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Haltestelle Kosmos

Haltestelle Kosmos

5.150 7

Claudia Sölter


Premium (Basic), Frankfurt am Main

Haltestelle Kosmos

Haltestelle Kosmos
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Rückblick auf meine Tour in die Rhön Anfang Juni – die Tour, bei der mir klar wurde, dass ich auf Dauer diese Späße nicht mehr ohne motorisierte Hilfe werde machen können, denn ich bin ja immerhin schon Ü50.
Anfahrt auf Hilders von Fulda aus über den Milseburgradweg – einer stillgelegten Bahntrasse, die zu einem Radweg ausgebaut wurde. Eine Hälfte konstant bergauf. Die erste Nacht auf freiem Feld übernachtet. Die zweite Hälfte konstant bergrunter ... und dann war ich mit meinem Latein am Ende!
Mit war von vornherein bewusst, dass ich mit dem ganzen Gepäck und ohne E-Bike die steile Wand vor mir nach Kaltenwestheim nicht erklimmen kann. „Kein Problem“, dachte ich, „für die restlichen paar Kilometer nimmst du einfach ein Last-Taxi“.
Ha – ha-ha – gröööhl – ja, nee, nice idea!
Ich weiß nicht, wie das in anderen Landstrichen ist, aber hier kann man sich nicht mal eben ein Taxi bestellen. Die Transportunternehmen dort haben regelmäßige Pflicht-Touren und sind auf Spontan-Gäste gar nicht eingestellt. Erst nachdem ich einem Taxi-Unternehmer meine „verzweifelte“ Lage telefonisch geschildert und mehrfach mit ihm verhandelt habe, hat er mich mit dem ganzen Geraffel in seiner Freizeit zum Camping-Platz „Weidberg-Camping“ gefahren. Zwei Stunden musste ich auf ihn warten, was ich aber gerne in Kauf nahm. Immerhin blieb mir ja so erspart, mich mit den Fäusten trommelnd und heulend auf den Boden zu schmeißen, um den innerörtlichen Straßenverkehr in erpresserischer Absicht zum Erliegen zu bringen (was zwangsläufig die nächste Stufe gewesen wäre!).
Gott sei Dank hatte ich soeben Futter eingekauft für die drei Tage, die ich da oben bleiben wollte, denn auch bei Bedarf „mal eben“ etwas zu besorgen, wäre für mich nur mit Drama verbunden gewesen.
Aber, was jammere ich eigentlich? Ich blühe bei dem ganzen Quatsch doch auf!

Im Juni erscheint das Zentrum der Milchstraße erst am frühen Morgen und so hatte ich noch Zeit, mich einzurichten, zu speisen und mich auf die Nacht zu freuen.
Leute, Leute ... Himmel! So einen Himmel hatte ich noch nie gesehen! Selbst der in den Alpen im September 2018 war irgendwie nicht so beeindruckend (was aber auch an der damaligen Örtlichkeit und am Wetter gelegen haben mag). Alles vergessen ... alles, alles, alles ... voller Tatendrang nachts mal eben rübergehübbt zur Arche-Rhön.
Natürlich erwartete ich, um diese Zeit dort alleine zu sein.

Tatsächlich fand da in einem Gebäude weiter hinten eine Feier statt. Es dauerte gefühlt keine zehn Sekunden, da war ich von einem halben Dutzend heiteren jungen Leuten umzingelt, die mich fragten, was ich da mache. Feierbiester um sich herum braucht wohl niemand, der/die nachts die Sterne genießen und fotografieren möchte. Jedoch, diese hier waren echt angenehm und so konnten sie nach einer Erläuterung meinerseits somit gut akzeptieren, dass ich darum bat, für das Fotografieren an sich alleine gelassen zu werden. Mit zwei Dingen gleichzeitig bin ich nämlich ausufernd überfordert – naja, um der Wahrheit die Ehre zu geben, eigentlich sogar schon mit 1,2 Sachen (hoffnungslos!). Aber, ich versprach, sie wieder ranzuholen, wenn ich was vorzuzeigen hätte. Ich denke, wenn es heller gewesen wäre, hätte ich die Gesichter strahlen und die Klüsen leuchten sehen können.
Sie wussten vorher gar nicht, dass sie die Milchstraße mit eigenen Augen sehen können und sie konnten sich schon erst recht nicht vorstellen, wie sie auf einem Foto aussehen könnte. Ich wette, zwei von ihnen werden es nach dieser unerwarteten Begegnung später zumindest versucht haben. Vielleicht sind sie auch infiziert – die Infektionsgefahr ist bei gleichzeitig kurzer Inkubationszeit sehr hoch.

Kurz vor Morgengrauen ging ich wieder „nach Hause“ in mein Zelt „Kiwi“ und schlief selig ein ... Sternchen zählend!
;-)

nachgeführt | gestapelt | Panorama | überblendet
(TRACKED | STACKED | PANORAMA | BLENDING)

Himmel:
ISO 1600 • n=f/4 • 18mm
7 x Hochformat • 1 Reihe • 4 x 120" • nachgeführt mit Omegon Minitrack LX2

Boden:
ISO 800 • n=f/5,6 • 120“ • 55mm
4 x Hochformat • 1 Reihe

Kamera:
Canon EOS 500D

Objektiv:
Canon 18-55mm

Software:
Sequator • Photoshop • PTGui

Arche Rhön
Arche Rhön
Claudia Sölter
Vorhang auf – Bühne frei
Vorhang auf – Bühne frei
Claudia Sölter

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