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Tapsi Görsdorf


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Es war einmal.......


So beginnen fast alle Märchen. Oder auch die Reise in die Vergangenheit.
Es war einmal eine ältere Frau die gerne Geschichten erzählte, die sie von ihrer Oma und diese von ihrer Oma und die wiederum von der Oma der Oma ihrer aller Urahnin, kann man sagen, überliefert bekommen hatte.
Von dieser Urahnin werden noch heute Geschichten erzählt.
Immer zur Sommersonnenwende ging die Alte in den Wald, um im Schein der untergehenden Sonne am längsten Tag des Jahres den Tieren des Waldes und der Phantasie die Geschichte von Sonne und Mond zu erzählen:
Sonne und Mond sind Frau und Mann. Als sie Hochzeit hielten, tat der Mond, der stets als etwas kalt und langweilig gilt, in der Brautnacht der feurigen begehrenden Braut nicht zur Genüge: er hätte lieber geschlafen. Das verdroß die Sonne, und sie schlug ihrem Manne eine Wette vor, daß, wer von ihnen zuerst erwachen würde, das Recht haben solle, bei Tage zu scheinen: dem Trägen gehöre die Nacht. Würden sie beide zugleich wach werden, sollten sie fortan nebeneinander am Himmel glänzen. Da lachte der Mond gar einfältig, wie nur Männer es können, vor sich hin: er ging die Wette ein, weil er nicht glauben wollte, daß er verlieren könne, und lachend schlief er ein. Davon hat er das Lachen behalten. Die Sonne aber ließ der Ärger nicht lange ruhen; schon vor zwei Uhr wach, zündete sie der Welt das Licht auf und weckte den eiskalten Mond, und hielt ihm ihren Sieg vor und zugleich die Strafe, daß sie nun nie mehr eine Nacht zusammen verbringen würden...
Doch nicht immer ist es gut recht zu haben, deshalb zieht sie nun alleine am Tage über die Welt und erhellt sie mit ihrem Schein und wärmt jedermann mit ihrem feurigen Licht.
An diesem Tage nun, dem längsten, fiebert sie der Zeit entgegen, in der sie ihrem Mann dem Mond wieder näher kommt Tag für Tag, Woche für Woche, Monat um Monat.

Kommentare 2

  • Elisabeth Hoch 24. Juli 2005, 11:11

    Deshalb schlage ich keine Wetten vor und nehme auch keine an. ... Ein zauberhaftes, abr traurig stimmendes Märchen. Hoffentlich lernen die vielen Zuhörer was daraus. Denn das sollen solche Geschichten doch immer bewirken. Die erzählende Strickoma schaut auch entsprechend streng. Die weiblichen Katzenwesen schauen auch aufmerksam, die beiden Kater - wie sollte es anders sein - haben die Augen zu. Der Stier schaut recht indifferent, aber der kann halt notfalls auch fliegen.
  • Ingrid Sihler 24. Juli 2005, 0:50

    was für ein wunderschönes Märchen
    von Sonne und Mond, habe es mit
    Freude gelesen, dazu eine kleine
    bezaubernde Traumwelt, in die du uns
    entführst

    herzlichst Ingrid