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Matthias von Schramm


World Mitglied, Hamburg

Salz und Pfeffer

Fotos 60er Jahre und Juni 2009

Salz und Pfeffer

Gegensätze ziehen sich aus, wenn es der Abend zulässt. Wenn der Rinnstein mit Tränen der Anwohner angefüllt ist und du nicht mehr küssen, anstatt reden willst. Dann gehen wir zu mir nachhause. Ich habe ein ruhiges Haus. Die Nachbarn reden eigentlich nicht viel. Ein und ausgehende Paare werden ehrlich und gedankenlos ignoriert. Kräuterlikör statt Schmierkäse und Zigaretten statt Bier. Ja, ich hab alles da. Ausgezogen redet es sich dann auch wieder leichter. Ausgiebiges Stöhnen zwischendurch ist kein Problem. Die Ohren dieser Wände sind taub.

Ich gewöhne mich an alles, auch wenn ich sonst mehr der Kuscheltyp bin. Zwei Hände voll reichen nicht, wie bei meiner Frau. Und sie niest mir auch nicht mitten ins Gesicht. Du magst den Kaffee auch nicht mit viel Milch und morgens bist du ganz schön ungemütlich. Gleich ums Haus joggen in violetten Spikes. Du meinst es ernst mit der Fitness. Diese Spikes hattest du schon die ganze Nacht an. Deshalb ist das Bett auch voller Blut. Auch bist du im Bad eine echte Drecksau. Von meinem Schatz kenne ich das nicht. Überall Schminkbällchen aus Watte und mit dem Lippenstift ein Herz an den Spiegel geschmiert, mit den Worten: glaub gar nicht, dass ich mich verarschen lasse. Im Garten präsentierst du dich der Nachbarschaft im halb geöffnetem Ledermantel.

Ich streu dir Salz auf die Stirn. Ich will dich wieder sehen.




14. Juni 2009

Alstertalromanze 101
Alstertalromanze 101
Matthias von Schramm

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