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Was ist neu?

Bernd Wendorff


Pro Mitglied, Trittau

Knick "auf den Stock gesetzt"

Das frisch abgesägte Holz war in der Tat so rot /rostbraun !!

Als Knick (Das Wort Knick ist relativ neu und ca. erst 400 bis 500 Jahre alt) bezeichnet man in Norddeutschland, insbesondere in Schleswig-Holstein, wallartige Baum- und Strauchhecken, die im 18. Jahrhundert im Rahmen der Verkoppelung als „lebende Zäune“ angelegt wurden. Knicks dienen als Feldbegrenzung, Brennholzlieferanten und Schutz gegen äolische Erosion (Abtrag durch Wind). Auf dem Wall aus Steinen und Erde findet man meist Haselnusssträucher, Hainbuchen, Eschen, vereinzelt eingestreut auch große Buchen. Als Schutz gegen Viehverbiss wurden vielfach auch Dornensträucher wie Heckenrosen, Sanddorn, Brombeeren und Schlehdorn gepflanzt. .
Der Name Knick leitet sich aus dem regelmäßigen „Abknicken“ der Büsche und Bäume ab. Alle zehn bis fünfzehn Jahre werden die Büsche und Bäume knapp oberhalb der Erdoberfläche abgeschnitten („abgeknickt“), um einen starken Neuaustrieb zu fördern. Dabei werden größere Bäume („Überhälter“) stehen gelassen, die Strauchgehölze jedoch zurückgeschnitten („auf den Stock gesetzt“). Durch diese Maßnahme verhindert man das Aufkahlen der Pflanzen, das den Windschutz beeinträchtigt. Der arbeitsintensive Rückschnitt stellte lange ein Problem für die Landwirte da, zumal das anfallende Holz und Strauchwerk auf dem Markt nicht gefragt war. Der Rückschnitt muss aber erfolgen, da es seit dem 30. August 1996 eine so genannte „Knickverordnung“ des Landes Schleswig-Holstein gibt, die die Pflege der Knicks regelt. In den letzten Jahren hat sich die wirtschaftliche Verwertbarkeit des Rückschnitts durch die Entwicklung von so genannten „Hackschnitzel-Heizungen“ wieder verbessert.
Der Knick ist in Schleswig-Holstein ein landschaftsprägendes Element. Heute gibt es noch rund 46.000 Kilometer Knick. Schätzungen gehen davon aus, dass nach dem Zweiten Weltkrieg über 80.000 Kilometer Knicks vorhanden waren. Im Zuge der Flurbereinigung gingen Knicks verloren, da die Äcker aufgrund der neuen Anforderungen durch die maschinelle Bearbeitung vergrößert wurden. Heute werden die Knicks durch § 15 b des Schleswig-Holsteinischen Landesnaturschutzgesetzes geschützt. Ziel ist es, eine Knickdichte von 60 laufenden Metern je Hektar in landwirtschaftlich geprägten Gegenden zu erhalten.

Kommentare 11

  • Enko 21. Mai 2008, 19:23

    Hallo

    Super Foto! Find ich super, dass du dich für diese Sachen interessierst! Es ist wichtig, dass die Knicks bzw. Wallhecken regelmäßig auf den Stock gesetzt werden. Wenn sie zu alt werden bilden sich Baumreihen und diese sind ökologisch nicht so wertvoll wie eine mehrschichtige Hecke! Gott sei dank, werden Hackschnitzel aus nachhaltig bewirtschafteten Hecken und Wäldern immer beliebter und wirtschaftlicher – die positive Folge ist die zunehmende Pflege der Hecken!
    Interessierst du die privat oder auch beruflich für die Bewirtschaftung von Hecken?
    Schöne Grüße Enko
  • AnnaRita 15. März 2008, 19:48

    Ein schöner Farbtupfer und eine lehrreiche Erklärung, hier kann man immer wieder "Neues" entdecken.
    Dankeschön!
    VG Rita
  • Petra Steinhagen 24. Februar 2008, 11:41

    Eine so ausführliche und gute Erklärung über unsere landschaftsbildenden Knicks habe ich bisher noch nicht erhalten. Dein Foto mit dem herrlich leuchtenden rotbraunen Holz passt prima dazu, Bernd. Einen herzlichen Sonntagsgruß von Petra.
  • Norbert° 24. Februar 2008, 10:53

    Sehr informativ. Bei meiner nächsten Landstraßenfahrt in Norddeutschland werden mir die Knick's bestimmt nicht mehr entgehen. Die rostbraune Farbe der Stümpfe geben dem Foto einen angenehmen warmen touch.
    LG, Norbert°
  • KAROD 24. Februar 2008, 8:19

    Dein Bild und Deine Erklärung sind für mich wirklich Spitze! Die farbigen Schnittflächen beleben das Bild!
    LG Rolf
  • Jürgen Evert 23. Februar 2008, 23:33

    Auch hier, das Rot bei den Schnittflächen ist einfach zu krass - zumindest auf meinem Monitor.
    Gruß Jürgen
  • Ristl Manfred 23. Februar 2008, 21:25

    Schöne Aufnahme, sehr lehrreicher Diskurs! Danke Dir, Bernd!
    LG Manfred
  • Wolfgang Sh. 23. Februar 2008, 20:26

    Finde ich gut. Diese Hecken sind auch einzigartige Leebensräume für Tiere.
    Gruß Wolfgang
  • MHo 23. Februar 2008, 19:45

    Beeindruckendes Bild und eine auführliche Lektion in Geschichte.
    Danke für beides.
    LG MHo
  • r.l.a. 23. Februar 2008, 19:12

    Ja, dies leuchtende Holz hat mich nahezu magisch angezogen und es ist sinnvoll, dass Du die Farbe erklärt hast. Mir gefällt es sehr gut, wie Du unsere wunderbare Knicklandschaft vorstellst, Bernd.
    Für die kleinen Bauern war der Knick früher die einzige Möglichkeit, an Holz zu kommen. Sie fertigten ihr Werkzeug daraus an, ernteten Früchte daraus ,nutzten die Früchte der Knickeichen als Tiernahrung und nicht zuletzt war das Knickholz Grundstock für Bauten am und um das Haus herum. Holz verheizen war da nur ein kleiner Teil.
    Liebe Grüße, Renate
  • Franz Burghart 23. Februar 2008, 16:00

    Bild und Text sind sehr informativ
    LG Franz