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Der Vogelflüsterer

Der Vogelflüsterer

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Karl-Dieter Frost


Pro Mitglied, Schleswig Holstein

Der Vogelflüsterer

Frühjahrshormonie

Ein Buchfink raste durch die Hecken
Und wollte seine Liebste necken.
Der Trieb war stark – die Liebe groß –
sie will noch nicht – was ist denn los??!
„Egal, Dich krieg’ ich schon, mein Schatz“,
ruft er, “sonst nehm’ ich mir ´nen Spatz!“
Sie jagt davon mit Wut im Leibe
und brettert gegen eine Scheibe!
Zu dicht folgt er ihr am Gefieder –
bewußtlos knallen beide nieder.

Ein Mensch erscheint, vom Lärm erschreckt
und sieht die beiden ausgestreckt
am Boden. Sanft nimmt er sie auf
und flüstert: „Kommt , nun geht nicht drauf!“
Geduld und Wärme in der Hand;
ein Tröpfchen Wasser am Schnabelrand.
Die Köpfchen fang´n sich an zu dreh´n –
wie schön ist das mit anzuseh´n.
Und einer dieser kleinen Dinger
setzt sich dann bald auf einen Finger.
Noch sind sie beide recht benommen,
zum Glück jedoch davon gekommen!

Nun lockt sie schon wieder mit ihren Reizen
Und läßt ihn erneut durch die Büsche heizen!

Karl-Dieter Frost

Kommentare 6

  • Marina Luise 9. Februar 2013, 18:22

    Boah - diese Seite kannte ich ja noch gar nicht an dir! Das ist sooo lieb - und die Fotos echt spektakulär!!
    Ich finde auch dein Gedicht super - goldig dazu!
    Bravo zu all diesen Facetten! ;)
  • Eckhard Meineke 5. Oktober 2008, 11:37

    Lieber Karl-Dieter, das war ja ein außerordentlich seltenes Erlebnis, das Du dazu noch fotografisch festhalten konntest. Ich habe dergleichen erst zweimal erlebt. Beim ersten Mal hat sich der Vogel, der gegen die Scheibe geknallt war, offenbar das Genick gebrochen; jedenfalls war er tot. Beim zweiten Mal war das Vögelchen eine halbe Stunde bewusstlos, bevor es wieder davonflog. Aber beide Male, im unglücklichen und im glücklichen, war es jeweils nur ein Vogel. Also ist das, was Du da fotografiert hast, für einen Menschen quasi ein Jahrhundertereignis. Und dann noch das Gedicht ... gut, das Schema kommt mir als Germanist irgendwie bekannt vor ;-), aber man muss es ja auch erst einmal gekonnt umdichten. Eckhard
  • werner weis 23. November 2007, 10:35

    MOTIV
    Letzten Sonntag hatte ich ein ähnliches Erlebnis und schrieb einen ironischen (für fc langen) Text dazu. Dein ausführliches und dabei spannend-witziges Gedicht gefällt mir sehr. Es läuft rund und es ist dem intensiven Erlebnis angemessen in Verse gesetzt.
    HANDWERK
    Technisch ausgereiftes Folo, mehr geht nicht - Kompliment - Motiv hier ist nicht einfach zu verwirklichen, da man bei so einem Bild immer denkt, die seien zahm - dabei sind sie wildlebend und in einer speziellen geschockten Situation - meine Meise letzten Sonntag war so geschockt, dass sie auch lange bei mir blieb - ich hatte es mit dem Foto einfacher - hatte sowieso nur das handy zur Hand und fotografierte nur eine "Notiz" von dem Geschehen.
  • Johann Buss 6. Januar 2006, 17:08

    Sieht man selten schönes Bild .
    Sehr gut
    Gruß
    Johann
  • Brigitte B. 6. Januar 2006, 9:30

    gefällt mir richtig gut!
    Und deine Zeilen dazu - einfach klasse...
    lg
    brigitte
  • Thomas Heyn 5. Januar 2006, 18:12

    Unglaublich!
    Das muß ja ein tolles Erlebnis gewesen sein.
    Interessant Aufnahme!!
    LG Thomas