70.202 42

Sizilien

Der/Die FotografIn schreibt:
"Es war einmal...
also vor einem Jahr :-) Ja, genau vor einem Jahr. Nicht vor zwanzig Jahren oder mehr :-) Ich war unterwegs in Sizilien mit meiner analogen Kamera. Der Film ist vor mehreren Jahren abgelaufen, was man anhand der Flecken auf dem Bild sehen kann. Ich mag gerne die Spuren der Zeit, die die analoge Fotografie so besonders in meinen Augen macht."
-=-=-=-
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Kommentare 40

Die Diskussion für dieses Foto ist deaktiviert.

  • Agora Bilddiskussion intensiv 10. Januar 2021, 9:39

    Die Diskussion hier ist nun beendet. 
    Agora wird hier
    ....  Gegenzug ....
    .... Gegenzug ....
    Agora Bilddiskussion intensiv

    fortgesetzt.
  • Agora Bilddiskussion intensiv 10. Januar 2021, 9:39

    Der/Die FotografIn schreibt:
    "Vielen Dank an die Agora-Redaktion für die Auswahl dieses Bildes zur Diskussion. Es war eine interessante Erfahrung den Austausch von anderen Usern über das Bild zu verfolgen. Ein Prost auf Agora! Ich bedanke mich auch bei den Usern, die bei der Diskussion teilgenommen haben und ihre Stellung zu dem Bild geäußert haben. 
    Ich werde weder die Kamera noch die abgelaufenen Filme wegwerfen. Manche Produkte sollte man vor dem Ablaufdatum benutzen, aber diese Regel gilt zum Glück nicht für alles und erst recht nicht für abgelaufene Filme. Solch ein Film ergibt unterschiedliche Resultate. Für mich sind das die unvorhersehbaren Störungseffekte oder die wunderbaren Farbtöne die dabei entstehen. Gerade das Unvorhersehbare bei den abgelaufenen Filmen finde ich spannend. Es ist eine (von vielen) Sichtweise in der Fotografie, wenn ich mich auf das Unerwartete bei den abgelaufenen, überlagerten oder falsch entwickelten Filmen einlasse. Manche gehen noch weiter in ihren Experimenten und kochen die Filme in Salzwasser, waschen sie in der Waschmaschine oder entwickeln die Filme in einer Hühnerbrühe. Es klingt verrückt. Es hat aber auch einen bestimmten Reiz, wie weit man mit dem Filmmaterial gehen kann.
    Die Kamera macht weiterhin m.E. gute Bilder, deswegen behalte ich sie. Ich überlege sogar die Aufnahmen noch mehr „kaputt“ zu machen, indem ich die Linse mit etwas beschmiere - als weiteren Störungseffekt. Ob was daraus wird, weiß ich nicht, aber gerade das ist das Spannende daran für mich.
    Bei dem kurzen Ausflug nach Sizilien hatte ich drei Kameras dabei. Alle waren analog (für KB-Film, Mittelformatfilm und Polaroid). 
    Beste Grüße und bleibt alle gesund."
  • Wolf Schroedax 9. Januar 2021, 20:07

    Ich finde , dieses Bild unter der Patina/Tarnung des  Zeitzahns passt sehr gut zu Sizilien - vielleicht auch zu weiten Teilen Süditaliens  .....
  • Klaus Kluckhenn 8. Januar 2021, 19:19

    Ich gebe zu: Das Bild ist für mich Nonsens. Doch ich habe einmal die vielen Anmerkungen dazu gelesen. Und ich bin verblüfft, was manche ambitionierte Fotografen/innen dazu zu sagen haben.
     Obwohl lediglich gezeigt wird, wie eine analoge SW-Aufnahme mit einem veralteten Film aussehen kann. Für mich nichts Besonderes.

    Natürlich könnte man das Bild noch als Kunst werten. Doch ein unkonventionelles Kunstwerk war hier wohl auch nicht gewollt oder entsprechend beschrieben.

