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„Ich fotografiere nicht!“ ist meine Antwort auf die Frage eines Freundes, aus welchem Grund, mit welcher Einstellung und mit welcher Motivation ich mich mit einer Kamera im Anschlag durch die Wirrungen des Lebens schlage. Diese Antwort bewirkt beim Gegenüber ein Stirnrunzeln, einen verwirrten Blick und eine hochgezogene Augenbraue. Dieser Effekt wird noch dadurch gesteigert, dass die fragende Person genau in diesem Moment in meine Kameralinse blickt und ein unmissverständliches „Kla-Klick“ meine Aussage unterstreicht. „Aber...?“
Ich würde die Welt gerne in einen besseren, schöneren und lebenswerteren Ort veränderen, als ich ihn oftmals erkenne. Es gibt so viel Schönes in der Welt, so viele Kleinigkeiten, welche die Menschen anscheinend nicht mehr sehen können, nicht mehr sehen wollen und auf welche sie auch keine Rücksicht mehr nehmen. Und es gibt so viel Leid auf der Welt, so viel Unrecht und auch dies wird von der Gesellschaft nur noch bedingt erkannt und noch viel seltener verstanden und dagegen angekämpft. Manchmal möchte ich die Menschen an den Schultern packen, sie rütteln und ihnen ins Gesicht schreien, die Augen zu öffnen und das zu sehen, was ich sehe. Die Welt ist kein schlechter Ort, aber Ignoranz und Gleichgültigkeit können ihn schnell zu einem machen. Manchmal träume ich davon, mir eine kleine Holzkiste zu schnappen, auf den nächsten öffentlichen Platz zu rennen und dort auf der Kiste stehend meine Botschaften zu verkünden. Doch wenn ich im Traum zur Seite blicke, bin ich von Tausenden von anderen Marktschreiern umgeben, welche die Passanten mit Versprechungen von Reichtum, Anerkennung und einem besseren Leben locken. Und ich starre lautlos in ein Menschenmeer aus Hinterköpfen...
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Doch wenn man Bild und Wort zu einer Einheit verknüpft, dann entsteht etwas Neues daraus. Etwas, mit dem ich mir vielleicht Gehör verschaffen kann. Etwas, dass die Menschen dazu bewegt, bloss für einen Augenblick die Welt durch meine Augen zu sehen. Und vielleicht wird ein Teil der Botschaft verstanden, nicht durch die unzähligen Versprechungen der Konsumgesellschaft überspielt und vielleicht kann der Einzelne auf diesem Wege tatsächlich die Welt verändern... mit kleinen Schritten.
Ich fotografiere nicht. Ich zeige den Menschen bloss einen Ausschnitt aus der Welt, den sie tagtäglich sehen und tagtäglich daran vorbeigehen, aber vielleicht noch nie erkannt haben.
„Kla-Klick“
Diesmal ist das Gesicht meines Kollegen nicht mehr fragend... er lächelt und das ist gut so.
Die eine Kuh hat sich als sie mich bemerkte (in dem Moment der Aufnahme) sogar umgedreht, mich lange kritisch gemustert und kam dann in meine Richtung.
Hi Alex
Da enteck'ich ja ne ganz neue Seite von dir. Bin jetzt auch Mitglied bei FC und hab mir erlaubt dich als Buddy zu speichern..ich beweg mich noch auf etwas wackligen Beinen, aber das kommt bestimmt noch. Freue mich auf weitere Fotos von dir...vielleicht gibt es ja in Grüsch tolle Motive zu entdecken?! ;-)
Deine Bilder gefallen mir echt gut! Ich werde dich wohl mal zu meinen Buddys hinzufügen, damit ich immer auf den neusten Stand bin! Mach weiter so! Lg Doreen