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Erstaccount: Ulrich K.reichgauer

Kommentare 1

  • kunstprodukt 5. Juli 2007, 20:31

    Kunst entsteht dann, wenn der Mensch aus der Welt, die ihn umgibt, und deren Teil er ist, aus dem ewigen Einerlei des Fressens und Gefressen-werdens einen Artefakt herausbildet, und in einen neuen Zusammenhang des Bedeutens stellt, der nicht „ernst“ ist, sondern Spiel. So sehen wir im Kind, daß Gräser und Zweige in einem Astloch zu seinem Schlosse Avalon arrangiert, mit vollem Recht einen Künstler, der den geheiligten Bezirk seines Wirkens behauptet und gegen fremde Inanspruchnahme verteidigen will. Der Raum des Wirkens, das kann eine Leinwand sein, ein Stück Papier, eine Bühne – alles und nichts. Das Kunstwerk als sinnlich wahrnehmbarer Sinn wird dem kruden Unsinn der Welt entgegenstellt; der Mantelsaum des Absoluten, des Göttlichen rauscht durch den winzig kleinen Moment des künstlerischen Schaffens.
    Die akademische Kunst der Diplome und Seminare, der Schulen und Lehrgänge – sie vermitteln Techniken, die im jeweiligen kulturellen Umfeld die Chance der Achtung dieses Spielfeldes erhöhen – insofern Macht vermitteln durch Teilhabe an der Macht des Überkommenen – der Tradition. Je mehr ein Künstler dieser Tradition folgt, je strenger das Reglement des Stils und der Mode, um so weniger ist daß, was entsteht, noch Kunst, und um so mehr ist es Kunsthandwerk, verblaßt zum art-déco im besten, zum Kitsch im schlimmsten Falle.

    Je größer die Macht der Technik, der Moden und Traditionen, je routinierter der Prozeß von Produktion und Rezeption von Kunst, je raffinierter und organisierter das System, um so weniger Kunst findet in ihm Platz. Aus dem Fressen und Gefressen-werden wird nichts mehr herausgehoben, keine neue Sicht geschaffen auf die Welt, sondern die Kunst in ihrer akademischen Diszipliniertheit eben jenem Fressen zum Gefressen-werden vorgeworfen. In dem Maße, in dem Kunst in „die Gesellschaft“ integriert wird, verliert sie sowohl das Spielerische, als auch das Heilige. Anspruch auf Schutz und Förderung sind dort verwirkt, wo Künstler selbst als Schützende und Fördernde auftreten – Faktoren sind in allerlei Kalkülen, Funktionäre reinsten Wassers.
    Solche „Kunst“, dem Realen und den Realitäten willig untertan, freudiges Mittel zum schalen Zweck, ist Politik und Geschäft, showbuisness und Propaganda – mit einem Wort: korrupt. Sie hat jede Existenzberechtigung verloren, und ihr wie ihren geschmeidigen wie geschäftstüchtigen Epigonen gebühren nur mehr die unsterblichen Worte Cromwells:

    „Für das wenige Gute, daß Ihr getan, sitzt Ihr schon viel zu lange hier. Fort mit Euch, sage ich, wir wollen mit Euch nichts mehr zu tun haben ! Um Gottes Willen geht !“
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