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zweipunktstütze und tragegriff für EF 600/4.0 L IS USM

zweipunktstütze und tragegriff für EF 600/4.0 L IS USM

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Photonenbändiger


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zweipunktstütze und tragegriff für EF 600/4.0 L IS USM

es hat mich schon immer genervt, dass an den griff für so ein schweres teleobjektiv gleichzeitig die stativkopfschiene verschraubt werden muss. ich habe das ding nach dem kauf keine 10 minuten in der hand und wußte, was für einen konstruktiven murks man hier abgeliefert hat. und das betrifft fast ausschließlich alle hersteller (außer leica).

minolta war damals wenigsten so klug und hat bei seinem 600/4.0 griff und schiene voneinander getrennt. und minolta ist sicherlich nicht deshalb pleite gegangen, das sie das als einzige so gemacht haben.

meine idee war schon immer, das man werksseitig eigentlich zwei ringe braucht. einen vorn an der frontlinse und einen so, wie jetzt auch hinten am blendenkasten. nach oben wird der griff dran geschraubt und unten werden beide ringe mit einer durchgehenden schiene verbunden. somit entsteht ein kraftviereck, in dem sich die schwingungen tot laufen können. warum das werksseitig nicht möglich sein soll, ist mir ein rätsel. da kommen schon zweifel an der mondlandung von 1969 auf :-). und beim canon EF 1200/5.6 L, was letztlich nur als machbarkeitsstudie in einer stückzahl von 10 einheiten produziert wurde, hat man das doch so gebaut (siehe https://www.google.de/search?q=EF+1200/5.6+L&client=firefox-b&dcr=0&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwisg6KZ1dfXAhWCmLQKHXDlDOgQ_AUICigB&biw=1360&bih=609). an der stelle haben es die konstrukteure doch begriffen!

eine anfrage meinerseits an canon, warum man sowas nicht auch für die kleinen modelle anbietet, blieb unbeantwortet. und ein telefonat mit r. burzinsky ergab, dass er sowas nicht machen will. eigentlich ist er der spezialist für solche sachen. zudem wäre das dann auch nicht massenproduzierbar, weil der kunde das von r.b. einbauen lassen muss.

nun sind zweipunktstützen keine so neue angelegenheit. r. burzinsky bietet sowas für ale möglichen modelle an und markins hat als einziger mir bekannter massenproduzent sowas zumindest für die version II des EF 600/4.0 L IS USM im angebot (siehe http://www.photoproshop.com/Objektivzubehoer/Objektivschellen/Markins-RC60-Objektivschelle-Canon-600mm.html?XTCsid=6huj0d5lmuprmm169hfsfs1tq5).

leider, wie gesagt nur für die vers II und nicht vers I. allen lösungen gemein ist aber, und jetzt kommt der eigentliche clou, dass diese die vorhandene objektivschelle in ihre konstruktion mit einbeziehen und man trotzdem nicht erreicht, was man braucht: den griff nach oben zu bringen.

und genau das ist mir mit dem FC-mitglied (http://www.fotocommunity.de/fotograf/adeon/1683484 ) gelungen. ich habe die ideen zum bedarf und auch schon lösungen im kopf und er ist ein begnadeter werkzeugmacher, konstrukteur und kontrollierendes korrektiv meiner vorstellungen. denn vieles, was ich mir so vorstelle, ist gar nicht machbar oder bringt die werkstoffe an ihre grenzen, um die adeon weiß. und dann rückt er mir schon mal den kopf gerade.

hier sehen wir den prototyp II, die version III ist bereits in arbeit. bei vers II ging es zunächst darum herauszufinden, ob die sache vom prinzip her funktioniert. ja, tut es. vers III unterscheidet sich in der verwendung der werkstoffe und der klemmung. da steckt ne menge gehirnschmalz drin, so manche schlaflose nacht und einige frühmorgentliche geistesblitze.

genau ausgemessen habe ich das nicht (z.b. mit oszilloskop), wann eingebrachte schwingungen komplett abgeklungen sind, aber wenn ich mit dem finger an das stativ schnippe, dann steht das sucherbild nach ca 0,6-0,8". mit der schiene unter dem originalgriff als freischwingende einpunktlösung sind es "gefühlt" ewigkeiten. na sagen wir mal 1,2-1,5".

jetzt warte ich mal auf den prototyp III und werde sehen, wie der sich im vergleich dazu schlägt. momentan kann diese einheit nur für das EF 600/4.0 L IS USM angeboten werden, weil von keinem anderen modell die maße bekannt sind. ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass derjenige, der als erster bei adeon vorstellig wird, um die maße nehmen zu lassen, das ganze dann zu einem vertretbaren selbstkostenpreis bekommen wird. denn ob 400/2.8, 500/4.0 oder 800/5.6 - vom prinzip bleibt es das gleiche, nur mit anderen maßen. ähnlich sollte das auch bei nikon funktionieren. was die vers II der canon-tele angeht, so muss man mal sehen, denn hier ist der blendenkasten konisch ausgelegt, was zu schwierigkeiten führen kann. das muss man einfach mal versuchen.

die vorteile auf einen blick:

