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Geräuschlos weicht das Licht des Tages der einsetzenden Nacht. Im Hintergrund chanten tibetische Mönche mit tiefer und sonorer Stimme eindringliche Mantren, die sich längst wie ein wärmender Schleier auf das Gemüt gesenkt haben und auch jene weißgewandeten Pilger aus Sri Lanka begleiten, die unermüdlich seit Stunden zusammen mit einer tibetischen Familie den Tempel umrunden. In den Ecken Menschen in Andacht oder einfach Personen, die ohne Hast Atmosphäre atmen.
Seit gut zwei Stunden versunken in Meditation ein Pilger aus Burma, kenntlich durch safranfarbene Robe und gegen einsetzende Abendkühle durch eine Wollmütze geschützt.....
Im 3. Jh. v.Chr. errichtete Kaiser Ashoka an eben jener Stelle einen Tempel, an dem zuvor Prinz Siddhartha unter einem Bodhi-Baum sitzend in langer Einkehr Erleuchtung erlangte und zum Buddha wurde.
Heute wird dieser Tempelbezirk, denn zu einem solchen ist es längst geworden, gepflegt und finanziert von einer internationalen buddhistischen Gemeinde aus aller Welt und gilt als das weltweit wichtigste buddhistische Pilgerziel.
Immer habe ich mich bemüht, den Versuchungen überschwenglicher Mystizismen und spiritualisierender Verklärung (obacht, ich trage untrügliche Anzeichen von Beamtengenen in mir!) zu widerstehen, aber hier war es eine Atmosphäre kraftvoller Energie in einer Melange mit Harmonie und ungeheurer Friedfertigkeit, die mich annehmen läßt, hier an eine Örtlichkeit geraten zu sein, der die Seele zu heilen ein Leichtes sei.....
Mahabodhi-Tempel, Bodh Gaya, Bihar/ India Febr. 2007
FujiProvia400F + 1 Bl. freihand, Scan vom Dia
Das ist ein Foto wie ich es in den letzten Wochen vermißt habe. Es trägt unverwechselbar Deine Handschrift. Und was ich davon halte, weißt Du ja...
LG Heidi
....dein Text berührt führt mir eine ähnliche erlebte Stimmung vor Augen,nicht wiederholbar du findest die Worte,in solch ein Bild kann man/ich versinken-schön das Du uns daran teilhaben läßt.
LG Bärbel
Es erwarten uns Orgien des Lichtes und der Farben!
Wunderschön, wie auch die Falten des Gewandes betont sind. Rückenansichten üben immer eine besondere Anziehungskraft auf mich aus.Sie machen neurierig. Schade nur, dass du ihm so wenig Raum über dem Kopf gegönnt hast.
Der fast mystisch aus der Dunkelheit auftauchende, safrangelb gewandete Pilger verleiht dieser Aufnahme magischen Reiz. Ein Bild, das der Bedeutung dieses wichtigsten buddhistischen Heiligtums voll gerecht wird. Auch hier wetteifern wieder Bild und sprachgewandter Text um die Gunst des Betrachters.