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Jörg Heidenberger


kostenloses Benutzerkonto, Fürth

Urlaubsgrüße

Liebe Oma,
es ist schön hier. Wir waren am Meer. Mama weint nicht mehr so viel und Papa arbeitet nur abends.
M & S

Keine Ahnung warum ich sowas fotografiere & poste? Mir war gerade einfach danach, eine Empfindung in die Welt zu schreien.


Editors' Choice


Die Gesichter der drei schauen recht entspannt und ihre Ähnlichkeit macht die Familienbande unübersehbar. Urlaubszeit, davon verspricht man sich viel, das Leben hat dann gut zu sein.
Der Urlaub wird so zu einer Ausnahmezeit, man ist wieder mal die glückliche Familie und präsentiert dies entsprechend nach außen in den Urlaubsgrüßen.
In einer lieblichen Landschaft inszenieren die drei das Bild mit den Masken, das Schwarz-Weiss fügt einen Hauch Nostalgie und heile Welt hinzu. Das Bild hat etwas humorvolles.
Ist es dies, was uns das Bild sagt?
Das Bild hat aber noch eine andere Seite: Der neutrale Ausdruck der Masken, der gerichtete Blick und die dunkle Wolke von rechts fügen dem Bild etwas irreales hinzu, etwas unheimliches, dass sich vielleicht auch daraus speist, dass wir das wichtigste Element der Körpersprache, den Gesichtsausdruck, hier nicht lesen können. Hinter die Masken sehen wir nicht.

Kommentare 45

  • Photomann Der 19. Januar 2020, 0:46

    sehr gelungen !
  • jundi 2. Dezember 2019, 17:45

    Was ist an diesem - außerdem schlechten - Foto lustig ????
    Gruß Dirk
  • Claudy B. 5. November 2019, 23:58

    unheimlich...und...gut!
    Gratuliere zur Wahl...
  • Jürgen W2 24. September 2019, 1:36

    Eine "glückliche Familie" und "etwas humorvolles" sehe ich hier nicht, aber das Bild finde ich stark. Die drei sehen für mich aus, als ob sie ihr Territorium verteidigen wollen. Alles andere als einladend, aber auch nicht bedrohlich, sondern irgendwie diffus-xenophob.
  • Ernesto Ste Obscura 4. September 2019, 9:52

    Den Ausführungen der Editoren kann ich hier nicht ganz folgen. Ich sehe hier ein düsteres Bild von Außenseitern, Fremde - wenn sie so wollen, die ihr wahres Ich hinter Masken verbergen. Dazu die verstörenden Urlaubsgrüße. Man beachte auch die schiere Kampfbereitschaft des Mädchens!
    Berechtigter Stern!
    LGE
  • Werner L 27. August 2019, 13:49

    Für mich ist das Bild ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, in der wir uns immer mehr einander anpassen und uniformer werden. Jeder versucht so zu sein wie der andere. Und in Urlaub fahren viele nur, um dann Bilder zu posten, wo sie überall waren und nicht, um diese Gefühle selbst so gut wie möglich zu erleben.

    Ich finde das Bild klasse umgesetzt - egal, wie man es auch interpretiert ...
  • barbara klein 22. August 2019, 22:57

    Und für diesen Aufschrei bedarf es Masken? Schade! Wir Menschen tragen auch ohne sichtbare Masken - Masken als Schutz vor Anfeindungen und Verletzungen von außen..Kaum ein Mensch ist in der Lage, sich völlig "nackt" zu präsentieren. Ich deute deshalb diese aufgesetzten Masken als Versuch nach einem ersehnten und nach außen sichtbaren Zusammenhalt. Im Gegensatz dazu schreiben die Kinder an ihre Oma doch sehr offen über ihr Urlaubsempfinden.

    Du schreibst von 'einer' Empfindung; ist es nicht deine eigene? Etwas düster wirkt auf mich nicht die Wolke, sondern mich irritieren eher die seltsamen Arme des Mädchens. Eine Körpersprache ist allein schon durch die Körperhaltung der Drei sichtbar; allerdings fehlt mir die aussagekräftigere Mimik, die durch die Masken nur andeutungsweise vermittelt wird.

    Alles in allem ein sehr guter Versuch, Emotionen in Bild und Wort in die Welt zu "schreien". Dafür alle Anerkennung.

    Viele Grüße
    Barbara
    • Jörg Heidenberger 2. Dezember 2019, 20:14

      Vielen Dank für Deine Interpretation Barbara. Ich habe sie mit großem Interesse gelesen und freue mich über Deine Anerkennung.
    • barbara klein 3. Dezember 2019, 0:37

      Auch dir einen lieben Dank für deine Nachricht. Manchmal müsste man sich noch viel mehr Zeit lassen für eine Bildinterpretation. Jeden Tag könnte man über neue entdeckte Details schreiben. Ich habe mich erst jetzt auf deiner Seite umgesehen und bin sprachlos. So viel Ästhetik - eingebunden in u.a. surrealistische Elemente - fantastisch!

