gerne wissen was passiert wenn der Bediener das Teil nicht anbremst bevor er das Triebwerk startet.
  • Dirk Leismann 10. Oktober 2007, 17:23

    Ich selbst hätte die Lok auch mal gerne in Aktion gesehen. Das wäre sicherlich ein Schauspiel gewesen.

    Wenn das Düsentriebwerk in Aktion ist, muss die Lok ja mit ihrem normalen Motor gegen den Schub des Triebwerks arbeiten damit die Lok nicht von der zu enteisenden Weiche weggedrückt wird. Deswegen wird das m.E. eine Aktion in Zeitlupe sein.

    Dirk
  • Eurocity 10. Oktober 2007, 16:55

    Wäre interessant ob das Triebwerk genug Schub entwickelt um die Fuhre auf Vmax zu bringen.
  • Axel I 10. Oktober 2007, 15:48

    Damit war die kleine Lok sicher die lauteste Lok in der DDR ;-)

    Solides Foto mit guter Erläuterung.
  • Steffen°Conrad 10. Oktober 2007, 15:47

    Ja OSSI schlau und listig-
    derartiges hab ich auch schon als Flugfeldeisschmelzer (NVA) gesehen, bzw auf Fahrgestell T55 zum Feueraus"blasen"...(Ungarn)
    Vg St.
    ( mich hät nur mal echt interressiert- wie schnell wird so ne Lok damit ;o) )