    Aber wie ich aus den vielen Antworten gesehen habe, kann man dennoch über ein solches Bild facettenreich in jeder Richtung philosophieren. Und das finde ich absolut interessant und bemerkenswert.
  • Gerhard Körsgen 7. Januar 2021, 2:16

    Finde ich ein interessant zu besprechendes Foto, weil es optisch so ganz anders daherkommt als das allermeiste
    was man normalerweise in der fc sieht.
    Es ist also jemand relativ kürzlich nach Sizilien gereist und hat eine analoge Kamera mit schon lange
    abgelaufenem Film drin dabeigehabt und damit Bilder gemacht, u.a. dieses hier.
    "Ich mag gerne die Spuren der Zeit die die analoge Fotografie so besonders in meinen Augen macht".

    Die Spuren der Zeit zeigt insbesondere der Film hier. Ob das was die Fotografie zeigt selbst Spuren der Zeit
    zeigt kann man aufgrund der Abbildungsqualität nicht erkennen. Aber mit der Bemerkung kann ja durchaus auch
    gemeint sein dass eine analoge Fotografie selbst Spuren der Zeit zeigen kann, hier eben durch Verwendung an
    sich "zu alten" , abgelaufenen Materials.
    Das lässt sich zweifellos bejahen.
    Durch das Zeigen in der agora verlässt das Foto nun den privaten Raum und stellt sich Kritik, Analyse,
    Vorlieben und Abneigungen der "Jury".
    Man merkt an den Anmerkungen dass einige mit dem zu sehenden überfordert sind, wohl aufgrund ihrer
    Sehgewohnheiten.
    Andere finden doch erörternswertes und dem möchte ich mich gerne anschliessen.

    Ich persönlich finde den Ansatz erfrischend dass jemand wohin reist und dort Fotografien erstellt OHNE sich
    sicher zu sein "dass das was wird". Weil das völlig dem gängigen Stereotyp wiederstrebt "ich war hier, seht
    wie toll (und schön) es war !" Weil das ja durch die Herangehensweise völlig in Frage gestellt wird DAS
    herüberzubringen. Dieses Foto hätte DAFÜR definitiv NICHT funktioniert.
    Das war dem/derjenigen welchen/r (dieses Foto machte) aber völlig egal. Darauf kam es ihm/ihr wohl nicht an.
    Wichtiger war wohl die Lust am Experiment und die Freude mit einem Resultat welches wie auch immer
    unwiederholbar war heimzukehren.
    "Schön" war nebensächlich. "Einzigartig" war wichtiger.
    DAS wurde zweifelsohne erreicht - unabhängig was man davon hält (ob es einem gefällt oder nicht).
    Dem/derjenigen wird es aber noch etwas unvergesslicher sein als wäre es "regulär" (also mit größerer
    Chance auf nachvollziehbare "Qualität") hin fotografiert.
    Insofern wiederum ein schönes Reflektionsbild darüber inwiefern privat gemeinte Fotografien einer
    allgemeinen Rezension überhaupt Stand halten können.
    Für meinen Teil dazu finde ich : Sehr gut, denn die meisten die es betrachten dürfte es wegführen von den
    eigenen, einst gesetzten aber subjektiv gebliebenen "Standards" mit denen man sich stets in der eigenen
    "Wohlfühlzone" sicher fühlt in Sachen Bildbeurteilung, aber schnell scheitert bei dem Versuch mal "etwas
    ganz anderes" zu goutieren.
    Es geht um s Sehen, um s bewusste Sehen, und dabei um s sich hinterfragen daraufhin dabei.
    Wer das alles realisiert ist schon mal einen Schritt weiter und bei der Rezeption hier einen Schritt vor
    anderen die das nicht sehen, meine ich.
    • wittebuxe 7. Januar 2021, 12:20

      "Es geht um s Sehen, um s bewusste Sehen, und dabei um s sich hinterfragen daraufhin dabei."

      Ja eben: es geht um's Sehen, und nicht darum, was der Autor gefühlt und beabsichtigt hat, oder was diese Abbildung an schwärmerischen  Erinnerungen an alte Fotos oder alte Imperfektion in einem weckt. Es geht auch nicht darum, dass man selbst vor Jahren schonmal analog unterwegs war, und um "Herangehensweise", zumal diese offensichtlich äußerst mangelhaft ist.

