Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unseren Webseiten zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Deiner Nutzung unserer Webseiten an unsere Partner für Emails, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen

Was ist neu?
4.284 37

Andreas-Hamacher


Pro Mitglied, Düsseldorf

*Sirena*

Die Sirenen wurden in vielen Märchen und Fabeln beschrieben. Sie bilden die Grundlage für die Mythen um die Meerjungfrauen und Nixen. Insbesondere ihr gegabelter Schwanz hat das Bild von dem Fischunterleib geprägt.
Als reine Pflanzenfresser werden sie auch als Seekühe bezeichnet.



Sicherlich ist es immer ein besonderes und prägendes Erlebnis in Ägypten mal einen Dugong in freier Wildbahn zu sehen. Dies sollte auch mein Glückstag werden, denn kurz nach der Begegnung mit einem großen Zackenbarsch tauchte der Dugong auf. Wie zu erwarten war das Tier bereits an der Oberfläche von Schnorchlern und auf dem Grund von Gerätetauchern umringt, welche mindestens genau soviel Sediment aufwirbelten wie der Dugong selbst.
Nachdem die Gerätetaucher weg waren und die Sicht wieder etwas klarer, konnte ich ein paar Bilder machen. Zwar näherte ich mich immer behutsam und respektvoll, aber beeindruckt oder gar gestört hat es den Dugong offensichtlich nicht, denn er weidete genüsslich weiter das Seegras vom Meeresboden ab. Das dabei entstehende Geräusch war dem vergleichbar, wenn eine Kuh etc. auf einer Weide ein saftigen Grasbüschel abreisst, nur eben unter Wasser - danke für dieses Erlebnis!



Für Interessierte ein paar allgemeine Infos:

Seekühe werden in 2 Familien aufgegliedert: Rundschwanzseekühe (3 Manatis-Arten) und die Gabelschwanzseekühe (syn. Gabelschwanzsirenen).
Die einzige heute lebende Art innerhalb der Gabelschwanzseekühe ist der Dugong. Ähnlich wie die Wale und Robben sind die Seekühe dem Wasser optimal angepasste Säugetiere.

Die Seekühe leben typischerweise in den seichten, warmen Ufern der tropischen Meere. Dugongs bewohnen die warmen Küstengewässer im pazifischen Raum, dem Roten Meer, der Nordküste Australiens und dem indischen Ozean. Entwicklungsgeschichtlich zeigen die Seekühe Gemeinsamkeiten mit einigen Landsäugetieren (z.B. den Elefanten). Seekühe haben sich in ihrer Entwicklung sehr gut dem Wasser angepasst. Die Vordergliedmaßen der Seekühe sind zu kleinen kräftigen Flossen umgebildet. Wie andere große Meerestiere, so werden auch die Dugongs stets von Schiffshaltern begleitet, hier hängen zwei Exemplare an der Unterseite. Das Exemplar an der dunklen Bauchseite ist schwer zu erkennen, der andere hängt unten zwischen den Gabelflossen.

Dugongs ereichen eine Körperlänge von ca. 2 - 4 Metern bei fast 250 – 900 kg und leben in Küstennähe bei Gewässertiefen zwischen einem und zehn Metern.

Die Haut der Seekühe ist weitgehend glatt und zeigt keine Behaarung.

Die äußeren Ohren fehlen und es ist nur ein kleines Ohrloch zu erkennen. Trotzdem ist ihr Gehör hervorragend ausgeprägt. Sie verständigen sie auch über Quietsch- und Pfeifflaute.Ihre großen Nasenlöcher sind nur zum Atmen geöffnet.

Die wenig leistungsfähigen Augen sind klein und weisen keine Augenlider und Wimpern auf. Ihre Schnauze ist mit Borsten besetzt.
Die für das mahlen weicher Wasserpflanzen angepassten Zähne wachsen nicht nach, da sie bei dem täglichen Abweiden nur wenig abnutzt werden, da die Dugongs das Seegras vor dem Verzehr gründlich entsanden (sichtbare "Staubwolke" Unterwasser :)
Die Bullen besitzen zu Stoßzähnen umgewandelte Schneidezähne. Bei Kämpfen kann es gelegentlich zu Verletzungen kommen, die dann narbig auf der Haut zurückbleiben. Die Narben können jedoch auch durch Schrammen von Felsen/Korallen entstehen; die Nähe von scharfkantigen Riffe etc. meiden sie daher weitestgehend. Anhand des unterschiedlichen Narbenmusters lassen sich so einzelne Tiere anhand von Fotos gut unterscheiden.

Pro Tag verzehrt eine einzige Seekuh ca. 40 kg Seegras, dazu verbringen sie fast den ganzen Tag mit der Nahrungsaufnahme unterwasser, nur zum wenige Sekunden dauernden Luftholen kommen sie im Abstand einiger Minuten an die Wasseroberfläche.

Seekühe leben in Herdengemeinschaften. Früher waren sehr große Herden, heute sind es eher größere Familien oder wie hier Einzeltiere. Bei Angriffen verteidigen sie sich gegenseitig, sind sonst aber sehr friedliche Tiere. Sie sind sehr standorttreue Säugetiere. Auf Störungen reagieren sie aber empfindlich.

Dugongs können zwar ein Alter von bis zu 70 Jahre erreichen, ein gefährdeter Artbestand regeneriert sich aber durch die niedrige Geburtenrate nur sehr langsam, da eine Kuh nur alle 4-6 Jahre Trächtig werden kann.

Seekühe besitzen ein schmackhaftes Fleisch und werden daher bejagt. Ihre Bestände gehen immer weiter zurück. Vom Aussterben sind sie noch nicht ganz bedroht, da in wenig besiedelten Gebieten größere Bestände leben und bei zurückgehenden Individuenzahlen die Jagd nicht mehr lohnt. Allerdings sterben viele Dugongs in den Fangnetzen für die Jagd auf Meeresschildkröten. Sie gehören also zu den gefährdeten Arten.
Natürliche Feinde haben die Dugongs kaum. Nur Haie oder Schwertwale können ihnen gefährlich werden.


...vielleicht sind sie nicht hübsch im klassischen Sinne, aber sehen doch irgendwie zum knuddeln aus oder ?... :))

Kommentare 37