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Hera K.


World Mitglied, Mannheim

Klemmhof - Bewohner verlassen ihr Domizil

Dies ist ein Bild aus Februar 2008
Dieser Tage mußten die 150 Bewohner des Klemmhofes - ihre Wohnungen verlassen. Und sie werden wohl auch Weihnachten und den Anfang des Jahres in "Notquartieren" verbringen müssen.

Ich wünsche den Betroffenen viel Kraft.

Der Gebäudekomplex mitten in der Stadt, der gerade saniert wird, droht einzustürzen - wenn das Problem mit dem eindringenden Grundwasser nicht schnell behoben wird. Die Kosten dafür sind noch nicht abzusehen. Die Spekulationen liegen bei acht bis zehn Millionen Euro, wenn nicht gar der Abriss droht. Für die Eigentümergemeinschaft ein Fiasko.

http://www.rnf.de/videoportal/sendung/grundwasser_schadet_klemmhof

http://mediathek.ard.de/ard/servlet/content/3056852;jsessionid=C1D4A41253B7868C32DD4C72582736E5

Kommentare 8

  • Hera K. 23. Oktober 2009, 8:46

    @klemmhofopfer09: Vielen Dank für den aufschlußreichen Beitrag. Ich bin erschüttert und ich werde dieses Bild mit diesem Beitrag so gut wie möglich und so effektiv wie möglich verbreiten. Dieses Bild soll in vielen Profilen von Fotocommunity Mitgliedern stehen und es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn dort Klemmhofopfer ihrer Wut etwas Luft machen könnten. Vielen Dank also Klemmhofopfer09
    Liebe Grüße Jutta
  • Klemmhofopfer09 23. Oktober 2009, 1:05

    Der Klemmhof war und ist ursprünglich als Passage gedacht gewesen, in welcher auch Wohneinheiten und öffentliche Einrichtungen mit integriert wurden. So sind neben Geschäften im Erdgeschoss und einer Galerie auch die Stadtbibliothek, ein Teil der VHS sowie der Wohnraum von über 100 Menschen dort angesiedelt – inmitten der Altstadt, umringt von den alten Gassen und von Geschäften. Man möchte meinen, das Ganze sei ein lebenswertes Umfeld… Und so dachten auch viele Leute, die sich da drin eine Wohnung als Eigentum kauften.

    Doch nun könnte Neustadt eine kleine Schwester von Köln werden.

    In Köln war es nämlich das historische Stadtarchiv, welches durch fehlerhafte Baumaßnahmen und der Ignoranz der Verantwortlichen einfach einstürzte wie ein Kartenhaus, weil der Boden darunter einfach in ein tiefes Loch sackte, welches einmal die neue U-Bahn werden sollte.

    Neustadt hat keine U-Bahn. Aber Neustadt hat einen verrohrten Speyerbach, und Wasser sucht sich nun mal seine eigenen Wege und lässt sich nur schwer zähmen.

    Denn dort, wo heute dieser große Gebäudekomplex steht (bestehend aus zwei Teilen), verlief früher dieses kleine Flüsschen. In den 70er Jahren jedoch beschloss die Stadt Neustadt, allen voran ihr Aushängeschild-Bürgermeister Brix, dass der Bach in Rohre gezwängt werden solle, und inmitten der Altstadt wurde dieses große Projekt dann schließlich aus dem Boden gestampft. Und so stand der Klemmhof all die Jahre seit seiner Fertigstellung da…

    Doch dann kam das böse Erwachen

    Die Tiefgarage stand plötzlich unter Wasser und wurde gesperrt. Die Aussage: Es sei ein Sanierungsfall. Man fing an, dort unten, tief unter den Geschäften und Wohnungen, zu sanieren, doch es rumorte noch ganz anders. Denn unter der Tiefgarage befinden sich katakombenartige Keller, in welchen zum einen die Heizungsanlagen untergebracht sind (ich weiß das von meinem Vater, seine Firma hat damals die Heizungen dort gebaut), jedoch sind dort unten auch klammheimlich all die Jahre gewaltige Pumpen gelaufen, welche 65.000 Liter Grundwasser in der Stunde abpumpen, welche das Fundament unterspülen! Diese Zahl muss man sich mal vor Augen halten: 65.000 Liter Wasser. Das ist so viel, wie ein Mensch in seinem ganzen Leben zu sich nimmt. Ohne diese Pumpen würde wohl dort nichts mehr stehen.

