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Was ist neu?

Ingrid Benabbas


World Mitglied, Berlin

Pfahl an dem die Skelette baumeln

Im Hauch des Windes
baumelt hier die Sterblichkeit.
Pfahl, der du aus deine
hauptgekrönten Mitte
in die vier Himmelsrichtungen zielst!
Oh kreisende heilige "Vier"!
Oh Lauf der Welt!
Oh heiliger Pfahl am Saum des Waldes!
Zu Fels erstarrte Mutter Erde trägt dich!
Du erscheinst mir aufgebäumt und himmelan
gerichtet!
Aus deiner Krone
fällt ein Knochenschleier
baumelnd hin zur Erde,
des geliebten Wildtiers geheiligtes Gebein,
gemahnend irdische Endlichkeit.
Alles ist dem Hauch der Zeit anheim gegeben.
Pfahl, du wiegst dich ein in Einsamkeit.
An den Rand gerückt wirst du mir
hintergründige Erscheinung,
abgehobenes Heiligtum,
und ruhest mir dort am Saum des stillen Waldes.
Oh tonend Pfahl, hoch erhaben auf zu Fels
erstarrter Mutter Erde!
Von der Natur geweiht
an der Stätte meines Wirkens!
Bleiches Gebein
aus der Wildnis
bracht` ich heim,
es zu verleih´n
es zu weih´n
heiligem Pfahl

LORENZ KUNTNER

Zu Besuch beim Indianer
Zu Besuch beim Indianer
Ingrid Benabbas

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