Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unseren Webseiten zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Deiner Nutzung unserer Webseiten an unsere Partner für Emails, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen

Was ist neu?
Ein Gewichtsproblem

Ein Gewichtsproblem

322 5

Ein Gewichtsproblem

+++
+++ DIE GEWICHTUNG DES PERFEKTIONISMUS +++
+++
++++ STEHT OFTMALS IM UMGEKEHRT PROPORTIONALEN VERHÄLTNIS ++++
+ ++
+++ ZUM GEHALT AN SEELE +++
+++

Kommentare 5

  • Phi Nale 18. Oktober 2005, 15:37

    @ Barbie Danke, ... lieb von dir ... ...!!!...

    @ Vera GENAU das Bild, bzw. die Diskussion hatte ich parallel hier im Kopf , wusste nur nicht mehr, wo das war. Ich hatte damals u.a. geschrieben:

    Es ging also auch um eine Art "Perfektion", um literarische Perfektion ... und Professionalität ... und Seele. Danke für den Hinweis.

    @ Thomas, von "Fettnäpfchen" kann hier keine Rede sein ... ich sehe keines.
    Das Feininger-Zitat ist zweifellos als Deckmäntelchen geeignet, aber es geht doch letztlich nicht um die Fähigkeit, gute und schlechte Bilder unterscheiden zu können und auch nicht um die Verwandlung von schlechten in gute Bilder. Ich denke, ob ein Bild (oder Text oder ...) Seele hat oder nicht, hängt nicht zuletzt (!) von der Absicht ab, unter der es entstand.
    Ein x-beliebiger Gebrauchsgegenstand wird heute gern "designed", d.h., man versucht a) seinem Zweck gerecht zu werden und ihm b) auch noch eine dem "Zeitgeschmack" entsprechende "schöne" Form zu geben. Er muss deshalb aber nicht "beseelt" sein.
    Wir kennen alle diese unbestimmte "Angst des Künstlers vor dem rein Dekorativen". Für mich bedeutet das, dass ich Kunst nicht (nur) von Können ableite, sondern ganz besonders auch von Verkünden. Es stellt sich natürlich die Frage, was wird verkündet, denn JEDES "Bild" verkündet letztlich was. Insofern steht es für mich außer Zweifel, dass "Beseelt-Verkündendes" auch mit CNC-Programmierung oder jedem anderen beliebigen "Werkzeug" geschaffen werden kann, sofern es genau diese Absicht bezweckt und nicht allein dem Zweck der perfekten (industriellen Massen-) Produktion dient. Ich hörte einmal von einem Fotografen den bemerkenswerten Satz "Das Motiv ist mir egal, Hauptsache ich habe was vor der Linse." Das widerspricht wohl eklatant der Aussageabsicht, hier geht es nur noch um Technik ... um das "handwerkliche" Können ... nicht um Dokumentation, Gefühl, Anreiz, Stimulanz usw. Ich selbst sehe meine Bilder ganz ausschließlich als Basis und Anregung zur Diskussion über die darin enthaltenen Thesen (selten Lösungsvorschläge). Dennoch gebe ich mir auch technisch Mühe, aber sehr untergeordnet. Sie sind sozusagen "beseelt" von den Gedankengängen, die mich irgendwann beschäftigen ... ohne den Anspruch zu erheben, Kunst zu sein - und darum ging es mir.
    Es ist wie auch bei Regy's Gedicht völlig unwichtig, ob sie einen breiten Interessentenkreis finden, jemand etwas dafür zu zahlen bereit ist, mir zu Ruhm verhilft oder sonstewas. Sie geben etwas von mir selbst preis, sind höchstpersönlich von mir "beseelt" und zwar mit der bekundeten Absicht, mal darüber zu reden. Regy's oben zitierter Vers "... dass es nicht besser leise zu leiden als für immer in der Kälte des Mondes zu weilen?" hat mich eine geraume Zeit beschäftigt, ... ob ich das ähnlich sehe ... unabhängig davon, dass die "Verpackung" insgesamt für meinen persönlichen Geschmack etwas zu "süßlich" ist. Ich erkannte darin die Gefühlswelt eines Menschen, und das zählte, bzw. reizte mich zur Auseinandersetzung damit und zur Frage einer evtl. möglichen Identifikation.

