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München Neues Rathaus Glockenspiel

Das Glockenspiel mit 43 Glocken, deren Anschlag nach Jahreszeit wechselnd von sechs verschiedenen Walzen ausgelöst wird, ertönt täglich um 11 und 12 Uhr sowie von März bis Oktober um 17 Uhr. Das eigentliche Spielwerk befindet sich unter dem Turmhelm und ist auch individuell spielbar. Die kleinste der Glocken wiegt 10 kg und hat einen Durchmesser von 18 cm, die größte wiegt 1300 kg mit 125 cm Durchmesser, insgesamt wiegen die Glocken 7000 kg.

Der Spielerker, in dem sich das Glockenspiel befindet, ist in Kupfer getrieben. Die 32 Spielfiguren beziehen sich auf Motive aus der Geschichte und Sage Münchens. Die kinematische Anordnung entwickelte 1899 der Erfinder des Viertaktmotors Christian Reithmann. Im oberen Teil des Erkers ist ein "Turnier" dargestellt, das zur Vermählung des Herzogs Wilhelms V. mit Renata von Lothringen 1568 auf dem Marienplatz abgehalten wurde. Herolde, Narren, Fanfarenbläser, Pagen und Standartenträger säumten das Turnierfeld, auf dem Bayern und Lothringer im mittelalterlichen Feudal-Geschicklichkeitsspiel die Kräfte maßen. Dass dabei die weiß-blauen Bayern über die schwarz-gelben Lothringer siegten, darf nur symbolisch gedeutet werden. In der unteren Etage wird der Schäfflertanz gezeigt; er erinnert an die überstandene Pest von 1515 bis 1517. Sie hat furchtbar gewütet. Als sich niemand aus den finsteren Häusern auf die Straße traute, sollen die Schäffler in ihrer bunten Zunftkleidung mit Tanz und Musizieren die verängstigten Bürger wieder ins Freie und damit „ins Leben“ gelockt haben.

Daneben gibt es noch eine zweiminütige Variante am späten Abend um 21 Uhr, dann erleuchten Scheinwerfer einen seitlichen Erker. Von der linken Seite tritt der Nachtwächter hervor und dreht seine Runde; er trägt eine Hellebarde, ein Horn und eine Lampe, sein Hund folgt ihm. Das Vorbild für den Nachtwächter findet sich in Richard Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg". Nach kurzer Pause erklingt das Wiegenlied von Johannes Brahms. Vom rechten Erkerturm marschiert nun das Münchner Kindl nach links, gefolgt vom Friedensengel. Wenn beide auf der anderen Seite angelangt sind, erlischt das Licht. Der Nachtwärter und der Schutzengel haben das Münchner Kindl zur Ruhe geleitet und München taucht in die Nacht.

Die Idee ein Glockenspiel in den Turm des Neuen Rathauses zu integrieren, geht auf Georg von Hauberrisser zurück. Die Kosten waren erheblich. Alleine die 43 Glocken schlugen mit 154.000 Goldmark zu Buch, zu denen der Münchner Möbel- und Antiquitätenhändler Kommerzienrat Karl Rosipal 1904 anlässlich des hundertjährigen Bestehens seiner Möbelfirma mit einer Spende von 32.000 Mark beitrug. Diese Spende hatte noch ein eigentümliches Nachspiel: der 1924 verstorbene Karl Rosipal war jüdischer Herkunft. 1933/34 wurde seiner Familie die Spende zurückerstattet, da man vermutlich eine jüdische Beteiligung an einem urdeutschen Glockenspiel zu jener Zeit nicht mehr wünschte.[6][7] 1908 war das Glockenspiel fertiggestellt, wurde aber erst am 18. Februar 1909 offiziell in Betrieb genommen,[8] da man zunächst unzufrieden mit dem Klang der Glocken war. Seitdem zeigten sich täglich um 11 Uhr die Figuren und das Glockenspiel ertönt. Die Termine um 12 und 17 Uhr gibt es erst seit einigen Jahren. Zwischen 1944 und 1952 war nur ein eingeschränkter Betrieb möglich, da das Glockenspiel im Krieg zwar nicht zerstört worden war, aber doch erhebliche Reparaturen notwendig wurden.
Im Zuge der Instandsetzung der Turmfassade hat man 2006–2007 sämtliche Glocken ausgebaut, gereinigt und aufgearbeitet. Der Glockenstuhl erhielt eine Aufhängung aus Edelstahl, zudem wurden Federn, Züge und andere wichtige Teile erneuert. Die Gesamtkosten von 750.000 Euro wurden überwiegend mit Spenden der Münchner Bürgerschaft (660.000 Euro) aufgebracht,[8] die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich mit 100.000 Euro.[10] Die Glocken wurden rechtzeitig zum des 850. Geburtstages der Stadt München im Jahre 2008 wieder eingebaut, klanglich überarbeitet und gestimmt.

