Diese Website verwendet Cookies, um verschiedene Funktionalitäten bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Website erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Weitere Informationen  OK

Was ist neu?

Ulrich Kirschbaum


Basic Mitglied, Mittelhessen

Flechten vom Fass VII

Unerschöpflich ist die Artenzahl auf dem "Odlfass" zwar nicht, aber einige wenige habe ich noch zu bieten: Habe ich bisher jene Arten gezeigt, die zu den Subneutro- bzw. Neutrophyten gehören (wachsen auf Substraten mit leicht saurem bis neutralem pH-Werten), so kommen zum Schluss noch ein paar (leicht) acidophytische Spezies. Interessanterweise haben sich diese Vertreter eine besonderen Platz auf dem Fass ausgesucht: Sie wachsen nicht auf der Fläche wie die bisher gezeigten), sondern entlang eines Steges, der um das Fass herum läuft (es besteht also aus zwei dachrinnenförmigen Halbschalen, die in der Mitte zusammen geschweißt worden sind). Offenbar herrschen dort andere Mikrobedingungen: z.B. bleibt hier das Regenwasser länger stehen, Nadeln von den darüber wachsend Kiefern können dort ebenfalls für längere Zeit verbleiben, ehe sie vom Wind herunter geweht werden. Da diese sauer sind, könnten sie über Auswaschungsvorgänge die Ursache für die Erniedrigung des pH-Wertes sein. Das zeigt uns, wie selbst geringfügige Umweltveränderungen von diesen empfindlich reagierenden Organismen "bemerkt" werden (Flechten werden nicht ohne Grund als hervorragende Bioindikatoren - Umweltzeigerorganismen - verwendet).
Das Bild zeigt Hypogymnia tubulosa (Röhrenförmige Blasenflechte). Offenbar sind die Umweltbedingungen für sie aber nicht ganz optimal: die röhrenförmigen Lappen und die kopfförmigen Sorale an den Lappenenden sind nur angedeutet ausgebildet (kein sonderlich gutes Bestimmungsmaterial für jemanden, der erst mit der Flechtenbestimmung angefangen und diese Art vorher noch nicht gesehen hat).
Stack aus 5 Bildern. Die leichte Unschärfe im unteren Bildteil ist dem dort beginnenden Steg geschuldet.

Kommentare 13

  • Fotofurz 18. Januar 2012, 14:34

    Das Bild ist hervorragend gut, die leite Unschärfe, die Du erwähnst schenkt dem Bild viel Tiefe.
    LG Ivonne
  • Beatrice J. 17. Januar 2012, 17:14

    Trotz widriger Umstände macht sie einen enorm kompakten und kraftvollen Eindruck - bei meinem, garnicht so kleinen, Blasenflechtenangebot hier in der Gegend, doch eine echte Überraschung - sind die röhrenförmigen etwas seltener zu finden, oder muss ich noch genauer hinschauen...;-))..? Das Bild und die erklärenden Worte sind natürlich wieder eine echte Bereicherung.
    Mit freundlichen Grüssen Beatrice
  • Burkhard Wysekal 16. Januar 2012, 19:03

    Immer fein, wenn man kein bodenloses Faß vor sich hat.......:-)).
    Schaut alles gut aus für mich aus , wobei man hier sogar ohne Anschnitt auskommt.
    LG, Burkhard
  • Maria J. 16. Januar 2012, 11:08

    @ Danke Ulrich,
    ja, das verlinkte Bild zeigt sehr deutlich, wie die kopfförmigen Sorale aussehen können ... uns sollten,
    wenn die Flechte sich wohl fühlt ..;-)
    Auch die Röhren sind gut erkennbar,
    so dass ich sie nun wohl nicht mehr mit einer Blasenflechte verwechseln kann ...!
    Wie ich sehe hast du vor 3 Jahren schon gestackt!
    Die Qualität ist ausgezeichnet!
    Die grünen Krümel sind also Grünalgen!
    Dann könnten ja noch ein paar mehr Flechten kommen und sich in diesem Schlaraffenland
    auf dem Faß ansiedeln ...;-)
    Danke für Bild und Info!
    Viele Grüße,
    Maria
  • Ulrich Kirschbaum 16. Januar 2012, 4:52

