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Vater ist tot!

Editors' Choice

Ein Foto von zwei sitzenden Knaben, der eine schaut hoch, vielleicht leicht skeptisch, der andere senkt den von einem Schatten verdeckten Kopf. Dazu eine Telegrammzeile in einem amtlichen Dokument. "KO(MMT S)OFORT VATER TOT". Anfang und Ende einer Geschichte.
Die Geschichte eines Lebens, sie liegt jetzt im Gras wie wir vielleicht früher auch im Gras lagen, entspannt und mit einem ganzen Leben vor uns, welches wir noch nicht kannten. Kreise schließen sich, die Zeit zieht weiter.
Zeitdokumente, sie sind Antworten auf die Fragen woher wir kommen, sie verankern uns in der Gegenwart, und sie zeigen uns vielleicht auch, wohin wir wollen.


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"Ich [sah] einen Haufen Fotos und Briefe auf der Straße liegen, die Menschen traten darauf: es war die letzte Hinterlassenschaft eines gefallenen Soldaten, Fotos aus Russland und Briefe an seine Braut. Das gab mir einen Stich, und ich sammelte die Sachen ein. Wir sollten
den Alten nicht den Mund zuhalten, wenn sie uns etwas erzählen wollen, und wir dürfen ihre Tagebücher nicht in den Sperrmüll geben, denn sie sind an uns gerichtet - die Erfahrungen ganzer Generationen zu vernichten, diese Verschwendung können wir uns nicht leisten.

Wir müssen uns bücken und aufheben, was nicht vergessen werden darf: Es ist unsere Geschichte, die da verhandelt wird."
Walter Kempowski

Liebe Freunde! Ihr könnt immer noch mitmachen, denn es gibt noch freie Lesezeiten bei der Maratonlesung in der Marienkirche zu Rostock. Selbst werde ich am Donnerstag, den 26. September um 18:30 Uhr meinen kleinen Teil beitragen. Ihr seid herzlich willkommen und ich würde mich sehr freuen!

Die dargestellten originalen Dokumente sind aus unserem Familienarchiv.

Kempowski-Archiv-Rostock
Ein bürgerliches Haus e.V.
Klosterhof Haus 3
18055 Rostock
Tel.
0381-203 75 40
www.kempowski-archiv-rostock.de
kempowski-archiv-rostock@t-online.de
Di bis So 14.00-17.00 Uhr
Do 9.30 -12.00 Uhr

Kommentare 19

  • felixfoto01 2. April 2019, 8:07

    Eine Situation, wie sie vermutlich sehr oft, und auch heute noch vorkommt.
    Fotografisch nicht so spannend, aber inhaltlich. Ich fühle mich beim betrachten sofort betroffen. Die Dinge, die nicht im Bild zu sehen sind, erscheinen sofort in meinem Kopf, und ausserdem auch andere, ähnliche Bilder. Wie das von Don McCullin, 1968 in Vietnam aufgenommen:
    http://collections.vam.ac.uk/item/O93819/fallen-north-vietnamese-soldier-photograph-mccullin-don/
  • Ute Allendoerfer 21. Februar 2019, 17:00

    sprachlos, betroffen und und und.... ich habe dieses Foto nie vergessen!
  • Klaus Beyhl 23. Februar 2016, 15:01

    Wer hier keine Tränen in die Augen bekommt - ist dieser Mensch das nicht längst auch?

    Sehr berührende Aufnahme!

    LG, Klaus
  • Lesley Les Paul 4. Juni 2015, 16:45

    Meine Familie 1943 - 1957 !
    Meine Familie 1943 - 1957 !
    Lesley Les Paul


    Habe viel auf Deiner Seite entdeckt !
    Viele Parallelen !
    Kempowski wollte ich Dir sofort wg. Rostock als Link senden,
    aber er ist hier schon zitiert !
    Evrl. besuchst Du einmal meine Seite,
    ich schreibe noch mehr,
    verarbeite mein Leben !
    Ein Gruss von LES
    Kommis sind immer willkommen !
  • hr.zorn 6. Dezember 2013, 23:27

    Ja der Herr Walter Kempowski hat da vollkommen Recht....!!!!!

    Foto passt wie die Faust aufs Auge !!!!

    VG hr.zorn
  • fotograf001 23. Oktober 2013, 5:02

    die Idee finde ich gut, einfach alles wegschmeißen geht nicht, man möchte doch auch wissen, wies früher war....
    Gruß
    Folker
  • Photographische Versuchsanstalt 29. September 2013, 19:40

    Ja, ich hab's getan und vielen Dank an alle Freunde, die dabei waren!!!


    Gruß Roger
  • Sensitiv57 27. September 2013, 11:17

    Phantastische Umsetzung!

    LG Bernd
  • Rico K. 27. September 2013, 7:42

    !!!
  • Anja Giske 26. September 2013, 21:19

    Geschichte hautnah, krass eindringlich
  • DieterHu 24. September 2013, 10:11

    Bild und Text eine ausdrückliche Mahnung.
    LG Dieter
  • Hubert Haase 24. September 2013, 10:07

    Seit einiger Zeit dürfen wir sogar über selbsterlittenes sprechen.Wer hatte uns das eigentlich untersagt?
    LG
  • ausgelagert 24. September 2013, 9:53

    Ein Bild, das sofort "anspricht" und im Inneren etwas auslöst. Und so den Weg bereitet für Worte, die sonst vielleicht gar nicht ankommen würden...
  • Fotostock 24. September 2013, 9:47

    für mich auch sehr bewegend.
    LG
  • Christian Fronober 24. September 2013, 9:23

    Ich habe lange keine Anmerkung mehr geschrieben, weil "gut gesehen" nicht das ist, was für mich ein gutes Bild macht, und oft genug wird die Startseite der FC von langweiligen oder einfach schlechten Bildern verunstaltet.
    Aber diesmal kann ich nicht anders: Dieses Bild ist nicht nur formal hervorragend, sondern erzählt eine berührende Geschichte, die vielleicht nur Menschen nachvollziehen können, die sich noch ein Geschichtsbewußtsein und eine gewisse Empathie bewahrt haben. Und Dein Begleittext sagt alles...
    Als ich unverhofft an der Erbschaft einer Cousine meines Vaters beteiligt wurde, war es mir auch wichtig, die alten Bilder und Briefe zu sichern, die noch eine Verbindung zum Leben und Erleben unserer Vorfahren herstellen können, dem ganz normalen Alltag ebenso wie den unbeschreiblichen Erfahrungen eines Krieges.
    Dein Bild läßt diese Erinnerungen schlagartig wieder wach werden.
    Großartig!

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Ordner Geschichte
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Kamera Canon EOS 60D
Objektiv 0.0 mm
Blende 0
Belichtungszeit 1/250
Brennweite 50.0 mm
ISO 400

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