      Was zählt, ist das Foto, und kein sprachliches Beiwerk oder sein Zustandekommen. Das "Foto" ist zufällig, ein Experiment, nicht vorhersehbar, nicht bewusst gestaltet, also beliebig, verschmutzt: einfach schlecht, auch wenn ich sonstwas damit assoziiere. Soll der Maler sein Bild präsentieren und dem Publikum erklären: "Guck mal.mein (schlechtes) Bild ist mir gerade in den Dreck gefallen, sieht aber trotzdem irgendwie gut aus, oder?"

      "Man merkt an den Anmerkungen dass einige mit dem zu sehenden überfordert sind..."

      ;-) Irgendwie fühle ich mich der kleine Junge, der dem heuchlerischen Hofstaat zuruft "Der (König) hat ja gar keine Kleider an!".

      Oder diskutieren wir unter der falschen Maßgabe? Oder ist dies etwa Kunscht?

      Da(nn) ist - wie man weiß - natürlich alles erlaubt.
    • Helge Jörn 8. Januar 2021, 0:07

      Wie heißt es so schön: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Was aber sagt es über ein Bild, wenn es "tausend" Worte benötigt?  ;)
    • Gerhard Körsgen 8. Januar 2021, 1:28

      @wittebuxe  : Ob die Herangehensweise "mangelhaft" war wie Du attestierst kannst Du doch gar nicht wissen weil Du die Intention des/der Bildautoren/in nicht kennst. Es kann doch sein dass genau so ein Bildresultat wie zu sehen angestrebt wurde. Aber auch wenn nicht kann der/diejenige dennoch oder sogar gerade deshalb damit vielleicht besonders zufrieden sein ! Also wie auch immer, das ist eine unhaltbare Behauptung.
      Deine Assoziation mit dem in den Dreck gefallenen Bild gefällt mir. Auch wenn das bei dir wahrscheinlich negativ belegt ist (und bei mir dennoch positiv) :-)
      Kunst kann es sein, muss es aber nicht um gefallen zu können. Es kommt auf die innere Bereitschaft an sich "mit sowas" auseinanderzusetzen. 
      Interessanter Beitrag von dir den ich deshalb lobe.
    • Gerhard Körsgen 8. Januar 2021, 1:35

      @Helge Jörn  : Das Bild benötigt im Grunde keinerlei Worte. Aber da es interessant ist (aus vielerlei Gründen die schon angesprochen wurden, siehe die diversen Anmerkungen) bekommt es halt "tausend Worte".
  • lenmos 6. Januar 2021, 18:50

    Was kommt heraus, wenn ich mit kaputtem Material arbeite? Nichts? Irgendwas? Ein Experiment eben. Jedenfalls ist das Ergebnis zufällig und mit etwas Pech, hat man überhaupt kein Foto. Bei diesem Beispiel, war es wohl knapp.
    Das mit Wirklichkeit, nur anders, finde ich gut. Allerdings ist es wohl am spannendsten für den Fotografen selbst. Und wenn von einer beliebten touristischen Sehenswürdigkeit nur ein Makro von einer Schraube mache, werde ich mich beim Betrachten dieses Fotos an den Ort der Aufnahme erinnern und auch geistig vor Augen haben. D.h. mir bedeutet dieses Foto etwas, jemand anderer wird dagegen nur die Schraube sehen.
    Bei diesem Foto über Bildaufteilung, Winkel usw. zu diskutieren, scheint mir überflüssig, denn um die Qualität von Ausschnitt und Bildgestaltung kann es hier nicht gehen. Dazu ist hier die Abstraktion der Wirklichkeit zu weit fortgeschritten. Entweder man mag es oder eben nicht. Ich kann mich nicht wirklich entscheiden, finde es nicht besonders toll, wegwerfen würde ich es aber auch nicht, vielleicht kommt es ja noch.
    Als ich wieder anfing auch analog zu fotografieren, fand ich auch noch ein paar längst abgelaufene Farbnegativ-Filme und ich habe diese verbraucht. Dabei war aber der Frust größer, als die Freude. Sicher kamen dabei ein paar interessante Fotos heraus, zufällig eben, aber was ich darstellen wollte, ging dabei eher unter. Das Maß an Abstraktion, das durch die Verwendung von SW-KB-Film im Vergleich zur digitalen Farbfotografie entsteht, reicht mir völlig und ich möchte auch die Wirkung selbst steuern und nicht einem Zufall überlassen, also achte ich auf ausreichende Qualität, auch bei den analogen Aufnahmen.
    • ShivaK 7. Januar 2021, 21:54