    Vielen Dank Euch allen für die freundlichen (und toleranten) Anmerkungen.
    @Maria: Bei den grünen Krümeln handelt es sich um frei lebende Grünalgen, die nicht von einem Flechtenpilz eingefangen und in die Symbiose (Sklaverei) gezwungen worden sind.
    Voll ausgebildete Kopf-Sorale kannst Du auf beigefügtem Bild sehen, das ich früher hier eingestellt habe. Bei diesem vitalen Exemplar sieht man auch die namengebenden röhrenförmigen Lappen besser.
    mfg Ulrich
    Röhrige Blasenflechte
    Röhrige Blasenflechte
    Ulrich Kirschbaum
  • Maria J. 15. Januar 2012, 20:06

    Eine interessante Flechtengeschichte erzählst du hier wieder ... und auch das Anschauungsmaterial kann sich sehen lassen!
    Wie die kopfförmigen Sorale an den Lappenenden eigentlich aussehen sollten, wirst du sicher noch auf einem deiner nächsten Fotos zeigen können,
    aber vorerst bin ich völlig einverstanden mit diesem Exemplar ...;-)
    Es scheint mir, als würde die kleine grüne Flechte sich über die Blasenflechte ausbreiten wollen!
    Möglicherweise ist sie ihr als Substrat angenehmer als das olle Faß?!
    Beste Grüße, Maria
  • Mykophile Waldwutz 14. Januar 2012, 16:29

    Solche Makrokosmen wie Dein Fass finde ich immer besonders interessant, eine Prima Grundlage für Deine unheimlich informative Serie. Sie hat mich heute mal verleitet an den Pilzen vorbeizugehen (man war das schwer, ich zitter immer noch), und mir nur die verschiedenen Flechten in der Fischbeker Heide zu beschauen. Ich werde wohl in Zukunft nicht mehr so schnell an den Flechten vorbeirauschen wie sonnst, das war wirklich interessant. Da siehst Du mal was so ein Fass alles anrichten kann :O)

    Gruß Olaf
  • Ulrich Schlaugk 14. Januar 2012, 13:25

    @ Fritz,
    probier das Stacken mal.
    Ich habe daran viel Spaß gefunden.
    Ich meine auch, wenn man einen Stack beurteilen will, sollte man es selbst probiert haben.
    MfG Ulrich
  • Fritz Armbruster 14. Januar 2012, 10:05

    Ist ja beinah wieder ein Flechtenkurs mit fototechnisch fasst perfektem Ergebnis
    die Erläuterung zur Flechte selber finde ich sehr informativ,
    „wieso sie fast keine Soralen ausbildet“ usw.
    das macht Lust mal auf Flechtenjagd zu gehen,
    ich überleg mir das mit dem Stacken noch mal :-)))

    servus Fritz
  • Ulrich Schlaugk 14. Januar 2012, 8:52

    Die Erläuterung zu lesen ist Genuß und Gewinn.
    Da sehe ich über fototechnische Peanuts gern hinweg.
    Freundliche Wochenendgrüße
    Ulrich
  • Manfred Bartels 14. Januar 2012, 8:39

    Deine Erläuterungen gehen weit über eine reine Benennung der Arten hinaus. Es macht Spaß das zu lesen, auch wenn ich vieles davon schnell wieder vergesse.
    Die Flechte hast Du gut ins Bild gesetzt, mit der beginnenden Unschärfe des Hintergrundes kann ich mich aus fotografischer Sicht nur schlecht anfreunden.
    An einen Stack muß ich aber wohl andere Maßstäbe berücksichtigen.
    Ich mache jetzt erstmal eine Woche Urlaub, dann kümmere ich mich wieder um meinen Peltigeriarasen.
    LG Manfred
  • Günther Breidert 14. Januar 2012, 8:23

    Makros sind sehr oft da und dort unscharf. Ich bemerke es schon nicht mehr - gehört einfach dazu.
    Aber dein Bild und die Erläuterung, ist einfach bemerkenswert.
    LG Günther
  • Jörg Ossenbühl 14. Januar 2012, 7:53

    ich bin der Meinung die Aufnahme ist hervorragend.
    Die von Dir angesprochene Unschärfe könnte man wenn man das wollte, sehr wahrscheinlich mit weiteren 20 Aufnahmen für den Stack eliminieren.
    Aber im Grunde genommen stört der unscharfe Bereich nicht wirklich.

    lg jörg

Informationen

Sektion
Ordner Flechten
Klicks 541
Veröffentlicht
Sprache
Lizenz

Exif

Kamera DMC-G3
Objektiv ---
Blende 5.6
Belichtungszeit 1/10
Brennweite 45.0 mm
ISO 160