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Was ist neu?
ich glaub ich werd... ;-)

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ich glaub ich werd... ;-)

-32 Grad draussen, langsam wirds unangenehm. Meine Freizeit verbring ich mit Feuern, das Auto fährt nicht mehr, dem Hund friert die Zunge in der Schüssel fest. Aber ich wollte es ja so:-)

Da gibt es eine Geschichte von einem der nach Schweden ausgewandert ist - ich setz die hier einfach mal rein. Das Ganze kommt mir gar nicht so fremd vor...


Schnee oder 30 Tage bis zum Nervenzusammenbruch

8. Dezember
Es hat angefangen zu schneien. Der erste Schnee in diesem Jahr. Meine Frau und ich haben unsere Cocktails genommen und stundenlang am Fenster gesessen und zugesehen, wie riesige, weiße Flocken vom Himmel herunterschwebten. Es sah aus wie im Märchen. So romantisch – wir fühlten uns wie frisch verheiratet. Ich liebe Schnee.

9. Dezember
Als wir wach wurden, hatte eine riesige, wunder­schöne Decke aus weißem Schnee jeden Zentimeter der Landschaft zugedeckt. Was für ein phantasti­scher Anblick! Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben? Hierher zu ziehen war die beste Idee, die ich je in meinem Leben hatte. Habe zu ersten Mal seit Jahren wieder Schnee geschaufelt und fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge. Habe die Einfahrt und den Bürgersteig freigeschaufelt. Heute Nachmittag kam der Schneepflug vorbei und hat den Bürgersteig und die Einfahrt wieder zuge­schoben, also holte ich die Schaufel wieder raus. Was für ein tolles Leben!

12. Dezember
Die Sonne hat unseren ganzen schönen Schnee ge­schmolzen. Was für eine Enttäuschung. Mein Nach­bar sagt, daß ich mir keine Sorgen machen soll, wir werden definitiv eine weiße Weihnacht haben. Kein Schnee zu Weihnachten wäre schrecklich! Gunnar sagt, daß wir bis zum Jahresende so viel Schnee ha­ben werden, daß ich nie wieder Schnee sehen will. Ich glaube nicht, daß das möglich ist. Gunnar ist sehr nett – ich bin froh, daß er unser Nachbar ist.

14. Dezember
Schnee, wundervoller Schnee! 30cm letzte Nacht. Die Temperatur ist auf –20 Grad gesunken. Die Kälte läßt alles glitzern. Der Wind nahm mir den Atem, aber ich hab mich beim Schaufeln aufge­wärmt. Das ist das Leben! Der Schneepflug kam heute Nachmittag zurück und hat wieder alles zuge­schoben. Mir war nicht klar, daß ich soviel würde schaufeln müssen, aber so komme ich wieder in Form. Wünschte, ich würde nicht so pusten und schnaufen.

15. Dezember
60cm Vorhersage. Hab meinen Kombi verscheuert und einen Jeep gekauft. Und Winterreifen für das Auto meiner Frau und zwei Extraschaufeln. Habe den Kühlschrank aufgefüllt. Meine Frau will einen Holzofen, falls der Strom ausfällt. Das ist lächerlich – schließlich sind wir in Schweden und nicht in Alaska.

16. Dezember
Eissturm heute Morgen. Bin in der Einfahrt auf den Arsch gefallen, als ich Salz streuen wollte. Tut höl­lisch weh. Meine Frau hat eine Stunde gelacht. Das finde ich ziemlich grausam.

17. Dezember
Immer noch weit unter Null. Die Straßen sind zu vereist, um irgendwohin zu kommen. Der Strom war 5 Stunden weg. Mußte mich in Decken wickeln, um nicht zu erfrieren. Kein Fernseher. Nichts zu tun, als meine Frau anzustarren und zu versuchen, sie zu irritieren. Glaube, wir hätten einen Holzofen kaufen sollen, würde das aber nie zugeben. Ich hasse es, wenn sie Recht hat! Ich hasse es, in meinem eigenen Wohnzimmer zu erfrieren!

20. Dezember
Der Strom ist wieder da, aber noch mal 40cm von dem verdammten Zeug letzte Nacht! Noch mehr schaufeln. Hat den ganzen Tag gedauert. Der be­schissene Schneepflug kam zweimal vorbei. Habe versucht, eines der Nachbarkinder zum Schaufeln zu überreden. Aber die sagen, sie hätten keine Zeit, weil sie Hockey spielen müssen. Ich glaube, daß die lügen. Wollte eine Schneefräse im Baumarkt kaufen. Die hatten keine mehr. Kriegen erst im März wieder welche rein. Ich glaube, daß die lügen. Gunnar sagt, daß ich schaufeln muß oder die Stadt macht es und schickt mir die Rechnung. Ich glaube, daß er lügt.

