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R E I C H

Schlürfend, den Rücken krank gekrümmt von all den Jahren,
einen zerfetzten, vergilbten Stoffbeutel mit all seinem Hab und Gut in der alternden Hand,
so kam er, mit geisterhaft bleicher Haut und schmerzhaft humpelnd, auf mich zu.

Die hektisch hetzende Welt um ihn bewegte sich in Zeitraffer rasend schnell
und uninteressiert um seine kleine graue Blase, in der eine eigene Zeit tickte.

Ihn beobachtend stand ich da und versuchte in seine Geisterwelt einzutauchen.
Lautlos, mich nicht beachtend ging er an mir vorbei und all die Trauer, Demütigungen und Ängste erfassten mich,
als ich kurz in seine Blase eintauchte, all die Düfte des Elends, des Schmutzes und der Tiefe einatmend.

Ich war entsetzt, angewidert und doch bestätigt.
Als er plötzlich seinen Kopf mir zuwand, mir tief und direkt in die Augen sah ...
und lächelte ...

Er gab mir alles, was er hatte ...
und ich hatte mich geirrt.

Er war nicht arm, er war reich ...
Reich an Gefühlen ...




....... gestern in der Zürcher City ....

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