Die Glocken spielen jeweils vier Melodien, die im monatlichen Wechsel von sechs verschiedenen Walzen angesteuert werden.
Quelle: Auszug aus Wikipedia

Kommentare 13

  • Rainer Steger 15. September 2014, 20:19

    Sehr interessanter Beitrag und toll eingfangen. Dies erinnert mich an frühere Zeiten, als ich während meiner Kindheit manchmal die Abendschau sah, wo im Vorspann das Glockenspiel im bayer. Fernsehen in s/w gezeigt wurde.
    Gruß Rainer
  • Lila 15. September 2014, 0:32

    ein tolles Glockenspiel !!!
    L.G. Lila
  • Wolfgang Weninger 12. September 2014, 22:39

    als ich das letzte Mal davor stand, hatte ich noch kein Teleobjektiv, damit ich das so genau betrachten konnte
    Servus, Wolfgang
  • Andreas14057 12. September 2014, 16:57

    Ein sehr schönes Glockenspiel, schade dass man wohl wegen der Tauben ein Netz vor die Figuren hängen muss ...
    LG Andreas
  • Boschfoto 12. September 2014, 13:10

    Hallo Detlev, wenn ich das nächste Mal vor dem Glockenspiel stehe, denke ich bestimmt an deine schöne Aufnahme! Herzlichst Hubert
  • Gabi Wurst 12. September 2014, 7:54

    Sehr schön Detlev. Wenn ich um die Uhrzeit in München bin staune ich immer, wie viele Menschen nur noch nach oben schauen und warten bis es endlich los geht.
    ... und dann kommt eine große Zufriedenheit auf und ich denke mir:
    "Ich wohne hier"
    LG Gabi
  • Macro-Stefan 12. September 2014, 6:23

    Gute Info,gut abgelichtet das Glockenspiel.VG Stefan
  • Evelin Ellenrieder 11. September 2014, 20:52

    Allerhand was da alles dahinter steckt und ich schaue einfach so belanglos hinauf.
    Die Touristen werden das in ihren Fremdenführern schon gelesen haben, darum stehen und staunen sie so zahlreich dort herum.
    Prima aufgenommen.
    VG Evelin


  • SUZIKJU 11. September 2014, 20:52

    Ein wahres Kunstwerk, es wäre auch schade, wenn es mit Taubendreck verschmutzt wird.

    LG Regina
  • Pacoli 11. September 2014, 19:51

    ... dass die ein Netz davor spannen, kann ich sehr gut verstehen. Gut gesehen!
    Schönen Abend und LG
    Franz
  • uschner 11. September 2014, 19:43

    Feine Aufnahme von dem Glockenspiel
    VG uschner
  • Foto-Volker 11. September 2014, 19:07

    danke für die erklärung, denn ich stand vor jahren auch vor dem glockenspiel, kannte aber die bedetung der dargestellten szenen nicht.
    v. g. volker

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