Guenther Tomek – Maze Overlook

 

Guenther Tomek mit dem Foto "Maze overlook"

Foto: Guenther Tomek

Das Bild wurde am 07. September 2015 um 7 Uhr zum Sonnenaufgang aufgenommen. Es besteht aus fünf Einzelaufnahmen im Hochformat und wurde zum Panorama zusammengesetzt.

Das war bisher meine längste Tour mit meinem Sohn in die Maze des Canyonlands National Parks in Utah, Vereinigte Staaten von Amerika. Dieses Ziel war auch dieses Jahr wieder der Höhepunkt unserer Reise über das Colorado Plateau in Nevada, Utah, Arizona, Colorado und New Mexico. Die Maze ist der wildeste Teil von Canyonlands und gehört zu den abgelegensten und unzugänglichsten Regionen in den USA.

Hier hat man absolute Einsamkeit und vollständige Ruhe für eine friedliche Inspiration auf der einen Seite. Auf der anderen Seite braucht man für diese besondere Herausforderung viel Selbstvertrauen und Genügsamkeit, die diese ungezähmte Wildnis mit sich bringt. Dabei hatten wir 50 l Wasser und Reservekanister mit Benzin. Die Fahrt dorthin ist die erste Herausforderung, dauert einen Tag und fordert auf einer extrem schwierigen Piste einen bestens ausgerüsteten, höher gelegten und zuverlässigen Geländewagen. Unser Jeep Wrangler ist mit 35 Zoll Reifen, einer Seilwinde und aushängbaren Stabilisatoren ausgerüstet, und hat oben ein Dachzelt. Für den Notfall können getrennt für Vorder- und Hinterachse Sperrdifferentiale zugeschaltet werden. Der 300 PS Motor mit der 1:4 Übersetzung im Geländegang erlaubt es, die Drehzahl in der Regel unter 2000 U/min zu halten.

National Park Service:

„Four-wheel-drive roads in the Maze are extremely difficult, present considerable risk of vehicle damage, and should not be attempted by inexperienced drivers. A high-clearance, four-wheel-drive vehicle is REQUIRED for all Maze backcountry roads. Four-wheel drivers should be prepared to make basic road or vehicle repairs and should carry the following items: at least one full-size spare tire, extra gas, extra water, a shovel, a high-lift jack. Be sure vehicles are in good working order.“

Wie beim Klettern ist für diese schwere Geländetour mit unserem Jeep höchste Konzentration erforderlich, man kann sich in dieser Abgelegenheit keine Fehler erlauben. Es ist schon erstaunlich, was man alles fahren kann. Zu Fuß wären wir an etlichen Stellen deutlich schneller gewesen, bei 180 km Strecke geht das halt nicht. Die Fahrt lief dann im 4L-Gang, ausgehängten Stabilisatoren an der Vorderachse und niedrigem Luftdruck in den Reifen gut ab.

Auch die Wanderungen in der Maze sind eine außerordentliche Herausforderung, die einsamen Wanderungen in diesem heißen Canyonlabyrinth – ein „30-Quadratmeilen-Rätsel aus Sandstein“ – gehören zu den 10 gefährlichsten Touren in den USA, kein Wasser und verwirrende Canyons über viele Kilometer hunderte Meter tief und nur ein paar Stellen zum Ein- und Ausstieg.

Wir haben die absolute Abgeschiedenheit, die unglaubliche Ruhe und den atemberaubenden Blick über das Canyonlabyrinth genossen und den Lauf von Thunderstorms darüber in 40 km Entfernung verfolgt.

Zu hören ist nur das zarte Rauschen des manchmal aufflauenden Windes in den wenigen Büschen und Bäumen oder von den schroffen Canyonwänden. Manchmal hört man ein großes Insekt vorbeifliegen oder hört den hochfrequenten Flügelschlag eines Kolibris oder es raschelt eine kleine Eidechse im grünen Gebüsch auf dem roten sandigen Boden.

Unterbrochen wird die Stille immer wieder durch vorbeiziehende hohe Flieger.

Nach der kühlen Nacht und dem folgenden Sonnenaufgang, den ich zum Fotografieren mit Pullover genutzt habe, sind am Mittag wieder 35 bis 40 Grad erreicht. Der Boden in dieser unberührten Natur ist unglaublich weich, an manchen Stellen sinkt man bis zu 5 cm sofort ein, so dass es einem Leid tut, diesen endlos unberührten Flecken verletzt zu haben.

Ab Ende Juli ist auf dem Colorado Plateau Monsunzeit, d.h. man kann jeden Tag mit einem Thunderstorm rechnen, der meistens irgendwo isoliert vorbeizieht und einen nur selten trifft. Die unglaubliche Fernsicht erlaubt es, diese über große Entfernungen bis zu 50 km weit zu verfolgen. Wenn Thonderstorms angekündigt sind, ist dies auch für uns der Anlass diese Region als Ziel für außergewöhnliche Fotos eines dramatischen Naturschauspiels aufzusuchen. Nur schwere, längere Regenfälle dürfen es nicht sein, dann sind die Strecken nicht befahrbar.

Autor: Guenther Tomek
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