    Doch nun ist wohl der Worst-Case eingetroffen: Das Fundament hängt zu Teilen in der Luft, und laut Aussage eines Ingenieurs “steht das Gebäude wohl nur noch aus Gewohnheit” (siehe dieses Video). Sanierungsarbeiten mussten zwangsläufig eingestellt werden, weil sich während dieser das ganze Gebäude im millimeterbereich absenkte – bei einem solch großen Gebäude kann das schon sehr viel sein…

    Der Klemmhof nach dem Sanierungsabschluss

    Doch der Knüller an dem Ganzen ist wohl, dass all die Menschen, die dort wohnen und arbeiten nun vor die Tür gesetzt werden mussten, denn das ganze Gebäude wurde evakuiert. Nur das Nötigste durfte mitgenommen werden, in die Wohnungen dürfen die Eigentümer – wenn überhaupt – nur noch mit Begleitschutz durch die Feuerwehr. Ob sie wohl zurück dürfen in ihr Zuhause weiß man nicht, ihre Sachen jedoch, all ihre Möbel, all ihr Hab und gut, all ihre Erinnerungsstücke sind nun in einem Bauwerk, das wohl kurz vor dem Zusammensturz steht, wenn man die Statiker hört. Geschäftsinhaber haben keinen Umsatz mehr, die finanzielle Grundlage wurden ihnen einfach entzogen ohne Ausgleich.

    Und zur Kasse gebeten werden die Menschen dort auch noch, denn sie sollen für die Fehler der Vergangenheit nun büßen und die Sanierungskosten tragen – falls der ganze Bau abgerissen werden müsste (oder von selbst sich erledigen sollte), wären die Abräumarbeiten ca. 2.000.000 € teuer.

    Meiner Meinung nach ist das ein absolutes Unding der Stadt Neustadt an der Weinstraße!

    Ist ja ganz nett, das die Stadt Notunterkünfte vermittelt (nicht stellt, die Kosten müssen die “Flüchtlinge” tragen), ein Notfallzentrum zum Wäschewaschen und Postabhohlen eingerichtet hat, aber was nützt den Leuten das? Was nützt jenen, welche nun ihr Zuhause verloren und vor dem finanziellen Ruin stehen gutes Zureden?

    Die Stadt Neustadt jedoch weißt jegliche Verantwortung ab – eine Verantwortung, welche die Stadt eigentlich als ursprünglicher Bauherr zu tragen hätte, denn die Baufirma veröffentlichte, dass es von vornherein so von der Stadt Neustadt gewollt war, dass Grundwasser abgepumpt wird, weil es anscheinend billiger als eine Drainage weiße Wanne war! Doch nun kommt von Seiten Löfflers (hoffentlich sägen Sie den jetzt endlich mal ab) nichts als heiße Luft.

    Allem Anschein nach hatte die Stadt Neustadt seit damals auch bei den Verkäufen der Wohnungen die neuen Eigentümer belogen, denn wie es nun scheint sind etliche der Wohnungsbesitzer damals nicht darauf hingewiesen worden, dass ihr neues Zuhause mehr oder minder auf Wasser steht. Deshalb sehe ich es durchaus als gerechtfertigt, dass nun die Wohneigentümer sich zusammenraufen und Klage gegen die WBG erheben wollen (übrigens ist Herr Röthlingshöfer, welchen man immer mal wieder in Interviews zum Thema „Sanierungsfall Klemmhof“ sieht, nicht nur Bürgermeister von Neustadt, sondern auch Geschäftsführer der WBG), denn mal ganz ehrlich: Wer würde eine Wohnung für viel Geld erwerben, welche einsturzgefährdet ist und in welcher man Angst haben muss, dass jeden Moment der Fußboden wegbrechen könnte, wenn der schlimmste aller Fälle eintreffen würde?

    Und so schwebt immer wieder der Schatten Kölns durch die kleine Stadt an der Haardt, denn auch dort hat sich das Archivgebäude zuerst gesetzt, ehe es schließlich einfach zusammen krachte…

    Und die Sanierung soll noch bis Anfang 2010 mindestens andauern… Na dann frohe Weihnachten, denn einen guten Rutsch wünsche ich dem Gebäude selbst mal lieber nicht!

    Lieber Gruß

    eins von 130 Klemmhofopfer
  • Marina Luise 10. Oktober 2009, 21:52

    Halte ihnen die Daumen - ein Alptraum :(
  • Thaysen Peter 9. Oktober 2009, 21:55

    Architektonisch ein interessantes Gebäude. Hoffen wir für die Bewohner, dass sie dort wieder einzehen können.
    l.g.
    p.t.
  • Hera K. 9. Oktober 2009, 18:46

    Alles am Laufen Marina, Betroffene waren auch in Stern-TV. LG Jutta
  • Marina Luise 9. Oktober 2009, 18:40

    Ach du Elend! :(( Tun mir leid, die armen Leute! Warum verklagt man die Bauherren nicht? Pleite - oder?
  • Hera K. 9. Oktober 2009, 10:36

    Ja. Frederick, es mußte schnell gehen.
  • Frederick Mann 9. Oktober 2009, 9:24


    ah.. speed exit?

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Kategorie Motive
Ordner Architektur
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