      ach ja ... was hält man nicht alles für möglich ... und beginnt nicht die Beschreibung mit "es war einmal ..."
      und ist irgendwo in der Beschreibung der Hinweis auf den Lichteinfalll rechts und links, der auf eine defekte Kamera Rückschlüsse zulässt? Es wird nur von einem abgelaufenen Film gesprochen ... aber ich denke, wir werden die Auflösung bekommen ...
    • ShivaK 8. Januar 2021, 6:43

      ah, das kenne ich nicht, weil ich noch nie mit angeranztem Film fotografiert habe, wohl aber mit lichtundichten Kameras ... das sieht genauso aus ... danke für die Aufklärung.
      Aber hätte in der Beschreibung des Autors/der Autorin dies nicht eine Erwähnung verdient? Ich finde schon. Vielleicht hatte sie/er aber gehofft, dass das Publikum hier so kundig ist, dies zu erkennen (diese Masse an Analogfotografen, die hier Experimente mit verranzten Filmen machen ;-))))
    • lenmos 8. Januar 2021, 9:37

      @ShivaK  : Film wird mit dem Alter unempfindlicher. Das sieht man auch daran, dass der eigentliche Bereich massiv unterbelichtet ist. Man hätte wohl die ISO-Zahl vierteln oder achteln müssen. Weiß auf dem Positiv heißt schwarz am Negativ, stark belichtet also. Daher ist die defekte Kamera die Ursache dafür. Anders lässt es sich nicht erklären. ;)
    • ShivaK 8. Januar 2021, 9:44

      da bin ich ja beruhigt ;-) ...
      und noch als kleine Ergänzung: bei diesem verranzten Bild wäre es schön gewesen, den Original-6x6-Filmrand mit im Bild zu sehen ...
      und ich hätte es auch schön gefunden, wenn man Kameratyp und Filmtyp mit angegeben hätte ... immerhin sind beide hier ausschlaggebend für das Bild.
  • Birgit Schlager 5. Januar 2021, 15:35

    Das Bild wirkt auf mich märchenhaft, geheimnnisvoll. Es führt mich in eine andere, surreale Welt, die zeitlich weit zurück zu liegen scheint. Weil ich mich dort wohl fühle, mag ich mich erst nach langem, vertieften Betrachten auf die dahinter-, oder eventuell treffender ausgedrückt, auf die davor- bzw. darüber-liegende Realität einlassen...

    Da der/die FotografIn selbst von diesem Bild überrascht wurde/ist, scheint es mir irrelevant und müßig, hier über Bildaufbau und angeschnittene Palmen zu feedbacken.

    Ich habe von 1976 bis 2008 selbst analog, ausschließlich farbig fotografiert. Mit der Entwicklung der Negative durch Fotolabore und den Bildresultaten war ich meist zufrieden. Wenn ich heute ein Analogbild digitalisiere, bin ich das in der Regel nicht ;-). 

    Überraschungen in der Fotografie mag ich. Eine Auseinandersetzung mit sogenannten Fehlern ist m.E. immer und in jeder Hinsicht lohnend und lohnenswert.

    Späte Neujahrsgrüße und gute Wünsche in die Runde, Birgit
  • Engel 5. Januar 2021, 6:48

    Tut mir leid das ich mit diesem Bild nichts anfangen kann. Klar kann ich mich an die Zeit erinnern.

    Tipps zu diesem Bildaufbau: Die fallende Hauswand auf der rechten Seite hätte ich geradegestellt.
    Wie wirkt das Bild auf Dich? Überhaupt nicht.
    Welche Emotionen werden geweckt? Erinnerungen an früher schon. Es wäre gelogen, wenn ich etwas anderen sagen würde.