      In Augsburg hatten wir einen surrealistischen Maler, der nun am 17.12. zu seinem 100. Geburtstag endlich sein verdientes Museum erhält https://museum.lettl.de/ Bei einer Führung erzählte er mir einmal, dass ihn Kunstinteressierte immer wieder fragten: 'Was haben Sie sich bei diesem Bild gedacht?' Seine Antwort: 'Bitte machen Sie sich IHRE Gedanken, dann hat mein Bild einen Sinn'. Genau dies passiert hier in der FC durch Editors' Choice - die Chance, sich eigene Gedanken zu einem Bild zu machen.Und dazu braucht man entsprechende Bilder von ausgezeichneten Fotografen bzw. Fotokünstlern wie dich. Schade, dass du gehst...
      Barbara
  • felixfoto01 22. August 2019, 18:25

    Ist es nicht so, dass wir immer uniformer werden? Wer anders ist, wird als fremd wahrgenommen und wer fremd ist, muss irgendwie feindlich sein. Also besser gleich aussehen, gleich verhalten, gleich sein. Ein erschreckender Blick in eine Zukunft, die vielleicht gar nicht so weit entfernt scheint.
    Das Bild selbst sieht aus, wie ein Knick aus einer anderen Zeit. Im Bild ändern sich plötzlich die Kontraste, die Unschärfen sehen aus, wie mit billiger Optik fabriziert. Insgesamt, erscheint es irgendwie ausserirdisch, inklusive der Masken. 
    Das wird böse enden.
    • Jörg Heidenberger 2. Dezember 2019, 20:12

      Wenn ich solche Zeilen lese, bekomme ich doch etwas Heimweh nach meiner Fotocommunity, der ich lange fern blieb. Ich liebe es, die Gedanken anderer zu lesen und zu sehen, welche Emotionen Bilder auslösen. Vielen Dank für die Zeit und Gedanken.
  • Ute Allendoerfer 21. August 2019, 22:31

    Gespenstisch gut, und der Untertext vom Fotografen ist beängstigend und  was auch immer... jedenfalls für mich zum Nachdenken. Mach weiter so!
  • wiedersehn 21. August 2019, 21:02

    ...…...aus dem schwarzwald.
  • Editors' Choice 20. August 2019, 21:25

    Die Gesichter der drei schauen recht entspannt und ihre Ähnlichkeit macht die Familienbande unübersehbar. Urlaubszeit, davon verspricht man sich viel, das Leben hat dann gut zu sein.
    Der Urlaub wird so zu einer Ausnahmezeit, man ist wieder mal die glückliche Familie und präsentiert dies entsprechend nach außen in den Urlaubsgrüßen.
    In einer lieblichen Landschaft inszenieren die drei das Bild mit den Masken, das Schwarz-Weiss fügt einen Hauch Nostalgie und heile Welt hinzu. Das Bild hat etwas humorvolles.
    Ist es dies, was uns das Bild sagt?
    Das Bild hat aber noch eine andere Seite: Der neutrale Ausdruck der Masken, der gerichtete Blick und die dunkle Wolke von rechts fügen dem Bild etwas irreales hinzu, etwas unheimliches, dass sich vielleicht auch daraus speist, dass wir das wichtigste Element der Körpersprache, den Gesichtsausdruck, hier nicht lesen können. Hinter die Masken sehen wir nicht.
    • Jörg Heidenberger 2. Dezember 2019, 20:08

      Herzlichen Dank für die Auszeichnung. Ich habe mich sehr gefreut und hätte dies auch nicht erwartet. Eine wirklich interessante Interpretation, auch dafür vielen Dank.
  • MacMaus 25. Oktober 2016, 12:43

    ...die Alltagslüge um die heile-Welt der Oma und allen Anderen vorzugaukeln!!
    Mein anfängliches schmunzeln gefriert, wenn man sich das auf die Umwelt denkt...

    Tschüßken mit nachdenklichen Grüße von Gaby,
    die trotzdem oder gerade darum ein :-))) schickt
  • Erhard Kaiser 24. Oktober 2016, 13:58

    schlecht gemachte Fotomontage

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Exif

Kamera Canon EOS 5D Mark II
Objektiv Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM
Blende 4
Belichtungszeit 1/400
Brennweite 70.0 mm
ISO 200

Auszeichnungen

Editors' Choice 20. August 2019

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