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Insulaire


Pro Mitglied, Ile de Ré

SEL

Am Rande der Saline
saß schluchzend die Christine;
sie heulte Rotz und Wasser,
wurd' rot, dann immer blasser,
da (dies muss man erwähnen)
mit ihren heißen Tränen
auch alles Salz entfleuchte
und ihrem Körper deuchte,
die Seele würde flennen
und sich vom Leibe trennen.

Ach, - ohne Salz zu leben,
im Liebesweh zu beben,
ganz ohne Tränen weinen
um diesen Einzig-Einen, ...
das klappte nie und nimmer, -
und salzlos, mit Gewimmer
(es wurde immer schlimmer),
mit trock'nem Augenklimper
sprang- lebensmüd' - Christine
zum Sel in die Saline.

Dort wo die Reiher tanzen
und wilde Enten balzen,
fand man sie dann, im Ganzen
gepökelt und gesalzen,
das Antlitz voller Tränen
aus salzkristall'nem Sehnen.

*
( Salinen auf der Ile de Ré )

Kommentare 6

  • Runzelkorn 7. Juli 2011, 17:52

    Das Salz des Lebens ist eben Pökelsalz.
    Christine hätte das wissen können!
  • Rosenzweig Toni 7. Juli 2011, 16:48

    Liebe Insu
    Ja, gepökeltes Fleisch hält sich länger, wie Du ja treffend schreibst.
    Aber bitte vorher noch einen letzten Blick auf diese wunderbare Lichtstimmung werfen.
    Liebe Grüße aus Garmisch
    Toni
  • Marina Luise 7. Juli 2011, 11:53

    Ein wunderschönes Licht - und eine markerschütternde Story! :)))
  • Simone Mathias 7. Juli 2011, 11:13

    was für ein schöner fleck erde...
    ich habe es damals auch sehr genossen hier zu sein.
    perfekt von dir dargestellt.
    lg, simone
  • Raymond M. 7. Juli 2011, 10:09


    Je m’attriste de cette nouvelle :-(
  • Alfi54 7. Juli 2011, 5:45

    ooohhhhhjjjjjeeeeeeeee ... schlimmes Ende für Christine .... muss doch nicht sein, das Leben kann so schön sein .... siehe Dein Bild .... LG Alf