    Ich finde so ein Bild zur Diskussion zu stellen Zeitvergeudung. Schade.

    Tut mir leid lieber Fotograf. Gott sei Dank sind die Geschmäcker verschieden.
    Ich wünsche Dir viel Licht (oh Gott, bitte nicht falsch auffassen) bei Deinen weiteren Bildern viel Erfolg. Bleib Gesund
  • see ...saw... seen 5. Januar 2021, 0:30

    Die Effekte des Analogen, des schrabbeligen Films sind es, die das Bild in meinen Augen ausmachen: Es ist ein Bild voller Poesie, welches (mich) einlädt zu einer Reise außerhalb des Hier und Jetzt. Mir macht es Spaß, mich darauf einzulassen und mich weiteren Assoziationen hinzugeben, die mich z.B an vergangene Stummfilmzeiten erinnern oder noch lieber an die "Stadt in der Wüste" von Antoine de St. Exupery. Das lässt mich hinwegsehen über das, wie ich finde, etwas Beliebige des Bildausschnitts.
  • HF25 4. Januar 2021, 21:00

    eine aussergewoehnliche aufnahme in der heutigen zeit der vorwiegend digitalen fotografie und der zumeist darauf folgenden digitalen nachbearbeitung der aufnahmen per digitaler software; vor allem aber aufgrund der darin sichbaren sog. "fehler". die sind aber eine frage der massstaebe  :-)
    ziel vieler digitaler fotografen scheint mir die jagd nach dem perfekten foto, das sie aber im vergleich mit anderen aufnahmen trotz hoechsten material- und energieaufwands letztendlich doch niemals erreichen werden :-)
    der autor dieser aufnahme hat anderes, vermutlich gegensaetzliches im sinn. er erinnert mit seinem foto an die urspruenge der fotografie, verwendet eine altertuemliche analoge kamera und macht mit den besonders hervortretenden, hier in rede stehenden bildmerkmalen darauf aufmerksam, dass er gerade  d a s  bewusst wertschaetzt, was andere in dieser fotogemeinschaft vorhersagbar als fehler einschaetzen wuerden :-)
    vermutlich entwickelt er seine filme selbst in der dunkelkammer, stellt auch die vergroesserungen selbst her und hat viel freude dabei; jedenfalls zeugen die bewusst ins bild gesetzten oder im bild belassenen randlichter, schleif- und schlierenspuren, fuseln, alterungsspuren des filmmaterials usw. genau davon. auch der anschnitt der palme am oberen aufnahmerand liesse sich auf diesem hintergrund erklaeren.
    aus meiner sicht als jetzt digital aufnehmender eine bereicherung und gleichzeitig eine anfrage an mich, inwieweit ich mich an der jagd nach dem perfekten bild weiter beteiligen moechte oder mich lockerer machen und auch zumindest versuchsweise einmal bewusst mit den sog. fehlern von aufnahmen befassen moechte :-) …   
    lg horst
  • Bernadette O. 4. Januar 2021, 20:56

    Zwar habe ich früher natürlich auch analog fotografiert, jedoch nie in der Dunkelkammer gearbeitet und habe daher eigentlich zu wenig Erfahrung, um hier mitdiskutieren zu können. Dennoch möchte ich eine persönliche Meinung abgeben:
    Ich hatte bei meinen alten Favoriten ein Bild, das mit einem abgelaufenen Film gemacht wurde. Leider konnte ich es nicht mehr finden, der Bildautor hat wohl die fc verlassen. Ich kann mich aber erinnern, dass der abgelaufene Film bewirkte, dass im Gras lauter kleine Sternchen zu sehen waren (Im Gras stand ein Wäscheständer mit Wäsche dran ...). Unglaublich schön, ich mochte dieses Bild sehr.
    Von dieser Erfahrung her finde ich es absolut legitim, mit solchen abgelaufenen Filmen zu spielen, den Zufall mit ins Bild einfliessen zu lassen.
    Bei diesem hier gezeigten Foto gibt es leichte Ansätze von solchen Sternchen auch zu sehen, das hätte durchaus reizvoll werden können. Allerdings gehört natürlich eine gute Bildgestaltung auch dazu, die würde ich dann nicht dem Zufall überlassen. Eine solche bewusste Gestaltung fehlt leider dem Foto schon etwas, obwohl die beiden Palmen sehr schön hätten zeichnen können. 
    Und dann stören mich die beiden weissen Seiten. Sie nehmen meines Erachtens dem Bild die geheimnisvolle nächtliche Stimmung.
    Mein Tipp wäre also: Die Kamera reparieren lassen und mit den abgelaufenen Filmen weiterspielen, wenn das Spass macht.
    LG Bernadette
  • ShivaK 4. Januar 2021, 16:30

