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Moskau 1986: Chronisten und Poeten

Moskau 1986: Chronisten und Poeten

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Moskau 1986: Chronisten und Poeten

Nowodewichje kladbishche – Neujungfrauen-Friedhof:
General Denis Wasiljewich Dawydow (Held von 1812), Kavallerieoffizier, Militärtheoretiker, Dichter und Romanfigur
Ilja Grigorjewich Ehrenburg (1891–1967), Schriftsteller, Kriegsberichterstatter und Journalist
Wladimir W. Majakowski (1893–1930), Dichter
Boris Nikolajewich Polewoj (1908–1981), Kriegsberichterstatter, Journalist und Schriftsteller

Der Friedhof des Moskauer Neujungfrauenklosters ist der größte Ehrenfriedhof Russlands und war nur an wenigen Tagen zugänglich.
[http://maps.google.com/maps?q=55.724838,37.554206]

Poeten und Literaten werden in Russland besonders verehrt und auch heute noch freiwillig von der Jugend gelesen.

Denis Dawydow war im Krieg gegen Napoléon 1812 der große Held, weil er dem Eroberer mit Partisanenmethoden zusetzte.
Unter General Blücher diente er ab 1814 in einem Husarenregiment und wurde zum General befördert.
Unter Feldlagerbedingungen schrieb er Satiren, Gedichte und populäre Soldatenlieder.
Militärtheoretiker schätzen seine Abhandlungen über die Schlacht bei Preußisch Eylau und die Theorie des Partisanenkrieges.
Leo Tolstoi verewigte ihn in seinem Roman "Krieg und Frieden".

Ilja Ehrenburg wird als einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts bewertet.
In beiden Weltkriegen und dazwischen im Spanischen Bürgerkrieg berichtete er über Kämpfe und Ideologien.
Sein "Schwarzbuch über den Genozid an den sowjetischen Juden" (1942–48) war die weltweit erste Dokumentation über die Shoa.
Es beschrieb nicht nur die Untaten der deutschen Faschisten, sondern auch den Antisemitismus der russischen Kommunisten.
Stalin verhinderte das Erscheinen des Buches, das daher mit Unterstützung Albert Einsteins in den USA publiziert wurde.
Nach Stalins Tod rechnete er mit dessen Gewaltherrschaft ab; sein Roman "Tauwetter" war namengebend für diese Zeit: Tauwetter-Periode.

Wladimir Majakowski wird neben Alexander Puschkin von den Russen am meisten verehrt.
Er war der Hauptvertreter des "kommunistischen Futurismus" und verwendete in seinen Gedichten den Gossenjargon.
In den 1920-er Jahren schlug darin auch Satire ("Die Wanze", 1929) und Kritik gegen die Spießigkeit der Sowjetmacht durch.
Auf Vortragsreisen durch Amerika und Westeuropa begriff er die Rolle der Literatur anders, als ihm daheim vorgeschrieben wurde.
Am 14. April 1930 erschoss er sich aus Resignation.

Boris Polewoj hat sich seinen Platz in der Literatur durch seine Berichte über die Offensive der Sowjetarmee gegen die Wehrmacht
sowie die Chronik über die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse verdient.

Mit Duplikatorvorsatz digitalisierte Dias,
entstanden während meines Studiensemesters 1. August bis 18. Dezember 1986 in Moskau
mitten in der Gorbatschow-Ära

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Kamera DSLR-A200
Objektiv E 2323mm F2.3 STF Unknown(0003)
Blende 4.5
Belichtungszeit 1/10
Brennweite 40.0 mm
ISO 400