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Foto-Nomade


World Mitglied, Cottbus/Chósebuz

In friedlicher Absicht

und Jahrhunderte für andere Absichten zu spät
stehe ich Wanderer vor dem Zugang zum Zamek Chojnik,
der Burg Kynast.

Aufnahme am 18. Juli 2009 [Anreisetag]

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Bei der Anreis aus dem Norden, aus Jelenia Gora / Hirschberg
erhascht man die Burg mit den Augen kurz aus dem Auto ,
sieht sie von den Höhen des Riesengebirgs-Kammes
immer wieder in der Ferne.
Nun stehe ich "livehaftig" an dem Zulass.

Es ist diesig und wir werden erstmals "Ponchos" genannte
Regenüberzüge kaufen müssen,
Starkregen eingesetzt hat,
um wieder zu unseren Autos zu gelangen.


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Weithin sichtbar sind die Ruinen der Burg Kynast im Riesengebirge,
die auf dem 627 m hohen Berg Chojnik in Sobieszów steht,
einem Stadtteil von Hirschberg (Jelenia Góra).
Die Burgruine zog Wanderer und Ausflügler schon
im 18. und 19. Jahrhundert magisch an.
Vor allem für die im nahe gelegenen Bad Warmbrunn (Cieplice)
wohnenden Kurgäste war ein Ausflug auf den Chojnik
eine willkommene Abwechslung.
Davon zeugen zahlreiche Zeichnungen aus jener Zeit.
Ein Stich von Endler aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert
zeigt zum Beispiel eine Gruppe von Wanderern mit einem Bergführer
vor dem Eingang der Burg.
Auf anderen Bildern sind Ausflügler zu sehen,
die mit Sänften auf den Chojnik hinaufgetragen werden.
Die Geschichte der Burg reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück.
Fürst Bolko I. baute auf dem Chojnik eine Befestigungsanlage,
die sein Sohn Bolko II. zwischen 1353 und 1364
zu einer Wehrburg ausbauen ließ.
Die Burg hatte zu dieser Zeit einen rechteckigen Grundriss
und bestand lediglich aus einem Wohnhaus und einem
von einer Mauer umgebenen Burghof.
Im Osten der Festungsanlage erhob sich ein Wehrturm.

Ende des 14. Jahrhunderts geht die Burg in den Besitz des Ritters
Gotsch Schaff über,
dessen Dynastie sich später von Schaffgotsch nennt.
Der Ritter beginnt noch im 14. Jahrhundert mit dem Bau
einer Kapelle über dem Eingangstor.
Sie ist nach dem heiligen Georg und der heiligen Katharina benannt.
Ihre Mauern bestehen aus rotem Sandstein.
Fertig gestellt wird die Kapelle 1405. I
n den folgenden 250 Jahren bauen die Burgherren
die Festungsanlage mehrmals aus und um.
Im 15. Jahrhundert wird der Burghof erweitert
und ein Pranger aufgestellt (1410), der noch heute steht.
Im 16. Jahrhundert lassen die Burgherren im Nordosten
eine Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden errichten.

In der Zwischenzeit hat die Burg mehrmals ihren Besitzer gewechselt.
1364 gab Bolko II. die Burg Thimo von Colitz als Pfand
und löst sie später wieder ein.
Aber nicht von Thimo von Colitz, sondern von Karl IV, König von Böhmen,
der die Rechte an der Burg für 2.500 Prager Groschen erworben hatte.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) bezichtigt Kaiser
Ferdinand II. von Habsburg den damaligen Burgherren
Hans Ulrich von Schaffgotsch des Verrats,
lässt ihn hinrichten und zieht die Güter des Delinquenten ein.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhält die Familie von Schaffgotsch
die Besitztümer zurück.
Oberhaupt der Familie ist zu diesem Zeitpunkt
Hans Ulrich Christoph von Schaffgotsch,
der Sohn des Hingerichteten.

Eine tragische Wende nimmt die Geschichte der Burg Kynast am 31. August 1675.
Ein Sturm fegt über das Riesengebirge hinweg
und lässt einen Blitz in die Festung einschlagen.
Kynast geht in Flammen auf und brennt ab.
An einen Wiederaufbau denkt die Familie von Schaffgotsch nicht.
Sie hat ihren Familiensitz nach Bad Warmbrunn verlegt.
Die Burg verfällt und wird im 18. und 19. Jahrhundert, wie bereits erwähnt,
zu einem beliebten Ausflugsziel.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist der Andrang der Ausflügler so groß,
dass sich der Betrieb einer Gaststätte wirtschaftlich lohnt.
Auch eine Station für Bergführer wird auf Kynast eröffnet.
Bis heute gibt es hier eine Gaststätte.
In den 1960er Jahren eröffnete der Polnische Verband
für Touristik und Landeskunde (PTTK) eine Herberge.
Trotz aller Veränderungen in der 700jährigen Geschichte der Burg Kynast
ist der einmalige Ausblick auf den Kamm des Riesengebirges,
die Schneekoppe und über das Hirschberger Tal geblieben,
den Touristen vom Burgturm aus genießen können.
Die Natur um den Berg Chojnik herum ist geschützt.
Sie ist Teil des Nationalparks Riesengebirge.

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Kommentare 6

  • Ingrid Schagemann 30. Dezember 2009, 10:08

    Habe heute Deine Serie vom Riesengebirge entdeckt. Das sind wunderschöne Fotos und manches hätte ich Lust zu malen. Meine Vorfahren stammen aus dem Hirschberger Tal und so finde ich auch Deine ausführlichen Beschreibungen sehr gut. Gruß Ingrid
  • Nancy Blach 29. August 2009, 14:59

    Beautiful!!!!
  • Ryszard Basta 29. August 2009, 13:15

    bin auch immer fasziniert mit
    Kynast
  • Sylvia Schulz 28. August 2009, 14:38

    ich kann gut nachvollziehen, dass man beeindruckt ist von diesem alten Gemäuer und sofort auch an die Geschichte denken muss, die Du hier auch interessant niedergeschrieben hast
    lg sylvia
  • Analoga 28. August 2009, 11:59

    Eine imposante Burg, das Bild gefällt mir sehr gut.
    LG Ivonne
  • Paul Marx 28. August 2009, 11:27

    Ist ja wohl ein gewaltiges Bauwerk. Schön getroffen.
    Gruß. Paul

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Kategorie Reise
Ordner Riesen - Gebirge
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