1.209 16

Antigone44


kostenloses Benutzerkonto, EUROPA

Ode an das Leben

Langsam stirbt, wer Sklave der Gewohnheit wird, in dem er jeden Tag die gleichen Wege geht, wer nie seine Überzeugungen hinterfragt, wer nie etwas riskiert und nie eine neue Farbe trägt, wer mit niemandem spricht, den er nicht kennt.
Langsam stirbt, wer sich keiner Passion hingibt, wer Schwarz dem Weiß und wer das Tüpfelchen auf dem “i” jeder Gefühlsregung vorzieht, besonders jenen Gefühlen, die die Augen zum Leuchten bringen, die ein Gähnen in ein Lächeln verwandeln und die das Herz vor Kummer bewahren.
Langsam stirbt, wer nicht seine Meinung sagt, wenn er sich unglücklich bei seiner Arbeit fühlt, wer, anstatt einen Traum zu verfolgen, die Sicherheit immer der Unsicherheit vorzieht, wer sich nicht wenigstens einmal in seinem Leben die Freiheit nimmt, sich vernünftigen Ratschlägen zu entziehen.
Langsam stirbt, wer nicht reist, wer nicht liest, wer keine Musik hört, wer nicht auch Würde in sich selbst findet.
Langsam stirbt, wer die Liebe zu sich selbst zerstört; wer sich nicht helfen lässt.
Langsam stirbt, wer die Tage damit verbringt, über sein Unglück oder über den ununterbrochenen Regen zu klagen.
Langsam stirbt, wer ein Projekt aufgibt, bevor er es beginnt; wer keine Fragen stellt zu Argumenten, die er nicht kennt, wer nicht antwortet, wenn man ihn nach etwas fragt, das er weiß.
Vermeiden wir den Tod in sanften Raten, in dem wir uns immer erinnern, dass das Leben eine viel größere Anstrengung verlangt als das bloße Atmen.
Pablo Neruda

Nur mit unendlicher Geduld werden wir wahre Glückseligkeit erreichen.

Kommentare 16

  • GoPicturesBerlin 3. November 2014, 15:30

    Coole Idee zum Thema. P.N. Besser geht nicht. LG.V.
  • Eva-Maria Nehring 2. Oktober 2014, 13:26

    Der Text dazu regt zum Nachdenken an,
    dazu Deine Aufnahmet.
    LG und ein schönes WE
    Eva
  • SabineC 31. August 2014, 9:08

    Einige Punkte kann man umsetzen, andere aus verschiedensten Gründen nicht oder nur schwer, in jedem Fall nachdenkenswert, die Welt mal auf den Kopf zu stellen und sich selber auch
    Filakia
    Sabine
  • Runzelkorn 25. August 2014, 15:21

    Es ist wie so oft bei solchen Texten:
    Manches unterschreibst Du, anderes wieder nicht.
    Sofern ich Neruda Glauben schenke,
    ist mein Tod schnell und plötzlich.
    Aber ob das besser ist als in sanften Raten...
    Ich kann mir aber auch ´n Sprengstoffgürtel umschnallen.
    Dann hab ich die Glückseligkeit sofort!
  • Erhard Nielk 25. August 2014, 14:52

    ...oder der kampf ums überleben........?!

    ...auch die welt kann man auf den kopf stellen,
    nur besser wird sie nicht, sie steht schon und
    wir sind kopflos.
    das leben ist ein überlebenskampf, seit es
    menschen gibt, und solange es sie noch......
    .....geben wird?

    "und wenn du den eindruck hast,dass das
    leben ein theater ist, dann suche dir eine rolle
    aus, die dir richtig spaß macht"
    (w.shakespeare)

  • Antigone44 25. August 2014, 10:47

    @Photomann Die Andern sind schon tot, merken es aber nicht.................
  • ingeborg m. 25. August 2014, 8:44

    ein eindrücklicher Text, der so vieles aufgreift, was wir uns zu Herzen nehmen sollten.
    Sehr gut umgesetzt mit diesem Bild.
    Danke für den Impuls.
    LG Ingeborg
  • Elfriede de Leeuw 25. August 2014, 8:33

    Das Foto am Kopf ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.....aber, Dein Begleit-Text geben Dir recht.

    Vlg.Elfriede
  • Rolf Paul Fütterer 25. August 2014, 2:14

    Hallo Antigone,
    alein dein Name ist schon Musik für die Seele und dein Bild ist ein Geschenk für das Auge und die Seele. Wunderbar, vor Freude hätte ich in die Luft springen können. Du stllst die Sache auf den Kopf und damit wieder richtig. Der Himmel ist uns unten zum Geschenk gegeben worden und die Wellen werden über die Welt hinwegfegen, wenn wir nicht langsam anfangen, diese Tatsache wieder anzuerkennen. Wahrlich die Ode an das Leben, ein feierliche Gedicht an den Ursprung, ein feierliches Lied über das Sein. Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Du hast es wieder sichtbar gemacht, lass das Auge Frieden machen mit dem Herz und das Herz dem Auge wieder die Richtung weisen und den Blick schärfen. Hab von Herzen Dank für diese Sehhilfe, sie tat wahrlich not.
    Eine Woche des Sehens, eine Woche des Herzens,
    dies wünscht dir liebe Antigone und allen Menschen dieser Erde der Rolf
  • Photomann Der 25. August 2014, 1:10

    und die anderen sterben dann schnell ??
  • Ushie Farkas 25. August 2014, 1:02

    SEHR WAHR!!! Aber unsere Welt ist leider so infantil, sie glaubt immer noch an Macht und Geld.....Liebe Grüße
  • Georg. Schwarm 24. August 2014, 22:34

    Sehr Schön, wer für sich alles Ausschliessen Kann. müsste ja der glücklichste Mensch auf der Welt Sein!
    Wahre Worte zu deinen Schönen Bild,
    lg Georg.
  • CandelaLight 24. August 2014, 21:43

    Wie wahr, wie einfach und
    wie doch alles verdreht wird...
  • Christine L 24. August 2014, 21:28

    ein wunderschönes Foto zu diesen Gedanken von Pablo Neruda....
    ciao
    Christine
  • Ernesto Ste Obscura 24. August 2014, 21:16

    Ein Bild, das mich anfangs seltsam berührt hat. Schon alleine die Drehung zwingt uns unsere Sehgewohnheiten zu überdenken.
    Auch ich möchte Dir für diese Worte danken!
    lg Ernst

Informationen

Sektion
Ordner Zeitreise
Views 1.209
Veröffentlicht
Sprache
Lizenz

Gelobt von

Öffentliche Favoriten