Solsken


kostenloses Benutzerkonto

Spuren...

Am Wochenende war Treibjagd. Ich musste leider „dabei“ sein, da meine Weide mitten im bejagdten Waldgebiet liegt und meine Tiere panisch reagier(t)en ob der stundenlangen Knallerei, Brüllerei, Stockschlagerei, Durch-die-Büsche-Knackerei, Hundekläfferei… des Killerkommandos unmittelbar auf der anderen Seite des Zaunes. Außerdem rasten eine Wildsau sowie ein Reh in Todesangst auf der Flucht vor den hetzenden Mordlustigen über unser Gelände. „Wir alle“ waren anschließend nass geschwitzt und zudem ziemlich fertig mit der Welt!

Für die schießwütigen Hobbykiller war es ein halbwegs erfolgreicher Tag, 3 Wildschweine und 2 Füchse, mindestens, sowie ein Kitz… - Ein Kitz!!! Warum um Himmels Willen erschießt man ein Kitz??!! Warum erschießt man und frau überhaupt Tiere? Und hetzt sie vorher noch durch IHREN Lebensraum, dass sie in Angst und Schrecken sterben?

Weit über 30 Schüsse habe ich gehört. Da frage ich mich auch, warum, bei letztlich „nur“ sechs, vllt. ein paar mehr, ermordeten Tieren. Wie oft ist hat es da wohl beim ersten Mal nicht sauber geklappt und ein bereits angeschossenes, verwundetes Tier ist in Panik und Schmerz erst noch durch den Wald gerannt?

Im Vorjahr ist ihnen bei diesem Dreckstreiben eine angeschossene Wildsau entkommen. Den ganzen Nachmittag haben sie noch nach dem armen Tier gesucht, erfolglos. Erst am darauf folgenden Tag haben sie das Tier im sog. „Wundbett“ gefunden – noch lebend! – und dort dann endgültig erledigt – zusammen mit einer weiteren, ebenfalls verwundeten Sau, von der sie nicht einmal gewusst hatten. Die beiden hatten sich, dazu noch in unmittelbarer Nähe vom Hetzjagd- und Suchgebiet, in einem Garten zusammen gekuschelt und auf den, in diesem Fall wohl erlösenden, Tod gewartet.

Warum??? :((
So oft schäme ich mich, zur Gattung Mensch zu gehören!

Zum Foto: Die erlegten Sauen haben beim Abtransport ihre Spuren hinterlassen, den kompletten Weg entlang, lückenlos, wie ein Mahnmal. Auf dem Foto sind sie noch ganz frisch und nass, bald schon waren sie aber eingetrocknet, vom Regen verwaschen, nicht mehr sichtbar. Das Bild ist nicht scharf, ich weiß, aber nicht nur meine Hände haben noch so gezittert. Auch die Perspektive hätte ich tiefer wählen können, dazu hätte ich mich aber ins Blut legen müssen… Außerdem musste es schnell gehen, die restliche Karawane der Jäger kam aus dem Wald, und ich hätte keine Lust gehabt, zu erklären, was ich da gerade tue…







.

Kommentare 7

  • Klopfgeist 19. Januar 2013, 13:50

    Leider werden Hunde und Katzen schamlos geschossen und bei der Polizei als Fuchs und Marderabschuss angegeben. Ich bin es manchesmal schon leid, den Leuten die Augen zu öffnen, aber diese Ballerei ist so krank und hat nichts mit Wald, oder Schutz, oder Seucheneindämmung oder was auch immer zu tun, sondern nur mit Geld, Gier und das bittersüße Machtgefühl unbelehrbarer Feiglinge zu tun. Ich lebe lange genug und lange genug in der Nähe solcher Tiefvernichtungsgruppen und verachte sie aus der Tiefe meines Herzens.
    Jaja, gejagt wurde schon früher, na dann holen wir uns doch die Zeit für die Weidmännleins zurück, wo man Zähne ohne Narkose gezogen hat und Selbstjustiz noch Bürgerrecht war. Das wäre ja lustig zu sehen, wie die Jägerröcklein dann panisch das Weite suchen würden.
    Solsken, lass dich umarmen und dir schwören, dass sie irgendwann einmal nicht mehr damit durchkommen. Spätestens an der Himmelstür, verlass dich drauf! Lauf, Jäger, lauf!