    Auch in dieser Anmerkung versuche ich, mich verständlich auszudrücke und Rechtschreibfehler möglichst zu vermeiden. Wenn ich trotzdem Fehler mache, wäre es ein Fehler von DIR, deshalb komplett den Text ungelesen zu verwerfen, denke ich ...???...

    mlg phi+++
  • Vera Boldt 18. Oktober 2005, 12:57

    Hallo Phi ,
    dein Foto hat mich spontan an eine Diskussion unter diesem Bild erinnert
    LGVera
  • Thomas H. L. 18. Oktober 2005, 12:12

    Danke Phi, für das freundliche Lob.
    Es war gut, daß ich die Hintergrundinformationen nicht hatte, ich hätte es sicher mit anderen Augen gesehen.
    Wenn man unvoreingenommen (so weit das möglich ist), oder ahnungslos (was es besser trifft) sich zu einem Bild äußert, sei es ja auch gestattet, mal in ein Fettnäpfchen zu treten. ;-)

    Schön, daß du Feinigers berühmtes und abgedroschenes Zitat anführst: "Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmässig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht."

    Es ist sehr gefährlich, dieses Zitat einzusetzen. Ich bin damit auch schon hübsch auf die Nase gefallen. Zu schnell wird es als Entschuldigung für schlechte Bilder mißbraucht (Erich Kuss).
    Aber auch hier wird von Perfektion gesprochen. Eingegrenzt in technische P., diese jedoch nicht abwertend. Es wird auch klar, daß ein Kunstwerk (hier Foto), neben der technischen, auch eine künstlerische Perfektion besitzen muß. Diese existieren meiner Meinung nach unabhängig voneinander. Im Idealfall ergänzen sie sich.
    Picasso ist hier mein Lieblingsbeispiel, da er unzweifelhaft seine technische Perfektion bewiesen hat und sie jedoch später der ideellen Perfektion unterordnete (ich weiß, daß man mich dafür steinigen könnte). *gg*

    Die von dir angeführte CNC-Massenproduktion kann ich nicht gelten lassen. Es ist nur eine Reprodution. So wie ein kunstdruck nur das Abbild eines Kunstwerkes sein kann. Es steht also gar nicht zur Diskussion. ;-)
    Eine interessante Frage wäre allerdings, ob ein Künstler, der eine CNC-Maschine programmiert, damit Kunst schaffen kann.
    Ich halte das gar nicht so für abwegig. Auf Töpferscheiben ist auch schon Kunst entstanden ...
    und sind unsere moderen Fotoapparate nicht auch hochtechnische Computer mit Linse?

    Deine Aussagen über die Wichtigkeit des Erreichens der individuellen Perfektion teile ich gern.

    Übrigens: Sehr schönes Kinderbild! ehrlich!

    LG, thomas
  • Phi Nale 18. Oktober 2005, 10:15

    Klasse Anmerkung, Thomas und im Wesentlichen stimme ich dir auch zu ... aber ... der Teufel steckt einmal mehr im Detail.

    1. So wie du, so auch ich ... ein kurzes Statement vorweg: Auch ich sehe es aus den Augen des Ingenieurs und des Perfektionisten .

    2. Ich schrieb bewusst "Perfektionismus" und gehe davon aus, dass die Wortendung "...ismus" häufigst/immer eine übersteigerte Form der Grundform bedeutet ... bei Adjektiven entspr. "...istisch". Das Wort "national" hat also eine andere Bedeutung als das Wort "nationalistisch".