1.: schwingungsdämpfung durch 2 stützpunkte der schiene, dadurch schärfere bilder auch bei kritischen zeiten
2.: tragegriff kommt nach oben und ermöglicht so ein sicheres aufsetzen mit EINER hand auf das stativ, denn die last ist jetzt unter der hand und nicht darüber.
3.: erhalt aller funktionen, wie sonnenblende in transportstellung oder drehung ins hochformat.
4.: fertigung auf jedes gängige schienenprofil möglich (z.b. arca oder sachtler)
5.: kann vom anwender mit einigen handgriffen selbst montiert werden.
6.: da der griff jetzt oben steht, kann man in die 3/8"-buchse vom griff noch eine madenschraube reindrehen und eine arca-kupplung montieren. so kann man eine zweite kamera oben drauf packen und filmen und fotografieren gleichzeitig, vllt sogar mit identischem bildausschnitt, wenn die filmkamera das hergibt.

hier mal ein video https://www.dropbox.com/s/mb111665schyuiv/zweipunktst%C3%BCtze%20f%C3%BCr%20EF%20600%204.0%20l%20is%20usm.mp4?dl=0

Kommentare 12

  • N. Nescio 5. April 2019, 0:18

    danke fürs Video - jetz tweiß ich, wie der moormolch aussieht und spricht.
    lg gusti
  • herbstfalke 24. November 2017, 21:16

    Oh hervorragend. Genau das habe ich mir auch bereits überlegt und es nervt jedes Mal. Für das Geld was die Objektive kosten, sollte sich über so etwas Gedanken gemacht werden. Ich vermisse auch einen Griff am Canon EF 100-400..... aber hatte dort noch viel mehr das Problem, dass die originale Objektivhalterung eine Frechheit ist. Die am alten 100 - 400er war schon eine Katastrophe und diese jetzt am Nachfolger schießt echt den Vogel ab. Vielleicht habe ich eine ungünstige Toleranzlage der Teile zueinander aber sie wackelt wie ein Lämmerschwanzm, egal wie fest man sie an dem fummeligen Einstellrad dreht. Geht gar nicht. Da kann man auch ein "Aldi-Stativ" nehmen, denn der Verbund ist alles andre als steif.
    Daher baute ich mir aus Kaufteilen und etwas Modifizierung an der Drehbank auch eine 2-Punkt-Auflage. Jetzt ist es steif und ich spüre schon beim befestigen eine deutliche Verbesserung. Ich habe es in Bildern mit Selbstauslöser verglichen und es ist ein definitiver Unterschied erkennbar. Für ein Objektiv mit über 2000 EUR ein Witz.
    Das Distanzstück an der Kamera ist genau 1 mm zu lang, was abgedreht wurde.
    Jetzt macht die Ansitzfotografie auf dem Stativ richtig Spaß, was vorher frustrierend war.
    Konverter ist so natürlich nicht verwendbar, das ist bei dem Objektiv aber ohnehin nicht zu empfehlen, da die Qualität echt schlecht wird.

    Also ich habe damit die Grundfunktion einer steifen Anbindung wieder erreicht aber nicht Deine high-end-Lösung jetzt auch einen Griff zu haben. Ich denke aber, dass ich mich genauso aufgeregt habe wie Du über so viel Schrott und zu wenig nachdenken.

    Objektiv-Halterung
    Objektiv-Halterung
    herbstfalke
    • Photonenbändiger 30. November 2017, 0:00

      "..... Bei deinem Video hätte ich eine Nahaufnahme der 2-Punkt-Schelle mir noch gewünscht....."

      ich auch. aber da braucht man einen zweiten mann oder eine zweite kamera und muss dann noch mit videoschnitt-progs umgehen können. hab ich alles nicht.
      das video ist wie die lösung: einfach, ohne schnörkel, aussagekräftig. mehr muss nicht.
    • herbstfalke 30. November 2017, 7:42

      Deine pragmatischen Ansätze gefallen mir. Versteh ich sofort und man kann die Details ja im hier eingestellten Bild sehen.
      Produkt wirkt durchdacht, "Erprobung" machst Du im Feld, fertig.
    • Jupp Kaltofen 25. April 2019, 14:17

      Es wackelt jedenfalls nichts mehr. Die Stativschelle scheint auch mehr ein Kompromiss zu sein. Man will ja noch an den Ring zum Scharfstellen rankommen können. 
      Nun, ich würde mir jedenfalls eine Option wünschen, die ein Zweipunktsystem möglich macht. Die Lösung sieht aber schon sehr professionell aus.
    • Photonenbändiger 25. April 2019, 20:24

      alles ist kompromissbehaftet. sonst wäre es perfekt. es gibt nicht mal einen perfekten kreis oder eine perfekte kugel. das gibt es nur in der mathematischen definition.

      ob man mit einem supertele manuell scharf stellen kann, ist ziemlich nebensächlich (weshalb das in die projektierung gedanklich nicht eingeflossen ist). dass habe ich in den 14 jahren, seit ich das ding habe, erst einmal machen müssen. und zwar hier
      Zwergdommel III
      Zwergdommel III
      Photonenbändiger
      . da hat wegen der störenden halme der AF keine chance, den fokus präzise zu setzen.

      so, meiner, jetzt will ich mal deinen vorschlag sehen! wenn er besser ist, als alles das, was ich kenne (incl meiner lösung), dann greife ich das gern auf und setze es um, insofern das geht. wer den MF unbedingt braucht, der wird sich auch was einfallen lassen. man kann z.b. um den MF-ring eine schelle machen und an dieser schelle einen kleinen handhebel, wie man das von video-/fernsehkameras kennt. ich brauche das nicht.

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Exif

Kamera Canon EOS 5D Mark III
Objektiv EF24-70mm f/4L IS USM
Blende 5
Belichtungszeit 1/200
Brennweite 70.0 mm
ISO 400

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