Die Krämerbrücke Erfurt

Die Krämerbrücke Erfurt

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Roland Lubiger


Premium (World), Dresden

Die Krämerbrücke Erfurt

3. November 2011
"Ein Stadtteil auf der Brücke"

Dieses interessanteste Profanbauwerk Erfurts, wurde zunächst aus Holz und 1325 aus Stein errichtet.
Auf den sechs Brückenbögen standen ursprünglich 62 schmale Häuser, die inzwischen auf 32 zusammengefaßt wurden.

8. - 11. Jahrhundert
vermutlich schon erste hölzerne Brückenbauten über die Gera (“erph”) bei alter, namensgebender Furt des germanisch-slawischen, karolingischen Grenzhandelsplatzes “erphesfurt”
1110
urkundliche Erwähnung der “capella Sti. Aegidii” (Beyer Urk. B.I 10) am Brückenost- zugang (vermutlich zeitgleich die Benedigktikapelle am Westzugang)00
1124 bzw. 1177
vom Blitzeinschlag “die beyden Kirchen sampt der Gassen bis aufs Rathaus in die Asche” gelegt (Liber manuscript 27a)
1156
urkundliche Bezeichnung “pons rerum venalium” anläßlich der Wiederherstellung von zwei Läden oder Krambuden (tabernae)
1175, 1178, 1213,1222, 1245 und in der Folgezeit
immer wieder Brandzerstörungen
1265 und noch 1293
nach Brand der Ägidienkapelle betreibt der Rat zu Erfurt den Erwerb der Brückenrechte von verschiedenen Klöstern, um die oft abgebrannte hölzerne Krämerbrücke durch eine steinerne zu ersetzen
1325
ist die Steinbrücke vollendet (Cronica S.Petri Erford. Mod. S. 357), sind auch massiv erneuert die beiden Kirchen an den Brückenköpfen; St. Ägidien wird dem “Schottenkloster” inkorporiert
1327
im Erdgeschoß der Ägidienkirche drei Läden, ein weiterer im gewölbten Turmerdgeschoß eingerichtet; der Spitzhelm 1392 aufgesetzt; Kirchenschauseite mit Erker in der zweiten Hälfte des 15. Jh. verändert
1374
wird in der Benediktikirche die gewölbte Erdgeschoßhalle mit Verkaufsständen der Bockledergerber brandzerstört
1391
Errichtung der überdachten “Mühlstege” südlich der Brücke
1472
großer Stadtbrand, dabei St. Benedikt mit erfaßt, die stark betroffene Brücke wird von den Krämern verlassen
bis 1486
Brückeninstandsetzung mit Verbreiterung der alten Steinbrücke durch Vorlagen und Sprengwerk, Erneuerung der Fachwerkhäuser zu besserer Bewohnbarkeit und Rückkehr der Brückenkrämer
1510
die verdeutschte Bezeichnung “Krämerbrücke” spätenstens gebräuchlich
1525
wird mit der Reformation in der Ägidienkirche der Gottesdienst eingestellt und der Gemeinde die Kaufmannskirche zugewiesen
1582
Dach und obere Westgiebelwand der Ägidienkirche zerstört, bis 1609 wiederhergestellt; 1618 die Kirche im Eigentum der Kaufmännerkirchgemeinde
im 16./17./18.Jh.
werden Grundstücke bzw. Häuser auf der Brücke zusammengelegt und gehen immer mehr an Handwerker über
1810
die Benediktikirche in Privatbesitz, teilweise abgetragen, überbaut; 1896 totaler Abbruch zugunsten der daneben geplanten “Rathausbrücke”
1816
endgültige Sperrung der Krämerbrücke für schweren Lastfuhrverkehr
1827
wird nach der Benediktikirche auch die Ägidienkirche von einem Kaufmann erworben, in ein Wohn- und Geschäftshaus verwandelt; der Glockenturm bleibt im Besitz der Kaufmannskirche
1855
brandzerstört die fünf Häuser Nr.23-27, daneben vereinfacht wiederaufgebaut
1895
scheitert der geplante Abbruch der Krämerbrücke aus Kostengründen und städtebaulichen Überlegungen
1898
entsteht nach Abbruch der Mühlengebäude und “Mühlstege” die südlich parallel verlaufende “Rathausbrücke” als neue Verkehrsverbindung zwischen Wenige Markt und Benediktiplatz
nach 1945
unter anderem Wiederaufbau der kriegszerstörten Häuser Nr.12-14, Herrichtung der Ägidienkirche für die Evangelisch-methodistische Freikirche
60er/70er/80er Jahre
außer Instandsetzungen an der Brückenkonstruktion erfolgen umfangreiche Haussanierungen und Fassadenwiederherstellungen
1985/86
Reparatur, Verstärkung und Teilerneuerung des besonders schadhaften Mittelbereichs der Brückengewölbe mit neuem Straßenaufbau (Dokumentation im Tiefbauamt)
vor und nach 1989/90
entsprechend den Möglichkeiten werden die systematischen Bemühungen um Brücken- konstruktion, Hochbau und Nutzungscharakter fortgesetzt; das alljährliche “Krämer- brückenfest” im Juni wird eingeführt
1996
Errichtung verschiedener Formen “Stiftung Krämerbrücke” zur Unterstützung der Bauerhaltung, der Bewohnerinteressen und angemessenen Nutzungsentwicklung
Quelle:http://www.kraemerbruecke.de/
http://www.qype.com/place/104849-Kraemerbruecke-Erfurt

Weihnachtsmarkt in Erfurt/ Thüringen
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Roland Lubiger

http://www.lubiger-weltsichten.de/

Kommentare 1

  • barthel65 6. Mai 2012, 23:30

    Ich kenne die Krämerbrücke seit meiner Kindheit, aber diese Perspektive ist mir völlig neu. Gefällt mir sehr gut.