22. Dezember
Gunnar hatte Recht mit weißer Weihnacht, weil heute Nacht noch mal 30cm von dem weißen Zeug gefallen ist und es ist so kalt, daß es bis August nicht schmelzen wird. Es hat 45 Minuten gedauert, bis ich fertig angezogen war zum Schaufeln und dann mußte ich pinkeln. Als ich mich schließlich ausge­zogen, gepinkelt und wieder angezogen hatte, war ich zu müde zum Schaufeln. Habe versucht, für den Rest des Winters Gunnar anzuheuern, der eine Schneefräse an seinem Lastwagen hat, aber er sagt, daß er zu viel zu tun hat. Ich glaube, daß er lügt.

23. Dezember
Nur 10cm Schnee heute. Und es hat sich auf 0 Grad erwärmt. Meine Frau wollte, daß ich das Haus deko­riere. Ist die bekloppt? Ich habe keine Zeit – ich muß SCHAUFELN!!! Warum hat sie es mir nicht schon vor einem Monat gesagt? Sie sagt, sie hat, aber ich glaube, daß sie lügt.

24. Dezember
20 Zentimeter. Der Schnee ist vom Schneepflug so fest zusammengeschoben, daß ich die Schaufel ab­gebrochen habe. Dachte, ich kriege einen Herzanfall. Falls ich jemals den Arsch kriege, der den Schnee­pflug fährt, ziehe ich ihn durch den Schnee. Ich weiß genau, daß er sich hinter der Ecke versteckt und wartet, bis ich mit dem Schaufeln fertig bin. Und dann kommt er mit 150kmh die Straße runtergerast und wirft tonnenweise Schnee auf die Stelle, wo ich gerade war. Heute Nacht wollte meine Frau mit mir Weihnachtslieder singen und Geschenke auspacken, aber ich hatte keine Zeit. Mußte nach dem Schnee­pflug Ausschau halten.

25. Dezember
Frohe Weihnachten. 60cm mehr von dem weißen Zeug. Eingeschneit. Der Gedanke an Schneeschau­feln läßt mein Blut kochen. Gott, ich hasse Schnee! Dann kam der Schneepflugfahrer vorbei und hat nach einer Spende gefragt. Ich hab ihm meine Schaufel über den Kopf gezogen. Meine Frau sagt, daß ich schlechte Manieren habe. Ich glaube, daß sie eine Idiotin ist. Wenn ich mir noch einmal Wolfgang Petry anhören muß, werde ich sie umbringen.

26. Dezember
Immer noch eingeschneit. Warum um alles in der Welt sind wir hierher gezogen? Es war alles IHRE Idee. Sie geht mir echt auf die Nerven.

27. Dezember
Die Temperatur ist auf –30 Grad gefallen und die Wasserrohre sind eingefroren.

28. Dezember
Es hat sich auf –5 Grad erwärmt. Immer noch einge­schneit. DIE ALTE MACHT MICH VERRÜCKT!!!

29. Dezember
Noch mal 30 Zentimeter. Gunnar sagt, daß ich das Dach freischaufeln muß, oder es wird einstürzen. Das ist das Dämlichste, was ich je gehört habe. Für wie blöd hält der mich eigentlich?

30. Dezember
Das Dach ist eingestürzt. Der Schneepflugfahrer verklagt mich auf 50.000 SEK Schmerzensgeld. Meine Frau ist zu ihrer Mutter. 25cm vorhergesagt.

31. Dezember
Habe den Rest vom Haus angesteckt. Nie mehr Schaufeln.

8. Januar
Mir geht es gut. Ich mag die kleinen Pillen, die sie mir dauernd geben. Warum bin ich an das Bett ge­fesselt?





Kommentare 4

  • Sylvia H. 8. Januar 2009, 18:35

    ich könnts mir jeden tag durchlesen und lachen...is so lustsch und nachvollziehbar.;-)
  • Werner Fleck 21. Februar 2007, 19:14

    Eine tolle Geschichte ! Hast Du ein paar Eindrücke daraus
    selbst schon in Schweden erlebt ?

    LG. Werner
  • jan.liertzer 7. Februar 2007, 19:19

    Pack doch mal bitte etwas Schnee und 10 Minusgrade in ein Päckchen, und schick es her.
    ;-))

    Ist aber schon krass, so tiefe Temperatur hab ich auf noch keinem Thermometer gesehen.

    vlG Jan
  • Martin Göhlert 7. Februar 2007, 16:44

    Au Weia! Komm nach Dresden, wir haben 2° und 0 Schnee!
    ;-)
    VG, Martin

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