Was Gewaltherrschaft und Krieg nicht zerstören konnte

Was Gewaltherrschaft und Krieg nicht zerstören konnte

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Franz-Josef Wirtz


kostenloses Benutzerkonto, Düsseldorf

Was Gewaltherrschaft und Krieg nicht zerstören konnte

... wird schließlich wie hier in Jüchen-Spenrath durch den fortschreitenden Braunkohletagebau (Garzweiler II) vollständig vernichtet.

Es ist mehr als beklemmend zu sehen, dass es in Friedenszeiten und in einer Demokratie möglich ist, dass
ganze Dörfer mit vielen tausend Bewohnern und quadratkilometergroße Regionen einer Technik geopfert werden, die sowieso keine Zukunft hat.

Jetzt sind es keine Bomben, die die Heimstatt in Schutt verwandelt. Mit Bürokratentaktik an Landkarten wird gefeilscht, wo die Grenzen des ökologischen Größenwahns enden können. Scheingefechte vor Gericht mit abgekartetem Ausgang binden Hoffnungen, Mittel und Elan. Erbitterte Grabenkämpfe finden in den Familien und Vereinen statt. Geheimverhandlungen und Desinformation säen Missgunst und schwächen jegliche Abwehrkräfte. Überkommene Gesetze, Verwaltungsapparatismen und gigantomanische Technik gehen hier eine höchst unheilige Allianz ein. Unwiederbringliche Zerstörung wird allein durch Schwerfälligkeit der Technokratie Jahr um Jahr vorangetrieben. Wird zwei Generationen später, wenn die Tagebaue im Rheinischen Braunkohlerevier ausgekohlt sein werden, vielleicht wieder gefragt 'Wieso habt Ihr nichts davon gewusst', 'Warum habt Ihr nichts dagegen getan?'.

Ein aktuelles Panorama zum Ausmaß:

Das Dorf Spenrath verliert an Substanz
Das Dorf Spenrath verliert an Substanz
Franz-Josef Wirtz


Revierkarte Rheinland:
http://www.debriv.de/pages/grafiken.php?page=255

Mehr zum Thema gibt es im fotohome-Ordner
Energy usage
Ordner Energy usage
(60)

bzw. im Artikel
http://www.fotocommunity.de/info/Braunkohletagebau

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Entstanden beim von Angela DS initiierten Usertreffen am 30.09.2007 in Jüchen-Spenrath im Gebiet des Braunkohletagebaus Garzweiler II.

Kommentare 5

  • Franz-Josef Wirtz 18. Mai 2009, 22:11

    Hallo Herr Moll,

    sicherlich haben Sie Recht, dass es hier zu weit führen würde, wenn Diskussionen zum Bild zu sehr vom Pfad der Fotografie abkommen. Das will und macht ja auch niemand. Und doch, die Menschen sind nun mal so, dass sie vom Thema abschweifen, insbesondere am Niederrhein. Man kommt gerne auch mal vom Hölzken auf's Stöcksken, erst recht, wenn Emotionen im Spiel sind.

    Bilder sind Aufhänger, sie zeigen, was den Menschen mit der Kamera beschäftigt. Bilder werden in der fotocommunity gerne von Texten begleitet, mal polemisch, mal sachlich, mal poetisch, mal beißend scharf, mal weichgespült... In der fotocommunity ist genug Platz für die unterschiedlichsten Bilder und zugehörigen Texte, dieses Spektrum, die Vielfalt ist eine Stärke der fotocommunity.

    Sie nehmen die Gelegenheit wahr, von Ihrem Arbeitsplatz auf einem Schaufelradbagger im Braunkohletagebau in Wort und Bild zu erzählen. Eins meiner Themen ist die andere Seite Ihrer Aktivitäten. Das Leben hat viele Seiten. Der Perspektivenwechsel ist immer interessant.

    Eine schöne Zeit und viele angenehme Erfahrungen mit der Kamera wünscht Ihnen
    Franz-Josef Wirtz
  • MichaelMoll 15. Mai 2009, 19:32

    Sehr geehrter Herr Wirtz
    Ich habe jetzt einige ihrer Fotos angeschaut und auch bewundert. Es sind schöne Arbeiten dabei, mein Kompliment.

    Leider muss ich ihnen aber auch mitteilen das ich es nicht so gut finde das sie im Rahmen der hier gezeigten Tagebau- und Umsiedlungsfotos eine Umwelt- und Energiepolitische Grundsatzdiskussion führen wollen.

    Ich denke in diesm Forum hier sollten wir uns alle auf konstruktive Kritik der gezeigten Fotos beschränken. Das bringt die einzelnen Fotografen sicher eher weiter als die oben von mir genannten Diskussionsthemen.
    Es gibt andere Foren in denen man über Umwelt- und Energiepolitik diskutieren kann. Ich denke hier sind solche Dinge schlicht fehl am Platze.

    Freundliche Grüße und ein schönes Wochenende, Michael Moll
  • Irmhild Engel.s 24. Juni 2008, 23:14

    das wollt ich grad fragen: das ist doch das Haus, in dem das eingemauerte Hakenkreuz unbeanstandet die Jahrzehnte überlebt hat?!
    LG
    I.
  • Franz-Josef Wirtz 12. Oktober 2007, 15:44

    Es ging mir nicht darum, zwei verschiedene Dinge gleichzusetzen, sondern eine Verbindung herzustellen und Parallelen zu ziehen.

    Ich selbst bin kein unmittelbar Betroffener. Und ich bin vielleicht noch nicht zu alt, um auch die mittelbaren Folgen noch zu erleben.

    Siehe auch:
    1933
    1933
    Michaels Fotowelt
  • Dietmar Klein 12. Oktober 2007, 15:41

    Hallo Franz-Josef,

    ich kann deine Wut durchaus verstehen - aber du vergleichst hier zwei Dinge, die man nicht vergleichen sollte. Die Schrecken eines Krieges mit einer verfehlten Energiepolitik zu vergleichen, das macht deinem Herzen vielleicht Luft, aber es ist auch am Ziel vorbei.

    Dennoch viel Glück in der vermutlich neuen, von der RWE bezahlten Heimat.

    Dietmar