    Ich befasse mich mit diesem Genre, d.h., ich habe bis vor ca 15 Jahren analog fotografiert, bin dann auf digital umgestiegen und mache heute wieder beides.
    Ich kann nur sagen:
    - diese verranzten Filme/Entwickler & Co heute zu benutzen und damit einen nostalgischen/ analogen Look zu erzeugen, finde ich ziemlich kitschig. Als Fotograf*in gibt man die Kontrolle aus der Hand und überlässt sie statt dessen dem Filmehersteller und wie ich vermute, einer Entwicklungsanstalt, die ihren Teil dazu tut, das Bild zu "gestalten" (da kann ich aber auch falsch liegen, aber Du selbst hättest aus der Vorlage auch nicht viel Besseres rausholen können)
    Der Charme eines heutigen analogen Bildes liegt für meinen Teil darin, dass die Konturen etwas weicher sind, dass die Grautöne in der Regel besser sind als im digital gewandelten Bild, und dass man sieht, dass es dem Fotografen um das besondere Fotoerlebnis geht.
    - es kann charmant sein, bei analogen Bildern einen Lichteinfall zu haben (wie es hier rechts und links im Bild erscheint), weil die Kamera nicht lichtdicht ist. Diese Helligkeit läßt sich nach meiner heutigen Erfahrung nicht mit verranztem Film oä erklären. Eine solche Kamera würde ich entweder entsorgen oder einem Reparateur meines Vertrauens übergeben (Vorsicht: seltene Spezies)
    - das gezeigte Motiv selbst ist für meinen Geschmack 0815 aus dem Süden, und wäre es digitales Bild, würde man es wahrscheinlich unauffällig im Papierkorb des Rechners verschwinden lassen.
    Mein Fazit:
    - es ist ja gut, dass in der Agora alles Denkbare diskutiert wird, und so diskutieren wir hier eben über den Sinn und Zweck analoger Zufallsergebnisse an beliebigen südlichen Motiven ... kann man machen ... könnte man aber auch bleiben lassen.
    - analoge Fotografie ist wunderbar, aber bitte mit einer Kamera, die funktioniert, mit einem Film, der noch gut ist, und mit einem Auge, das dieser wunderbaren Technik gerecht wird.
    • Clara Hase 4. Januar 2021, 16:46

      bemerkenswert ist ja noch das quadratische Format - so eine analoge hatten wir in den 50ern. 9x9  oder 6x6.
    • ShivaK 4. Januar 2021, 16:51

      ich habe heute noch meine 6x7 ... aber 6x6 ist ja durchaus auch noch üblich in der heutigen Zeit.
      Und ja, ich habe auch noch einen Reparateur in Frankfurt gefunden, der meine neue uralte Nikon aus den 80-ern lichtdicht gekriegt hat ... guter Mann!
  • Hotzenwäldler 4. Januar 2021, 14:43

    Mich würde ein Kommentar von jemanden interessieren, der/die  sich mit diesem Genre fotografisch befasst.
    Vielleicht bekomme ich da Anhaltspunkte, die mir bis eben unbekannt sind.
    Auf alle Fälle hat es hier seinen richtigen Platz.
    Georg
    • Clara Hase 4. Januar 2021, 15:17

      du Georg meinst also jemanden der noch analog unterwegs ist? Gewesen waren wir alle es ja mal.
      Ich hoffe nach Auflösung des/der Autorin, ob es es auch digitales Siziien gibt- kann mir nicht vorstellen dass nur analog fotografiert wurde. Versucht hätte ich es evtl auch -
    • Hotzenwäldler 4. Januar 2021, 20:39

      Clara, weißt du, es ist in etwa so, das ich jemanden suche, der mich in einen imaginären Raum führt in dem dieses Bild ausgestellt ist und es mir erklärt, also, das, was zu sehen ist.....

