Frank Jeworrek-Schmidt – Guten Morgen Großer Feldberg

 

Frank Jeworrek-Schmidt mit seinem Foto "Guten Morgen großer Feldberg"

Foto: Frank Jeworrek-Schmidt

Lange schleifte mich die Zeit einfach mit. Ich konnte mich dem Würgegriff meines veränderten Lebens nicht entziehen. Mich hatte es gewaltig aus der Bahn geschmissen. Trotzdem hatte ich immer wieder versucht, das Neue anzunehmen und hinter den Veränderungen einen Sinn zu entdecken. Nichts fühlte sich mehr ehrlich und echt für mich an.

Entschlossen sortierte ich meine Fotoausrüstung am Abend. Es sollte keine Ausrede geben, mich der Selbstkasteiung am nächsten Morgen zu stellen.

Ein kreischend lauter Wecker ermahnte mich nach viel zu kurzem Schlaf, das warme Bett zu verlassen. Sollte ich diese embryonale Geborgenheit gegen die Qualen eines viel zu frühen Aufstehens tauschen? Das passte nicht zu mir! „Ich habe sie nicht mehr alle“, dachte ich und im selben Moment gefiel ich mir trotzdem dabei. Ein bisschen bekloppt war ich schon immer. Ich befahl mir, der Wecker sollte der Sieger sein.

Mein Auto brachte mich aus der Stadt. Die Straßen waren von Menschen ausgefegt und die Fahrt führte mich in die Dunkelheit des Taunus. Nun war ich wirklich in meinem Vorhaben verfangen. Toll!

Der Große Feldberg begrüßte mich in grauen Farben. Ein erwachender Tag wartete hier auf mich … allein an diesem Ort. Vor dem unwirklichen Panorama einer weiten und noch müden Landschaft bereitete ich mich auf das Fotografieren vor.

Nur noch ein verirrter Spaziergänger führte hier seinen Hund Gassi. Der Felsen aber gehörte jetzt mir. Bald wich die Dunkelheit dem heller werdenden Pastellschimmer des Morgens. Plötzlich veränderte sich jeder Augenblick in langsamer und viel zu schneller Weise.

Die noch versteckte Sonne kündigte sich majestätisch an, indem sie die filigranen Wolkenformationen leuchtend mit blutroten Farben anstrich. Ständig verwandelte sich das Schauspiel für mich. Zunehmend gelb und orange strahlend wurde der Himmel in warmes Licht getaucht und es bot sich mir der Ausblick auf den Taunus in lebendigen Herbsttönungen.

Es war mein persönliches Privileg, diese Eindrücke erleben zu dürfen. Im Fotografieren suche ich meinen persönlichen Stil, um Erlebnisse erzählen zu können. Jederzeit kann ich mir das Geschenk machen, mich in solch tollen Momenten zu finden.

… das ist ehrlich und echt … es macht einfach wieder Spaß in meinem neuen Leben …

Müde und zufrieden – mit meiner Beute auf der Speicherkarte – begann für mich ein Samstag mit Zuversicht.

Autor: Frank Jeworrek-Schmidt
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