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Was ist neu?

Matthias von Schramm


World Mitglied, Hamburg

Tulpenfeuer oder: Das Leben ist ein einziger Korb

Gebranntes Kind scheut manchmal, aber bleibt mutig.

war schon mal drin - aber jetzt mit dem ersten Teil einer neuen Geschichte

Das Leben ist ein einziger Korb

Wenn die Zeit schnell vergeht, habe ich das Gefühl, dass ein ganzer Haufen ungemachter Hausaufgaben auf mich wartet. Hausaufgaben ohne Vorlagen. Vergangenes was nicht mehr gutzumachen ist. Ich bin ein durchschnittlich unattraktiver Mann: einsachtzig, wohlgenährt, Oberlippenbart – sorry eine alte Kriegsverletzung. Frauen betrachte ich stets mit selbstaufgebender Hochachtung, in mir geschlossener Bewunderung und mein Schönheitsideal ist dynamisch. Ich schwärme von vornehm blassen Stadtwesen, die den kritischen Blick haben und von lächelnden Joggerinnen mit Eisdielenbräune. Kurzhaarig, blond, unpolitisch. Eigentlich bin ich völlig anspruchslos. Für die Frauen selbst stimmt nie etwas und sie reden es sich solange ein, bis auch ich auf den Geschmack ihrer Makel komme. Und dann frage ich mich, warum eigentlich immer ich diese Zelluliteabenteuer treffe.

Ich bin eigentlich nicht so, aber wenn man es mir nahe legt. Die Schönen mit Haaren bis zur Gesäßwurzel und Beinen bis zu den Achseln schlendern sowieso immer nur hochhackig an mir vorbei und parfümieren die Stadtparks. Aber selbst für mich gibt’s Angebote. Früher nannte man das Kontaktanzeigenmarkt. Das Wort war schön Deutsch und selbst für mich und mein Umfeld gut verständlich. Heute gibt’s Singlebörsen und Fremdgehagenturen im Internet. Das geht schneller, unpersönlicher und Wunder trifft man täglich dutzendweise. Man gibt seine Daten ein: Groß, schlank, junggeblieben, ein paar Kilo zuviel, ein paar Hirnwindungen zu wenig. Da kann man reizende Gespräche führen. Virtuell freilich. Über unverbindliche Themen kommt man schnell zum anzustrebenden EWO – dem einzig wirklichen Orgasmus. Natürlich weiß man, was das ist. Alle eingestellten Fotos sind Weichzeichner - verklärt.

Erst sammelt man Körbe. Natürlich ist das Internet wie das Leben. Man muss die Regeln erkennen und umsetzten und an den richtigen Stellen unehrlich sein. Ich kann natürlich über mich lachen und schreibe das auch immer diesen zunächst unerreichbaren Damen. So in diesem Sinne: „Huch – haha – na ja Schwächen hat ja mal jeder, was?“ Erstaunlich wie gut das ankommt. In der Tat bringe ich es auch ein einziges Mal zu einer Verabredung. Man nennt das Date. Datenautobahn – haha – sie verstehen schon.

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zweiter teil hier

Das Leben ist ein einziger Korb zwei
Das Leben ist ein einziger Korb zwei
Matthias von Schramm


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