      Du wirst, solange ich nicht den "Sinn" dieser Aufnahme verstehe, von mir nicht s abfälliges zu lesen bekommen.
    • ShivaK 9. Januar 2021, 15:28

      dann solltest Du auf das Schlusswort vom Autor/der Autorin warten ... wir können alle nur unsere Gedanken dazu aufschreiben. Wir waren nicht dabei, haben weder Kamera noch Film gewählt und schon gar nicht den Ausschnitt ... aber ich habe Hoffnung, dass wir noch etwas erfahren werden ;-)
  • wittebuxe 4. Januar 2021, 1:13

    Was gefällt Dir? -
    nix!

    Was hättest du anders gemacht?
    alles!

    (Am besten wär's gewesen, die Kamera zu Hause zu lassen  oder in der Fototasche oder den Film vor dem Knipsen zu entfernen. Dann hätte man zwar keine Fotos zu zeigen,aber es wäre auch nicht schade drum ;-)
    • Bernadette O. 4. Januar 2021, 20:32

      Sorry, ich finde diese Anmerkung despektierlich. Mit konstruktiver Kritik hat das nichts zu tun. Wenn das Bild so absolut total nicht gefällt, kann man das Kommentieren auch bleiben lassen. Oder auch einfach schreiben, dass man selber nichts damit anfangen kann.
    • wittebuxe 4. Januar 2021, 21:04

      Ja, sie ist's womöglich. Um  dieser Despektierlichkeit ein wenig die Schärfe zu nehmen, hatte ich noch ein Smiley angefügt (der offenbar nichts nutzte?). Ich finde aber immer noch, dass dies kein Foto ist - höchstens ein Experiment. Eine Überraschung für den Autor, dass "trotzdem irgendwie etwas dabei herausgekommen ist" - aber es trotz der - auch handwerklichen - Fehler zu einer ernsthaften Diskussion stellen? Ich kann das nicht. Leider..
    • Bernadette O. 4. Januar 2021, 21:17

      Ein Foto ist das ganz sicher. In meinen Augen viel mehr als viele hier gezeigte digitale Bildwerke, die dermassen heftig bearbeitet wurden, dass sie von der Stimmung her tot sind. Ich glaube, dass mit diesem alten Film wirklich viel Stimmung zu erreichen wäre. Meine Kritikpunkte habe ich weiter oben in einem separaten Statement angeführt.
  • Helge Jörn 3. Januar 2021, 23:22

    Die Palme ist abgeschnitten und das Ganze steht auch noch furchtgar schief. Soll das auch zum nostalgischen Touch gehören?
    Auf den ersten Blick dachte ich auch an eine Aufnahme aus der Mottenkiste; stockfleckig und verblichen; durchaus reizvoll, wenn man ihr Alter bedenkt. Warum man so etwas vorsäztlich mit einem vergammelten Fim produziert, erschließt sich mir nicht. Hier sind ja nicht die Spuren der Zeit am Werk, sondern unzureichende Technik. Der abgelaufene Film gehört in den Müll. Wer mag, kann "Nostalgie" auch mit den grenzenlosen Möglichkeiten moderner Bearbeitungstechnik produzieren. Ich weiß nur nicht, warum man dies tun sollte.
    VG   Helge
    • Clara Hase 4. Januar 2021, 0:05

      Helge ich sehe das ebenso wie Du. Und nicht nur die Ausrichtung, auch die Kraushaare auf dem Scanner sollten whl nicht sein, wenn man etwas besonders schön empfindet.
      als eine Alte Aufnahme - evt gezeichnet hinge ich evtl auch dran - nd ja, neue Aufnahmen haben häufig nicht dieses Flair - aber dieses schon fast wurmstichige Bild - ich weiss nicht. Da müsste die Kirche an sich schon eine besondere Bedeutung haben.
      Erhlich gesagt: ich fühle mit den Angaben des Bildautors irgendwie auf den Arm genommen.