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Bastian Börker


kostenloses Benutzerkonto, Wildemann

Mein EM Bock

Auch wenn mich einige Leute jetzt sicher als Vaterlandsverräter beschimpfen werden,ich habe kein Spiel der deutschen Fussball Nationalmannschaft bei der diesjährigen EM gesehen.
Statt mir 90 Minuten Fussball anzugucken, habe ich mich mit meiner Fotoausrüstung bepackt auf den Weg zu meiner Lieblingsbergwiese gemacht,um mal wieder ein paar schöne Fotos von unserem heimischen Wild zu machen.

Mein Gedankengang war dabei ganz simpel. Welcher Idiot (außer mir) ist schon an so einem Tag im Wald unterwegs? Niemand hoffte ich. Und meine Rechnung an dieser sonst so stark frequentierten aber auch aussichtsreichen Stelle sollte tatsächlich aufgehen.

Doch ganz so einfach war es dann doch nicht. Erst langsam tastete ich mich an mein Foto heran. Zuerst kam der Bock erst als bereits kein ausreichendes Licht mehr da war. Dann war die Distanz für eine gelungene Aufnahme zu groß (oder meine Brennweite zu gering). Und als I Tüpfelchen zog er gekonnt von Busch zu Busch ohne eine Lücke für einen Schnappschuss zu lassen. Zum Verzweifeln!
Doch ich gab nicht auf und saß weiter pflichtbewusst bei jedem EM Spiel Deutschlands an. Irgendwann musste ja mal der goldene Moment kommen.
Insofern die deutsche Mannschaft nicht ausschied, waren meine Chancen gut glaubte ich. Wie abgesprochen kam jedoch genau an diesem Tag des Ausscheidens endlich der Durchbruch.

Bereits 2 Stunde früher als üblich trat der Bock aus seinem Tageseinstand auf die Wiese hinaus. Er hatte mich förmlich auf dem falschen Fuß erwischt. So früh hatte ich nun wirklich nicht mit ihm gerechnet. Ein leichter Hauch von Anspannung kam bei mir auf. Wie bereits von mir beobachtet, zog er nun rechts an meinem Ansitz vorbei und nutzte eine Lücke zwischen 2 Bäumen um auf die Wiese zu kommen. Von dort zog er immer in die Mitte der Wiese um nach dem Äsen eine Pause einzulegen. An diesem Tag jedoch zog er nicht in die Mitte, sonder nach links. Bingo. Er kam genau an meinem Ansitz vorbei. Zu meiner Überraschung lies er sich durch nichts aus der Ruhe bringen, selbst das schlagen des Spiegels nahm er ohne jede Regung hin. Lag es daran das er noch jung und unerfahren ist? Wer weiß. Genüsslich suchte er sich die saftigsten und nahrhaftesten Gräser und Kräuter der Bergwiese. Genau in diesem Moment drückte ich den Auslöser.

Vielen dank,mein kleiner Gourmet. Ich hoffe,wir sehen uns wieder.

Stativ, Ansitz

Kommentare 4

  • Astrid Buschmann 2. April 2016, 15:14

    Ja ich versteh dich allzugut...:) Ich flüchte immer vor dem Fußball. Und in der Natur draussen zu sitzen, keiner stört, das ist das Schönste. Und dann auch noch Erfolg, bzw. Anblick zu haben, das ist der Renner. Auch wenns schon ein paar Jährchen her ist - schön ist deine Beschreibung, und das Böckle war echt nett...
    LG Astrid
  • Astrid Bianchi 30. April 2013, 12:26

    Auch wenn es schon ein Weilchen her ist - ich freue mich für dich über dein schönes Erlebnis!
    Geduld lohnt sich immer wieder.

    Glückwunsch dir zu deinem ganz persönlichen Volltreffer!
    Ein EM -Tor ist nix dagegen ; - )

    LG, Astrid
  • Eifeljäger 7. September 2012, 7:17

    Für solche Momente und solche Bilder kann man getrost auf Fußball verzichten.
    Gut getroffen den Bock !!!
    Gruß, Franz
  • cinclus 3. September 2012, 18:14

    Da hast Du eine völlig richtige Entscheidung getroffen und bist mit einem guten Bild nach Hause gekommen. Lg Jens

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Kamera DSLR-A230
Objektiv Minolta AF 75-300mm F4.5-5.6 or Sigma 70-300mm F4-5.6 DL Macro or Sigma AF 170-500mm F5-6.3 APO Aspherical or Tokina AF 730 II 75-300mm F4.5-5.6
Blende 5.6
Belichtungszeit 1/125
Brennweite 300.0 mm
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