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Stefan Burghart


kostenloses Benutzerkonto, Wien

Malerei

Ein Monolog... Am Abend des Vortags begrüßte diese werte Dame den anstehenden Frühling. Sie entzückte sich ersehnlichst an den ersten warmen Sonnenstrahlen, denen sie sehnsuchtserfüllt voller Hingabe entgegenstrebte, auf dass die Bilder der Frühlingskünstler wieder aufleben mochten. Denn sie ist für die Malerei zuständig. An ihr geht die Muse nicht vorbei, vielleicht ist sie selbst die Muse, oder eine andere Vermittlerin der Gefühle und Impressionen. Nun nimmt sie bald immer mehr der jährlichen Sonnenstrahlen in sich auf, auf dass ihre Seele erneut auftaut, zurückkehrt aus diesem erstarrten Winterschlaf. Der Winterschlaf den sie nicht mehr schlafen möchte. Der Winterschlaf, der ihre Seele zu Eis erstarren ließ und ihre Gedanken stoppte. Doch nun kehrt das Augenlicht zurück und damit auch die Hoffnung. Sie, die Statue, möge nun alle Künstler beflügeln, motivieren, sie am Herzen packen, sanft und seelig, auf dass diese ihre Gefühle zücken, welche sie dann in Pastellfarben wässern schwingen, mit schwarzer Tinte zwischen unsichtbare Zeilen pflücken, mit ihren Händen auf den Saiten zupfen oder durch das Holz bläsern... Für manch einen möge diese Statue immer noch erstarrt sein. "Ein Klotz aus Stein" vielleicht. Oder, sowie es der eine Fuß dem anderen ist, ein Klumpen. Aber als ich diese Schönheit vor meinen Augen antraf, fühlte ich Ehrfurcht und Hingabe zugleich. Das warme Licht und die danach strebenden Augen der Statue gaben ihr Übriges dazu. Ihre frisch aufgetaute Wirkung. Die Seele, die langsam in sie zurückkehrt, doch ist sie nie von ihr gegangen, nur erfroren. Ihre Unkläglichkeit, ihre Hingabe dem Licht, ihre Sehnsucht, die sie in den Augen trägt. Das Licht das sie benötigt, um zu sehen, nimmt sie von der Sonne auf. In der Nacht schläft sie, die Statue. Ihre Schönheit, ihre Luft die sie trägt, die seiden lockeren Gewänder, die ihren Körper mancherorts zieren und verdecken, mancherorts unterstreichen und ihr plastische Schatten verleihen. Ihre innere Ruhe und iher Weisheit, doch sogleich ist sie unsicher. Sie ist für die Malerei zuständig...

Kommentare 3

  • Stefan Burghart 19. Dezember 2006, 15:20

    @Veronika: Hm... ja wirkt recht viel. Aber ich freue mich immer, wenn jemand es zur Gänze durchliest. Es sind sehr persönliche Gedanken und kommt vom Inneren.
    Danke jedenfalls für deinen Kommentar. Das freut mich =))

    @Karl: Da gebe ich dir Recht, ist sehr gegensätzlich ;) Das Bild mit der Rose ist auch im Winter entstanden, dieses hier am Anfang des Frühlings.

    @alle: Im Text wird ja auch der angehende Frühling beschrieben, das Auftauen usw. ... Eigentlich etwas für interpretationsfreudige Leser ;)

    LG, Stefan
  • Veronika Dudzik 16. Dezember 2006, 1:04

    ein bissl viel text ;)
    hab das jetzt nciht alles gelesen ;)
    aber das foto ist super schön mit dem licht, weiter so!
  • Karl H 11. Dezember 2006, 15:46

    Fast ein Gegenbild zum anderen!

    lg Karl