    *************spürstdumeinenSchulterschluss?*************
  • Solsken 18. Januar 2013, 20:08

    @Siggi,
    danke Dir für Deine Anmerkung und "Unterschrift"
    Freiflaufende Hunde und Katzen sind hier weniger durch die ansässigen Grünröcke gefährdet - sie wollen doch ihr "Negativ-Image" nicht fördern...
    Allerdings sind die entstehenden Schäden durch solch "Freigänger" auch nicht herunter zu spielen, erst vor ein paar Monaten ist hier ein Kitz von einem (Nicht-Jagd)Hund zu Tode gehetzt worden :/.
    LG solsken
  • Sigrid Detemple 16. Januar 2013, 18:16

    Mich berührt es sehr,da ich solche Bilder auch aus"meinem" Wald kenne und jedes mal überlege,ob es vielleicht sogar das Blut eines freilaufenden Hunds sein könnte.
    Deine Zeilen über mir kann ich nur unterschreiben.
    lg Siggi
  • Solsken 16. Januar 2013, 14:39

    @Patrick76
    Wieso hast Du Dein von Dir hier (ohne Text) verlinktes Bild zu diesem Foto wieder heraus genommen? Ich erlaube mir mal, es wieder zu verlinken fc-foto:29690960 Oh, bei der Gelegenheit sehe ich, dass Du mich auf "Ignore" gesetzt hast (ja, ja, das liebe Wild im Wald schießt nicht zurück, da hat (Jägers)man(n) es leichter...) - nun, damit werde ich gut leben können :o) Habe dich nun auch auf "rot" - da ich es unfair finde, wenn "Kommunikation" nicht beidseitig möglich ist... ;o)
    Leider kenn' ich "Jägersleut" zu 100 % nur anders, und das Argument, dass die Hege und Pflege sowie die Beobachtung im Vordergrund steht, wird gerne vorgeschoben, wobei die wahren Beweggründen ganz andere sind. Ich nutze übrigens auch ab und an Hochsitze (ganz legal) und finde es herrlich entspannend, die Natur zu beobachten - "erlege" meine Motive aber höchstens mit der Kamera... und kapier grad nicht, wieso das Abknallen mit dazu gehört?
    - Fliegenpilze und andere Pflanzen im Wald sind u. U. auch tödlich für den Menschen also wech damit!, - Rötelmäuse z. B. können das ebenfalls tödliche Hanta-Virus übertragen > abknallen! (Oh, ich vergaß, Mäusepelze und -schwänze verkaufen sich so schlecht...)
    Und jeder Haushund kann zum potentiellen Killer werden - also abknallen!
    - Soweit ich weiss, ist Schweinepest für den Menschen sowie andere artfremde Lebewesen nicht gefährlich
    - hat eigentlich schon mal jemand wirklich ausprobiert, was passiert, wenn man/frau das Wild einfach schälen und verbeißen läßt??? Ich glaube nicht, dass der Wald davon stirbt - eher, dass beim Abholzen durch den Menschen (sowie Straßenbau, Erschließung neuer Baugebiete etc.) mehr Bäume (und nicht nur die) sterben...
    - Wild aus (Treib-)Jagd - meiner Info nach wirkt sich der dadurch erlebte Stress beim Tier sogar durch ausgeschüttete Stoffe negativ auf den Fleischgeschmack aus, möchte zudem nicht wissen, was das Wild vorher so bei seinem "Schadverhalten" in Feld und Flur so an z. B. vom Menschen ausgebrachten Pestiziden etc. aufgenommen hat, zudem hat mir kürzlich ein Jäger(!) verraten, dass auch Schrotkugeln im Tierkörper nachgewiesener maßen nicht gesund für den Menschen sind, da entsprechende Stoffe ins Fleisch gelangen
    - Ist es nicht pervers, dass der Mensch sein gottähnliches Verhalten und Eingreifen in die Natur mit "Fakten" begründet, die er letztendlich vorher selber verursacht hat...?!
    - Zumindest würde es sehr schwer sein, die Jagd in Deutschland abzuschaffen, da durch sie nicht unerhebliche Beträge in die Gemeindekassen wandern...
    - So oder so bleibt es eine Form der Tierquälerei
    P.S.: "Nettes" Profilbild *hüstel* - dass Du in dieser "Gewehrtrag"-Position keinem "normalen" Menschen gegenüber treten darfst, ist Dir ja sicher bekannt...

