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Kasematten unter der Nürnberger Burg

Kasematten unter der Nürnberger Burg

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Klaus-Peter Beck


Premium (World), Bergheim

Kasematten unter der Nürnberger Burg

Über eine bereits 1543 angelegte Verbindungstreppe geht es dann noch tiefer in die Felsengänge der Lochwasserleitung. Wann mit dem Bau dieser aus dem Fels geschlagenen, einst geheimen Gänge begonnen wurde, ist nicht bekannt. Aber schon 1459 beschreibt der Röhrenmeister Scharpf die bereits bestehende Lochwasserleitung.

Diese Felsengänge sind schmale, kaum mehr als 60 cm breite, insgesamt circa 2 km lange, meist aufrecht begehbare Stollen zur Gewinnung und Weiterleitung von Wasser. Mit der Einführung der zentralen Trinkwasserversorgung wurden diese jahrhundertealten unterirdischen Wassergewinnungsanlagen überflüssig.[5]

Die Felsengänge in den Sandsteinschichten des Burgberges stellen eine Besonderheit der Wassergewinnung im mittelalterlichen Nürnberg dar: Sie wurden ausschließlich zur Gewinnung von Wasser und zu dessen Weiterleitung angelegt. Hierbei orientierte man sich geschickt an den vorliegenden hydrogeologischen Verhältnisse: Innerhalb des Burgsandsteins treten infolge der zwischengelagerten, flächenhaften Lettenlagen mehrere schwebende Grundwasserhorizonte auf, aus welchen in verschiedenen Höhenniveaus das in bereits geringer Tiefe vorkommende Sickerwasser gewonnen werden konnte.

Um nun noch mehr Grundwasser aus dem Burgberg gewinnen zu können, machte man sich die flächenhafte Ausdehnung der als Aquitarden wirkenden Lettenlagen zunutze und ging dazu über, in deren hangenden Bereichen lange begehbare Wasserstollen aufzufahren, um somit auf der gesamten Stollenlänge entsprechend große Bereiche der Wasserhorizonte aufzuschließen.

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