    Diesem Bild liegt u.a. eine Begebenheit zugrunde, die sich hier vor Ort im letzten Jahr abgespielt hat. Ein öffentlicher Platz sollte mit Skulpturen bestückt werden. Die Entwürfe basierten auf einem Projekt mit Kindern. Diese fertigten abstrakte Tiere (Ente, Eule) aus Draht an. Die ausgewählten und prämierten Entwürfe wurden dann einer Metallbaufirma übergeben, um sie (in 300 Arbeitstunden).als 3 m hohe Metallskulpturen zu fertigen Das Ergebnis wurde von der Kunstkommission (14 Mitglieder, darunter zwei Kunstprofessoren) radikal verworfen. Einer der Professoren wörtlich:"Zu perfekt, zu professionell abgeglättet". In der Tat wirkten sie nicht mehr wie Kunstwerke, sondern wie Industrieprodukte und landeten als Klettergerüste auf einem Spielplatz.

    Du hast es oben sehr richtig vermutet. Ich meine (s.o.!) die Neigung, quasi nur noch auf die möglichst perfekte Ausführung zu achten, also bei Bildern auf die Oberfläche ... möglichst spektakulär , möglichst glatt und genau ... usw. "perfektionistisch" dem äußeren Schein nachjagend halt. Dieser "Kelch" im Bild kann ebensogut von einer CNC-Maschine als Massenprodukt gefertigt werden. Wo erkenne ich da die Seele, etwa in der CNC-Programmierung? Ich denke, es stellt sich hier die Frage, ob ein Künstler sein Werk aus einer Art innerem Antrieb schafft, oder aus äußeren Beweggründen ... es vorwiegend für sich tut , oder für andere .

    Deine Beispiele sind natürlich gut. Ich denke, diese trugen neben dem Fleiß, der immer auch ein Genie kennzeichnet, diese Perfektion schon in sich, hatten auf ihrem Spezialgebiet mehr Talent als andere. Das berechtigt aber nicht dazu, über Werke von anderen mit weniger Talent die Nase zu rümpfen. Für mich gibt es keine "absolute" Perfektion
  • Thomas H. L. 18. Oktober 2005, 7:58

    Das ist eine These, die ich nicht unterschreibe.
    Das Streben nach Perfektion (Perfektionismus) ist doch gerade in der Kunst nur durch Seeleneinsatz zu erreichen!

    Perfektion ist gleichzusetzen mit Vollkommenheit, mit nicht mehr zu verbessern. Nur wer nach Perfektion strebt, wird das Mittelmaß hinter sich lassen.
    Kann man den großen Werk Michelangelos, Mozarts oder Goethes die Perfektion absprechen? Ist in diesen Werken deshalb keine Seele spürbar?

    Offenbar haben wir verschiedene Einstellungen zum Begriff Perfektion. Vielleicht meinst du die kalte, technisch und akademisch einwandfreie Ausführung.
    Als Ingenieur sehe ich zwar auch Schönheit beispielsweise in einer technischen Zeichnung oder eines sauber konstruierten Maschinenteils.
    Doch wenn wir hier von Perfektionismus sprechen, geht es um Kunst. Und auch in diesem Zusammenhang sehe ich in dem Begriff nichts negatives, oder widersprüchliches zum Seelengehalt. Ohne seine Seele einzubringen, wird man nie etwas perfektes schaffen können. Es schon genug, die aus 3m Entfernung einen Eimer Farbe gegen die Leinwand kippen und warten, was dabei heraus kommt.
    Perfektion sollte immer das Ziel eines Künstlers sein.

    Seltsamerweise drückt dein Bild aber genau das aus, was ich meine. Der Kelch ist für mich hier das perfekte und schwerere Element, in dem ich auch mehr Seele sehe. Das plakative, unperfekte, seelenlose Bildchen muß Zusatzgewichte bekommen, um den Ausgleich herzustellen.

    LG, thomas

Schlagwörter

Informationen

Sektion
Views 322
Veröffentlicht
Sprache
Lizenz