    Edit: Jetzt hat der Patrick76 sein verlinktes Foto - 2 Jagdhunde mit einem von ihnen erlegten Dachs in der Mitte - in privat verschoben, so dass es hier nicht mehr erscheint :o(, schade, denn ich fand es gut, dass eine Diskussion entstand... Und seine Anmerkung, auf die sich mein Geschreibsel hier drüber bezog, hat er auch gelöscht, noch schader, sein Text lautete aber so:

    "- Bejagung des Fuchses wegen dem gefährlichen Fuchsbandwurm > tödlich für Menschen
    - Bejagung des Schwarzwildes wegen der Ausbreitung der Schweinepest
    - Bejagung des Rehwildes aufgrund von starken Verbiss- schäden im Wald
    - Bejagung des Rotwildes aufgrund von Schälschäden im im Wald
    - Wildbretgewinnung > Fleisch ohne Antibiotika
    Dies sind nur ein paar Argumente für die Jagd !!!


    Meiner Meinung nach wird die Jagd nicht durch das Schiessen bestimmt. Einen ruhigen warmen Sommerabend auf einem Hochsitz zu verbringen, um nur das Wild zu beobachten ist wirklich entspannend, abseits vom Alltagsstress und Autolärm. Das Erlegen von Wild gehört einfach mit dazu. Wer mit der Jagd aufgewachsen ist, der wird sein Leben lang auf Jagd gehen.
    Die wirklichen Terroristen seid ihr.In Deutschland wird es euch nie gelingen, die Jagd abzuschaffen. Wenn wir als Jäger die Jagd für ein Jahr lang aufgeben würden; ihr könntet die Folgen dafür nicht tragen. Tausende von toten Unfallopfern im Angesicht eines Wildtieres würde eure Einstellung ändern.


    Bis auf weiteres, Horrido und ein kräftiges Waidmannsheil"

    Patrick, ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel, dass ich Dich zitiere... aber ohne Deine vorangestellte Anmerkung macht meine - mühevoll - geschriebene Antwort darauf ja keinen Sinn... :o/ Warum hast Du's rausgenommen? Steh doch zu Deiner Meinung - ich steh auch zu meiner - und drück Dich nicht vor'm Echo... :o) Tut mir leid, wenn ich zu scharf geschossen hab'...

    LG solsken
    Nochma' edit... (sorry), aber sehe gerade, dass jetzt auch das Profilbild vom Patrick geändert wurde, so dass meine diesbezügliche Bemerkung keinen Sinn mehr macht..., aber immerhin hast Du den Mut, "Gesicht" zu zeigen, Respekt!
    Nochma' LG solsken


  • Solsken 16. Januar 2013, 13:00

    @Patrick76
    Nicht gerade einfallsreich, meine „Anmerkung“ mit dieser Form der Gegenanmerkung zu „beantworten“, Patrick – Aber, seltsam (...oder auch nicht...), irgendwie hätte ich da jetzt auch nichts Intelligenteres oder Konstruktiveres erwartet…
    @Suppenkaspar
    Danke Dir für Deine Anmerkung. Ich denke (hoffe…) schon, dass es auch einige mehr berührt. Es ist halt oft schwer, Gewohntes und selbstverständlich Gewordenes zu hinterfragen – und noch viel schwerer, sein eigenes Verhalten entsprechend zu überdenken und erst recht zu ändern…
  • Suppenkaspar 16. Januar 2013, 7:57

    Mich hast Du damit berührt!
    Vgv Suppenkaspar

Schlagwörter

Informationen

Sektion
Views 1.713
Veröffentlicht
Sprache
Lizenz

Exif

Kamera NIKON D300
Objektiv AF-S VR Micro-Nikkor 105mm f/2.8G IF-ED
Blende 8
Belichtungszeit 1/200
Brennweite 105.0 mm
ISO 800