campo imperatore – Orang Utan Waldmensch

 

campo imperato mit seinem Foto "Orang Utan Waldmensch"

Foto: campo imperatore

Von den drei großen Arten der Primaten fasziniert mich der Orang Utan (Waldmensch) immer wieder im Besonderen. Die Bücher über die Langzeitstudien der drei großen Forscherinnen zu den Primaten,habe ich mit großer Gespanntheit mehrfach gelesen. Alle drei Forscherinnen wurden interessanter Weise vom gleichen Forscher, dem Paläontologen Louis Leakey, zu diesen Langzeitstudien angeregt.

Birutė Galdikas, die sich mit dem Waldmenschen befasste, ist wohl die am wenigsten bekannte Forscherin, gegenüber ihren Kolleginnen, Jane Goodall (Schimpansen) und Dian Fossey (Gorillas). Der Orang Utan (Borneo) ist neben dem Berggorilla (Grenzgebiet Kongo, Ruanda, Uganda) am stärksten von der Ausrottung bedroht.

Das Foto entstand an einem wunderschönen Sonnentag bei einem meiner Zoobesuche. Wie immer bei diesen Gelegenheiten, habe ich besonders viel Zeit und Aufmerksamkeit für die Primaten reserviert.

Es war, als wenn mich der Waldmensch anlockte und unbedingt fotografiert werden wollte. Obwohl das Gehege von Besuchern umlagert wurde, habe ich mich mit Entschiedenheit an die Stelle manövriert, die mir als die richtige Position erschien, um diese Aufnahmen zu machen. Dabei hat mich der Blick und die Mimik des Primaten zu intensiven Gefühlen herausgefordert.

Noch rechtzeitig hatte ich die Aufnahmen beginnen können, bevor mich weitere Besucher schon zur Seite drängten um selbst an vorderer Stelle des Geheges zu stehen.

Aber in dem selben Augenblick war die Pose meines Models schon wieder vorbei. Es war, als wenn sein Rückzug eine Reaktion auf den Abschluss einer ungeplanten Fotosession war.

Noch einige Male kehrte ich an diesem Tag an das Gehege zurück, um eventuell noch weitere Aufnahmen zu machen. Aber mein Model hatte sich in den Kreis seiner Familie zurückgezogen, wohl um zu erzählen, welch tolles Model es an diesem Tag war. Angeber kann man dazu wohl nur sagen.

Sein Blick aus dem Foto heraus erzählt aber doch ganz andere Geschichten. „Sein und Schein“, analog zu uns Zweibeinern.

Dieser Blick wühlt mich heute noch auf, wenn ich mich davon suggerieren lasse.

Beim Blättern in meinen Fotos fesselt mich dieser (An)Blick immer wieder.

Autor: campo imperatore
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