Rhexoxylon - eine ungewöhnliche Wuchsform einer frühen Gymnosperme

Rhexoxylon - eine ungewöhnliche Wuchsform einer frühen Gymnosperme

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Peter C. Huber


kostenloses Benutzerkonto, Wien

Rhexoxylon - eine ungewöhnliche Wuchsform einer frühen Gymnosperme

Rhexoxylon africanum aus dem versteinerten Wald von Gokwe, Simbabwe
Alter:oberes Trias an der Grenze zum Jura

Die versteinerten Hölzer von Gokwe zeichnen sich durch eine hervorragende Erhaltung, sowohl im Zellmaterial als auch in der Oberflächenerhaltung, aus. Vielfach weisen die Hölzer eine starke Grünfärbung auf - stellenweise bis hin zu einem Smaragdgrün! Auch Tigeraugen-ähnliche Lichtbrechungseffekte kommen vor. Grünes Holz ist hier schon selten geworden: die letzten Jahren wurde hiervon kein neues gefunden. Grünes Holz von Zimbabwe wurde von Dr. Mayr (Paleobotanik) and Dr. Hochleitner (Minerologe) – beide München - untersucht. Die Färbung wird durch Spuren von Chrom (Wolchonskoit/Volkonskoit) verursacht. Das ist das gleiche Material, dass die Färbung im berühmten grünen Holz der Fundstelle Mackleprang Wash, Arizona, verursacht.

Wie alle Rhexoxylon-Arten zeigt auch Rh. africanum eine sehr eigentümliche Anatomie. Sie ist noch komplizierter als bei den übrigen Vertretern der Gattung: schon das dünnere oder dickere Mark ist aus unterschiedlichen Geweben - Grundgewebe, Holzfasern und Sekretgängen – aufgebaut. Rings um das Mark gruppiert sich ein Ring von 10 bis 15 verhältnismäßig kleinen Einzelleitbündeln. In diesen werden Holzzellen nicht nur nach außen (zentrifugal), sondern auch nach innen (zentripetal) gebildet. Auf diesen Inneren Ring folgt ein weiterer Ring von größeren Einzelleitbündeln, die Keilform besitzen und weniger zentripetales, dafür umso mehr zentrifugales Holz aufweisen. Dieser äußere Kranz ist nicht nur von Natur aus stark zerteilt (Rhexoxylon = zerissenes Holz), sondern leider auch häufig wie alle peripheren Stammpartien schlecht, d.h. unvollständig erhalten. Bei anderen Rhexoxylon-Arten ist offenbar nur ein Leitbündelring entwickelt oder auch das zentripetale Holz schwächer ausgebildet. Wenn die Leitbündelkeile allein Holz nach außen produzieren, kommen Stammquerschnitte zustande wie die immer noch rätselhafte Gattung Hermanophyton sie zeigt. Sie wurde in Tat bereits in die verwandtschaftliche Nähe von Rhexoxylon gebracht.

Im Einzelnen ist der Stammbau von Rhexoxylon noch verwickelter als dargestellt. Trotz der Vorarbeiten vor allem englischer Wissenschaftler können längst nicht alle Einzelheiten als geklärt gelten, nicht zuletzt deswegen, weil vollständig erhaltene und längere Stammstücke zu selten zur Untersuchung vorliegen. Abschließend lässt sich resümieren: Die Gattung Rhexoxylon verkörpert einen im Pflanzenreich ziemlich einzigartigen Stammbau, der deshalb frühere Autoren an eine Lebensweise als Liane denken ließ. (Beschreibung der Rhexoxylon von W. W. Jung entnommen)

Mich persönlich begeistern solche ungewöhnlichen Wuchsformen. Stücke wie Hermanophyton, Pentoxylon oder Rhexoxylon oder andere unlängst gefundenen und noch unbeschriebenen polyvaskulare Hölzer sind so ungewöhnlich in ihrem Aufbau und es gibt heutzutage keine vergleichbare Wuchsformen.

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