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Jörg Tillmann


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Hedschasbahn im Wadi Rum

Jeder gläubige Moslem soll einmal in seinem Leben nach Mekka pilgern. Auf Arabisch heißt diese Pilgerfahrt Haddsch. Der Haddsch war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschwerlich und nicht selten auch gefährlich. Neben Kairo war Damaskus ein Startpunkt, von wo aus die Karawanen der Gläubigen bis zu 40 Tage durch die Wüste nach Mekka zogen. Nicht nur die Karawanenführer verdienten gutes Geld, auch räuberische Beduinenstämme ließen sich Schutzgeld zahlen oder raubten die Karawanen aus.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschlossen die Türken den Bau einer Eisenbahnstrecke von Damaskus nach Mekka. Dadurch sollte nicht nur die Reisezeit für die Pilger verkürzt, sondern auch die Gefahr von Überfällen minimiert werden.

Die Beduinen, die seit Generationen vom Führen oder Überfallen von Karawanen lebten, fanden das überhaupt nicht lustig. Für sie brach eine wichtige Einkommensquelle weg. Diese Unzufriedenheit der Wüstensöhne machte sich der britische Offizier T. E. Lawrence zunutze, denn die Bahn diente nicht nur dem Transport von Pilgern und Waren, sondern vor allem auch dem Transport von Truppen und schweren Waffen.

Während der arabsichen Revolte im Ersten Weltkrieg verübten Lawrence und seine arabischen Mitstreiter zahlreiche Anschläge auf die Hedschasbahn. Zum Ende des Krieges war die Hedschasstrecke nur noch in Abschnitten zu befahren und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Ein Teilstück ist die sogenannte Aqababahn, die erst 1975 fertiggestellt wurde. Auf dieser Strecke verkehren hauptsächlich Güterzüge zwischen den Phosphatgruben nördlich des Wadi Rum und dem Hafen von Aqaba. Im Wadi Rum steht ein alter Zug der Hedschasbahn aus der Zeit der arabischen Revolte, ganz stilecht mit Sandsäcken, Maschinengewehr und der Fahne des Osmanischen Reiches auf einem Flachwagen. Mit diesem Zug werden regelmäßig Erlebnisfahrten für Touristen veranstaltet, Beduinenüberfall und Frauenraub inklusive.

Leica M6, Leica Summicron-M 2/35mm, Fuji Velvia 50

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